Es gibt schon sehr viele Dinge, die nach dem 5:1-Sieg des ÖFB-Teams gegen Ghana positiv erwähnt werden müssen.
Zunächst freilich die Causa prima. Die "Neuzugänge" Paul Wanner und Carney Chukwuemeka sind sofort angekommen.
Die ÖFB-Familie ist gewachsen
In ihren ersten 45 bzw. 29 Minuten im ÖFB-Trikot haben sie bewiesen, dass sie dieses Team verstärken können, dem Spiel Elemente hinzuzufügen vermögen, die es in gewissen Phasen braucht und brauchen wird.
Daran, dass die beiden auch menschlich ausgezeichnet aufgenommen wurden und sich gut integriert haben, sollte nach Aussagen diverser Neo-Kollegen und auch nach zahlreichen kleinen Gesten etwa bei den Torjubeln kein Zweifel mehr bestehen. Die ÖFB-Familie ist gewachsen.
Vor dem Tor eiskalt
Auch die in der Vergangenheit immer wieder bemängelte Effizienz war diesmal stark. Elf Torschüsse, davon sieben aufs Tor, davon fünf ins Tor. Da gibt’s nichts zu meckern.
Exemplarisch sei an dieser Stelle Michael Gregoritsch erwähnt, der mit nur 14 Ballkontakten ein Tor und einen Assist verbuchen konnte.
Keine Sorgen in der Innenverteidigung
Dann wäre da noch der Umstand, dass Marco Friedl und auch Michael Svoboda mit ihren Leistungen gezeigt haben, dass in der Innenverteidigung trotz Verletzungsproblemen überhaupt keine Personalnot herrscht.
Okay, diese Erkenntnis mag nicht ganz neu sein, eine neuerliche Bestätigung tut dennoch gut.
Der Konkurrenzkampf beflügelt
Hinzu kommt der Umstand, dass der Konkurrenzkampf auf praktisch allen Positionen mehr beflügelt als hemmt.
Wer sich die Motivation von Spielern wie Romano Schmid, Patrick Wimmer und Florian Grillitsch – allesamt Spieler, die sich ihrer Plätze in der Startformation nicht sicher sein können – vor Augen führt, wird dieser These zustimmen.
Die Euphorie bleibt, aber...
Und zu guter Letzt darf sich das ÖFB-Team rühmen, die vor etwas mehr als vier Monaten mit dem 1:1 gegen Bosnien-Herzegowina entfachte Euphorie über die langen, harten Wintermonate hinweg konserviert zu haben.
Hier ist das einzige "Aber" angebracht. Das 5:1 gegen Ghana mag stark gewesen sein, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass vor allem in der ersten Hälfte einige Dinge nicht funktioniert haben.
Die Restverteidigung ließ bei so manchem ghanaischen Konter zu wünschen übrig. Und gegen einen kompakt stehenden Gegner waren in der Offensive kaum gute Ideen zu erkennen.
Richtig einordnen!
Letztlich ist es gut, dass es dieses "Aber" gibt. Denn die Einordnung dieses Starts in das WM-Jahr 2026 wird innerhalb des Teams durchaus differenziert sein.
Und das sollte sie auch in der öffentlichen Wahrnehmung. Es ist kein Zufall, dass sich Ralf Rangnick nach dem Spiel just an den 6:1-Testsieg gegen die Türkei im Frühjahr 2024 erinnert hat.
Harald Prantl