Rangnicks Faible für Berechenbarkeit
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Rangnicks Faible für Berechenbarkeit

Der ÖFB-Teamchef verzichtet in seinem WM-Kader auf Überraschungen. Stattdessen wählt er die richtigen Besten.

"Ich bin jemand, der die Dinge gerne im Vorfeld schon so plant, dass sie nachher nicht für Überraschungen sorgen", sagt Ralf Rangnick.

Wenngleich er damit Tagesabläufe und diverse organisatorische Eventualitäten während des Turniers meint, erklärt dieser Satz den ÖFB-Kader für die WM 2026 sehr gut.

So erklärt Rangnick seinen Kader >>>

Wer auf große Überraschungen gehofft hat, wurde enttäuscht. Der Teamchef hat seine 26 Mann für die Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko pragmatisch und rational zusammengestellt.

Das Teamgefüge zählt

Dass es kein Debütant, der noch nie dabei war, ins Aufgebot schaffen würde, war klar.

Das ÖFB-Team lebt nicht zuletzt vom ausgezeichneten Teamgefüge, die "Nationalteam-Familie" ist viel mehr als eine nur so dahingesagte Floskel.

Was für Rangnick wirklich zählt

Das Risiko einen Spieler, der komplett neu integriert werden müsste, von dem unklar ist, wie er reagiert, wenn er nicht die erhoffte Spielzeit bekäme, einzuberufen, ist ein zu großes Risiko.

Geht es um die Kaderspieler 20 bis 26 zählen für Rangnick Verlässlichkeit, Berechenbarkeit und zwischenmenschliche Qualitäten mehr als die aktuelle Form.

Geht es um die Kaderspieler 20 bis 26 zählen für Rangnick Verlässlichkeit, Berechenbarkeit und zwischenmenschliche Qualitäten mehr als die aktuelle Form.

Ebenfalls kein Risiko will Rangnick bezüglich potenzieller Ausfälle während des Turniers eingehen. Sehr zum Leidwesen von Gernot Trauner und Maximilian Wöber, deren jüngere Verletzungshistorie die Wahrscheinlichkeit ständiger Verfügbarkeit während der WM zu gering erscheinen ließ.

David Alaba und die kleinen Fragezeichen
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David Alaba und die kleinen Fragezeichen

Zumal gerade in der Innenverteidigung einerseits mit David Alaba ein Mann fix eingeplant ist, hinter dessen Fitness zuletzt so gut wie immer zumindest ein kleines Fragezeichen stand, und andererseits die Auswahl an Qualitätsspielern besonders hoch ist.

Arithmetische Überlegungen sprechen für Schöpf

Hinzu kommen arithmetische Überlegungen – jede Position ist mindestens doppelt besetzt.

In diesem Fall profitiert Alessandro Schöpf davon, dass einige potenzielle Spieler für die defensive Mittelfeldzentrale in erster Linie woanders eingeplant sind (Laimer in der Außenverteidigung, Sabitzer und Wimmer auf den drei Zehner-Positionen, …).

Die richtigen Besten

Und dann bleiben de facto kaum Alternativen übrig, die die oben genannten Kriterien der Berechenbarkeit und Erfahrung innerhalb der Gruppe erfüllen.

All das mag für Stammtisch-Diskussionen wenig spektakulär sein. Tatsächlich dürften diese 26 Mann am Ende des Tages aber die richtigen Besten sein, um den berühmten Sager Josef Hickersbergers abzuwandeln.


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