Oumar Diakité: Neuer Sturm-Trumpf
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Oumar Diakité: Neuer Sturm-Trumpf

In Graz steht ein neuer Stern am Stürmerhimmel. Er hatte großen Anteil am Sieg gegen die Austria und ist die Sturm-Hoffnung für die nächsten Wochen. Abseits des Rasens sorgt in Graz fehlende Professionalität beim Ticketing für Kritik.

Nach einer elendslangen Pause wegen - je nach Lesart – eines "albernen Wettbewerbs" (Uli Hoeneß) oder des "sinnlosesten Bewerbs seit der Klub-WM" (Andreas Terler, BlackFM), hieß es am Wochenende endlich wieder Bundesliga.

Sturm musste aus diesem Anlass Samstagabend nach Wien-Favoriten und tat das äußerst dezimiert. Die Nations-League-Pause brachte nicht nur Otar Kiteishvili erneut verletzt zurück nach Graz, es erwischte mit Gizo Mamageishvili auch gleich den zweiten Georgier im Dienste der Schwoazn.

Sie reihten sich in die ohnehin schon lange Liste der lädierten Sturm-Kicker ein. Emran Soglo, Filip Rozga, Nelson Weiper und Seedy Jatta sind mit Muskel-, Schambein- oder Schulterverletzungen out. Dazu kommen der nach seinem Kreuzbandriss noch rekonvaleszente Leon Grgic und der an der Achillessehne lädierte Albert Vallci, der vorsorglich geschont wurde.

Trumpfass Oumar Diakité

"Elf werden wir schon zusammenbringen", scherzte Vallci Anfang der letzten Woche noch beim Podcast BlackFM. Und die Elf, die Fabio Ingolitsch gegen die Austria aufs Feld schicken konnte, machte ihre Sache gut. Gegen eine zugegebenermaßen nicht sehr furchteinflößende Heimmannschaft fuhr Sturm einen verdienten 2:0-Sieg ein.

Der Last-Minute-Leihtransfer, für den die Grazer eine Kaufoption im Sommer 2027 haben, erweist sich immer mehr als absoluter Glücksgriff.

Jürgen Pucher über Oumar Diakité

Einige Leiden dieser Saison waren bei den Grazern freilich wieder zu sehen. Ab und an fehlende Konsequenz beim Verteidigen und vor allem ist das Zu-Ende-Spielen von Umschaltsituationen immer noch mehr als ausbaufähig. Aber Sturm hat jetzt vorne drinnen ein neues Ass.

Und das nennt sich Oumar Diakité und feierte in Wien sein Startelf-Debüt für den SK Sturm. Nach schon vielversprechenden Einsätzen von der Bank kommend, legte er beim ersten Spiel von Beginn gleich einen Doppelpack hin. Diakité war in der Nachspielzeit der ersten Hälfte dort, wo ein Goalgetter sein muss, holte später einen Elfmeter heraus und verwandelte den gleich selbst.

Im Moment nur ein Ausgehanzug

So geht Stürmer. Der Last-Minute-Leihtransfer, für den die Grazer eine Kaufoption im Sommer 2027 haben, erweist sich immer mehr als absoluter Glücksgriff. Und er wird angesichts der sehr dünnen offensiven Personaldecke dringender gebraucht denn je.

Nach rund einer Stunde ist für Diakité im Moment aus Fitnessgründen noch Schluss. Aber wenn seine Entwicklung den derzeit skizzierten Weg fortsetzt, könnte Diakité in dieser Saison beim Sturm-Anhang für viel Freude sorgen. Nächste Chance: Donnerstag, Vitality Stadium zu Bournemouth.

Auch dort wird es der erste Anzug richten müssen. Was Fabio Ingolitsch derzeit offensiv von der Bank noch nachlegen kann, wird wenig Unterschied machen. Axel Kayombo wurde zwar für die Europa League nachnominiert, der Franco-Kongolese konnte aber bei seiner Einwechslung am Samstag wieder einmal wenig überzeugen.

Ticketing-Fail bei Sturm

Wenig überzeugend agieren auch schon seit einiger Zeit die Ticketing-Verantwortlichen des SK Sturm. Aktueller Anlass zur Kritik: Die Verkaufszahlen für die Europa-League-Heimpartien. Gegen Stades Rennes war das Stadion schon nicht voll, für die kommenden Spiele gegen Olympique Marseille und NK Celje läuft der Vorverkauf zudem mehr als enttäuschend.

Angesichts der schlechten Verkaufszahlen jagt jetzt eine Ticketverschleuder-Aktion im Stile von Supermarkt-Rabattwochen die nächste.

Jürgen Pucher über Fehler beim Sturm-Ticketing

Das leidige Fan-Lamento über die angeblich nicht attraktiven Gegner einmal geschenkt, muss sich Sturm in Person von Klubserviceleiter Georg Kolaric auch handwerkliche Fehler vorwerfen lassen. Die Planung für den internationalen Bewerb ließ ein wirklich attraktives Blind-Abo vor der Auslosung vermissen und es folgten unerklärbar teure Tagestickets in den Stehplatzsektoren außerhalb der Fankurve.

Und angesichts der schlechten Verkaufszahlen jagt jetzt eine Ticketverschleuder-Aktion im Stile von Supermarkt-Rabattwochen die nächste. Zum Vorverkaufsflop kommt so auch noch ein Imageschaden für den Verein, der eigentlich so stolz auf seine treue Fanszene ist und jetzt in der Straßenbahn Europacup-Karten verschenkt.

Wie Sturm hier vorgeht, lässt die notwendige Professionalität vermissen. Und wenn man es selbst nicht besser weiß, sollten die Verantwortlichen in diesem Bereich zumindest auf die Fangruppen hören, bei denen dieses Thema wiederholt aufgegriffen wurde.

Donnerstag-Sonntag in Unterzahl

Sportlich kommt auf die Schwoazn eine knackige Woche zu. Am Donnerstag heißt es Europa League gegen den AFC Bournemouth und als wäre das nicht genug, folgt nur drei Tage später das Grazer Derby gegen einen im Aufwind befindlichen GAK. Wie diese Spiele verlaufen, wird viel zur Stimmung für den weiteren Herbst beitragen.

Ein Punkt oder auch nur eine respektable Leitung gegen den Premier-League-Klub und ein Derbysieg würden ein Stimmungshoch für die kommenden Aufgaben bedeuten. Steht man Sonntagabend mit leeren Händen da, wird es im schnell nervösen Grazer Umfeld wieder ordentlich rumoren.

Die Sturm-Rumpfelf ist also gefordert. Und sie bleibt es in ihrer dezimierten Besetzung auch. Bis zur nächsten Pause für den "albernen Bewerb" der Nationalteams ab 9. November heißt der Rhythmus für den SK Sturm "Donnerstag-Sonntag". Und bis dahin wird sich die Personalsituation aller Voraussicht nach nicht wesentlich entspannen.

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