Jetzt zeigt sich, wie gut der Salzburger Saisonstart wirklich war

Jetzt zeigt sich, wie gut der Salzburger Saisonstart wirklich war

Zu Saisonbeginn schien es so, als würde das "Bullen"-Imperium endlich wieder zurückschlagen. Nun ziehen die ersten Wolken des Zweifels auf. Ein Kommentar:

Nichts wurde es mit der dringend benötigten perfekten rot-weiß-roten Europacup-Woche.

Nachdem der LASK und Sturm Graz die Top-Teams Sporting Lissabon und Olympique Marseille heroisch niederrangen, ließ ausgerechnet der FC Salzburg, der mit NK Celje mit Sicherheit den leichtesten der drei Gegner hatte, aus.

Die "Bullen" holten trotz 2:0-Führung nur ein Remis in Slowenien, welches sich für sie wie eine Niederlage anfühlte, und bestätigen damit ein wenig den Negativtrend, der seit der letzten Länderspielpause spürbar ist.

Drei Rückschläge binnen kurzer Zeit

Ein sehr schmeichelhaftes 0:0 beim GAK, dann eine in der Höhe auch verdiente 0:4-Watschen vom AC Milan und nun das. Da hilft es auch wenig, dass in der Zwischenzeit ein auswärtsschwacher SCR Altach mit 3:0 besiegt werden konnte.

Der Saisonstart der rundum erneuerten Mannschaft unter Neo-Trainer Danny Röhl verlief absolut nach Maß. Zunächst passten nur die Ergebnisse, dann zogen auch die Leistungen nach. Das 5:1 gegen Rapid Anfang September war einer der besten "Bullen"-Auftritte seit sehr langer Zeit.

Freilich wurden auch unnötige Punkte beim WAC und der SV Ried liegengelassen, insgesamt wirkte es vor der Mega-Länderspielpause für mich aber so, als wären die Salzburger auf Direktkurs alte Stärke. Nun bin ich mir nicht mehr so sicher.

Veratschnig geht ab

Nikolas Veratschnig verletzte sich bei seinem ÖFB-Debüt am Knie
Foto © GEPA
Nikolas Veratschnig verletzte sich bei seinem ÖFB-Debüt am Knie

In der Länderspielpause zogen sich gleich mehrere Spieler eine Verletzung zu, jene von Kapitän Nikolas Veratschnig wog dabei freilich am schwersten.

Der Kärntner identifiziert sich voll mit dem Verein und war sowohl neben, vor allem aber auch auf dem Platz ein absoluter Gewinn für das Team. Er fehlt momentan sehr.

Plötzlich ist die Souveränität weg

Das 0:0 beim GAK zeigte, dass die "Bullen" noch nicht so souverän sind, wie sie sich selbst schon gerne gesehen hätten. Gleich drei Mal verhinderte Aluminium einen Gegentreffer.

Nach dem 0:4 gegen die Mailänder war ersichtlich, dass die aktuelle Mannschaft von jener von vor gar nicht so langer Zeit, die auch die absoluten Top-Klubs Europas zumindest ärgern konnte, doch sehr weit weg ist.

Celje muss man schlagen

Und nun der nicht wirklich gute Auftritt in Celje. Man kann den Slowenen, die aus einer 40.000-Einwohner-Stadt kommen und trotz großen sportlichen Erfolgs kaum Fan-Interesse generieren können, nur allerhöchsten Respekt für ihre Errungenschaften der letzten Jahre (zwei Meistertitel, ein Conference-League-Viertelfinale) zollen.

Aber so einen Gegner musst du als FC Salzburg einfach schlagen. Ich bin mir recht sicher, dass der SK Sturm in zwei Wochen deutlich besser gegen den aktuell Sechsten der slowenischen Liga ausschauen wird.

Jetzt geht es Schlag auf Schlag

Nun waren das schon einige Rückschläge binnen sehr kurzer Zeit, die den jungen Salzburgern widerfuhren. Und jetzt wartet am Sonntag der LASK zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Die Linzer kommen gerade wieder so richtig in Fahrt.

Bis zur nächsten Länderspielpause Mitte November stehen dann unter anderem noch ein Cup-Achtelfinale in Bregenz, ein Bundesliga-Auswärtsspiel beim SK Sturm und ein Europa-League-Ausflug zum RSC Anderlecht am Programm.

Gehen mehrere dieser teils schweren Aufgaben daneben, ist der gute Saisonstart plötzlich nur mehr sehr wenig wert.

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