Die (unnötige) Notlüge für die Lizenz
Um die Lizenz in zweiter Instanz zu bekommen, wird sich der LASK zu einer Notlüge durchringen müssen. Der Senat 5 wird für das Vorgehen, die Lizenz verweigert zu haben, kritisiert. Die Linzer sollten sich dabei an der eigenen Nase nehmen. Ein Kommentar vo
Um die Lizenz in zweiter Instanz zu erhalten, wird der LASK vorerst einen Nachwuchstrainer mit der notwendigen UEFA-Pro-Lizenz auf dem Papier nominieren, bestätigte LASK-Finanzvorstand Siegmund Gruber, gibt aber zu bedenken: „Wenn lügen besser ist als die Wahrheit, bin ich der Falsche."
Die lange Suche nach dem Sportdirektor
Zwar wurden laut Oberösterreichische Nachrichten bereits erste Gespräche mit Trainern wie Martin Scherb, Peter Schöttel oder auch Heimo Pfeifenberger geführt. Dass der LASK fast zwei Monate nach dem Rausschmiss von Karl Daxbacher noch immer keinen neuen Trainer mit der UEFA-Pro-Lizenz präsentiert hat, liegt laut den Linzern daran, dass der neue Sportdirektor dann auch in die Entscheidung für den neuen Trainer der Saison 2015/16 eingebunden werden soll. Der neue Sportdirektor könnte laut Gerüchten übrigens Alfred Hörtnagl heißen. Hörtnagl war bereits bei Rapid, Fürth und zuletzt bei Erfurt als sportlicher Leiter im Amt.
Bereits nach der Rückkehr des LASK in die Sky-Go-Erste-Liga – also im Sommer 2014 - hat Sportvorstand Manfred Schill angekündigt, dass er einem hauptamtlichen Fachmann Platz machen möchte. Im Mai 2015 stehen die Linzer allerdings noch immer ohne Sportdirektor und folglich auch ohne Trainer mit UEFA-Pro-Lizenz da.
Klare Lizenzierungskriterien
Dass der LASK noch keinen neuen Trainer vorstellen kann, liegt also in erster Linie daran, dass die Linzer noch keinen Sportdirektor gefunden haben. Und das obwohl es bereits seit Sommer 2014 klar sein dürfte, dass sie einen benötigen.
Ebenso klar definiert sind im Lizenzierungshandbuch die Regeln, dass zum Stichtag der Lizenzunterlagen-Abgabe ein Trainer mit UEFA-Pro-Lizenz genannt werden muss. Über die Interpretation des Senat 5, welche Regelungen mit einer Auflage versehen werden und welche direkt zum Lizenz-Entzug führen, kann man natürlich ewig diskutieren. Es erscheint aber durchaus nachvollziehbar, dass neu eingeführte Infrastrukturkriterien, die zum ersten Mal angewendet werden und zum Teil zum Stichtag noch nicht erfüllt wurden, mit einer Auflage versehen werden. Dass ein Profil-Klub zum Stichtag jedoch einen Trainer mit UEFA-Pro-Lizenz benötigt, ist seit Jahren niedergeschrieben und wird auch seit Jahren so exekutiert.
Ist das so überraschend?
Eines muss jedem Verein klar sein: Wird ein A-Kriterium nicht erfüllt, droht der Lizenzentzug. Dass vor allem immer wieder jene Klubs, die keine Lizenz bekommen haben, sich total überrascht zeigen und sich danach öffentlich an der Liga abputzen, liegt aber auch daran, dass die Transparenz bei der Lizenzvergabe nicht gegeben ist. Über inhaltliche Gründe für die Lizenzverweigerung darf nur der Lizenzwerber Auskunft geben. Die Liga muss dazu - derzeit noch - zähneknirschend schweigen. Das öffnet natürlich Möglichkeiten, die Sachlage ziemlich einseitig darstellen zu können.
Die Bundesliga hat vor 2014 oft genug bewiesen, dass sie sie eigenen Regeln nur sehr selektiv wahrnimmt. Ausnahmeregelungen wurden zur Regel. Seit letztem Jahr weht jedoch ein anderer Wind und auch die Klubs selbst haben sich in einem Schulterschluss zur Professionalisierung verpflichtet. In diesem Sinne sollten sich die Linzer eher Gedanken darüber machen, warum sie m Mai 2015 noch immer keinen Sportdirektor präsentieren können. Dann müssten sie auch nicht über Notlügen nachdenken.