"Guad is gangen, nix is gschehn", sagt man in Österreich gerne.
Passt nach dem 3:3 gegen Algerien auch irgendwie. Jetzt mal abgesehen von den Herzrhythmusstörungen, die gefühlt die ganze Nation an einem Sonntag um 6 Uhr in der Früh geplagt haben.
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Euphorie berechtigt, aber...
Die Euphorie um den Einzug ins Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft mag berechtigt sein.
Erstmals seit 1954 bestreitet das ÖFB-Team bei einer WM-Endrunde ein K.o.-Spiel. Das ist nicht nichts und darüber darf man sich freuen.
Dass dieses Spiel gegen Algerien aber kein Ruhmesblatt war, muss jedem, der es mit ein wenig Abstand nüchtern betrachtet, klar sein.
Erstaunlich naiv
Das Verhalten der Rangnick-Elf war auf mehreren Ebenen naiv. Und das ist für eine derart erfahrene Mannschaft schon erstaunlich.
Einerseits war das Abwehrverhalten bei den ersten beiden Gegentoren mindestens unglücklich, schon eher mitunter stümperhaft.
Sich auf Vermutungen zu stützen, ist bemerkenswert
Andererseits hat sich Österreich von den vermeintlich mit dem Remis zufriedenen Algeriern dermaßen einlullen lassen, dass diese nach einem Pass in die Tiefe fast gar nicht anders konnten, als in der Nachspielzeit das 3:2 zu erzielen.
Sich alleine auf die Vermutung, dass da eh niemand mehr irgendwelche Ambitionen hat, zu stützen, ist bemerkenswert. Absprachen hat es ja offensichtlich keine gegeben – und das ist auch gut so.
Lernprozess gefragt
Der Lernprozess muss schleunigst umgesetzt werden. So etwas darf dieser Truppe nie wieder passieren.
Genauso wenig wie die sich bei dieser WM häufenden Fehler im Abwehrverhalten.
Harald Prantl