Vorneweg, ein 3:1-Heimsieg gegen einen ersatzgeschwächten Kosovo sollte nicht überbewertet werden. Ein starker Auftritt des ÖFB-Teams war im Happel-Stadion aber allemal zu sehen.
Die erfreulichste Erkenntnis des Abends ist die zunehmende Breite im ÖFB-Kader.
Während der Kosovo das Fehlen einiger Stammkräfte nicht verkraften kann, ist das im österreichischen Nationalteam inzwischen anders.
Von A(damu) bis Z(awieschitzky)
Junior Adamu wurde in den vergangenen Monaten bei den vielen Klageliedern über die Stürmer-Misere zwar nie eine Strophe gewidmet. Am Sonntag konnte er als Stürmer den flotten Takt des intensiv anpressenden ÖFB-Teams aber gut halten, auch mit dem Ball.
David Affengruber präsentierte sich bei seinem Startelfdebüt – wenig überraschend – als sehr ernsthafte Alternative zu den bewährten Kräften.
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Und der erst 19-jährige Christian Zawieschitzky setzte ein lautes Ausrufezeichen im Kampf um die Nummer eins im Tor. Sein Salzburger Teamkollege Nikolas Veratschnig war auch alles andere als ein Fremdkörper im Spiel, obwohl er in dieser Saison gewiss schon stärkere Leistungen auf den Rasen gebracht hat.
Das Duo Seiwald/Xaver bleibt wertvoll
Gleichzeitig zeigen auch jene Spieler, die schon seit langem Fixpunkte in Rangnicks Aufstellungen sind, dass sie sich nicht so einfach verdrängen lassen werden.
Allen voran das zuletzt immer wieder infrage gestellte zentrale Mittelfeldduo bestehend aus Nicolas Seiwald und Xaver Schlager.
Ersterer ist als holding six einfach zumindest eine Klasse besser als alle – sehr viele ernstzunehmende gibt es hier tatsächlich nicht – Alternativen.
Schlager wiederum beweist in körperlicher Topform, die er bei der WM so schmerzlich vermissen ließ, dass er das ÖFB-Team auf ein anderes Niveau heben kann.
Die Frage, ob Österreich mit diesen beiden in der Lage ist, einen tiefstehenden Gegner zu bespielen, lässt sich nach dem Spiel gegen den Kosovo mit einem klaren Ja beantworten.
Der Konkurrenzkampf ist gestiegen
Zur Halbzeit der aktuellen Länderspiel-Phase lässt sich zumindest mal feststellen, dass der Konkurrenzkampf größer ist, als er es in den vergangenen zwei Jahren war.
Und das ist positiv. Bei all der Vorsicht, die nach den ersten beiden Spielen noch geboten ist, wenn es um eine endgültige Bewertung geht.
Harald Prantl