Der Schein mag trügen, aber man konnte sich in der ersten Hälfte des 1:0-Testspielsiegs gegen Tunesien in der einen oder anderen Szene des Eindrucks nicht erwehren, so mancher ÖFB-Kicker hätte die Handbremse dann doch nicht ganz gelöst.
Dass die ersten 45 Minuten – auch unabhängig vom Ausschluss Konrad Laimers – zu den schwächeren in der jüngeren ÖFB-Vergangenheit gehört haben, steht wohl außer Frage.
Das ist nur menschlich
Sollte der eine oder andere Kicker nicht mit 100 Prozent zur Sache gegangen sein, war das mutmaßlich unbewusst. Die Gründe dafür wären jedenfalls menschlich.
Unmittelbar vor dem Anpfiff mussten Österreichs Teamspieler miterleben, wie sich Christoph Baumgartner verletzte. Wie schwer die Blessur wirklich ist, wird sich herausstellen.
Die Baumgartner-Situation
Dass eine Situation, in der ein Kollege – im Falle des ÖFB-Teams ist man versucht, von einem Familienmitglied zu schreiben – um eine WM-Teilnahme zittert, nicht spurlos an einem vorübergeht, ist klar.
Teamchef Ralf Rangnick hatte unerwartet bei seinem letzten Medientermin vor dem Spiel verkündet, dass die Startelf gegen Tunesien zu großen Teilen jener beim WM-Auftakt gegen Jordanien gleichen würde.
Die zweite Reihe drängt sich auf
Dieser Schachzug ist eher nicht aufgegangen. Letztlich waren es nämlich just jene Kicker, die sich eines Startplatzes alles andere als sicher sein können, die abgeliefert haben.
Die LAOLA1-Noten für die ÖFB-Kicker >>>
Stefan Posch etwa, der gemeinsam mit Phillipp Mwene um den verbleibenden Außenverteidiger-Platz rittert, scheint Konrad Laimer auf dieser Position doch gesetzt zu sein – fraglich ist nur, ob rechts oder links.
Auch Kevin Danso, Paul Wanner, Carney Chukwuemeka und Sasa Kalajdzic wussten zu überzeugen.
Der Konkurrenzkampf ist wieder entbrannt
Und so ist der Konkurrenzkampf, der zumindest für den Start ins Turnier von Rangnick erstaunlich früh für so gut wie beendet erklärt wurde, doch wieder voll entbrannt.
Es soll Schlimmeres passieren.
Harald Prantl