Wer die alte Dame schlagen kann
Seit Sommer 2012 ist Juventus Turin ununterbrochen italienischer Meister – und der fünfte Titel in Folge scheint dem Club nicht mehr zu nehmen zu sein. Wir ziehen eine winterliche Zwischenbilanz der Serie A. Von Alexander Kords
Mit vier Punkten Vorsprung führt Juve nach 22 Spieltagen die Serie A an, dazu kommen drei weitere Zähler, die die Turiner im Nachholspiel beim Abstiegskandidaten FC Crotone Anfang Februar ziemlich sicher einfahren werden. Sieben Punkte auf den AS Rom dürften dann auch genügen, um ein weiteres Mal den Scudetto zu holen. Den Grundstein für den erwarteten Durchmarsch durch die heimische Liga legte Juve durch seine Heimstärke: Elf der elf Partien im Juventus Stadium wurden gewonnen, darunter das direkte Duell gegen den AS Rom, das Turin Mitte Dezember knapp, aber verdient mit 1:0 für sich entscheiden konnte. Auf der anderen Seite leistete sich der amtierende Meister bislang gleich vier Niederlagen in zehn Spielen in der Ferne.
Die inkonstante Roma
Dass es an der Spitze der Serie A nicht spannender zugeht, hat deshalb nur bedingt mit der Überlegenheit von Juventus zu tun. Vielmehr hat der AS Rom mehrfach die Chance ausgelassen, den Anschluss an den Tabellenführer zu halten. Zu Hause haben die Römer bislang ebenfalls keinen einzigen Zähler abgegeben, dafür mussten sie einige bittere Punktverluste in fremden Stadien hinnehmen. Erst am vergangenen Wochenende verlor Rom mit 2:3 beim Mittelfeld-Club Sampdoria Genua. Und so streitet sich der Hauptstadt-Club weiterhin mit dem zwei Punkte zurückliegenden SSC Neapel um die Vizemeisterschaft und die direkte Qualifikation für die Champions League. Aber auch Inter Mailand hat mit fünf Punkten Rückstand auf den AS Rom noch Tuchfühlung zur Königsklasse.
Auf und Ab der Mailänder Clubs
Höchst konträre Saisonverläufe haben die beiden Mailänder Vereine AS und Inter bislang verlebt. Inter, das seine Auftaktbegegnung bei Chievo Verona verlor und sich prompt am Ende der Tabelle wiederfand, kämpfte sich bis zum sechsten Spieltag bis auf Rang 3 vor, stürzte zwischenzeitlich aber wieder auf Platz 14 ab und hat sich mittlerweile auf dem vierten Rang stabilisiert – mit Perspektive nach oben. Für den AC Mailand ging es dagegen nach einem Sieg im ersten Spiel erst einmal bergab, dann hoch bis auf Platz 3, wo sich der Club bis Mitte Dezember halten konnte. Inzwischen ist es nur noch der siebte Rang, weil Milan seitdem nur ein einziges Spiel gewinnen konnte. Damit ist inzwischen sogar die Teilnahme an der Europa League gefährdet – was nach zwei Saisons ohne Europacup-Teilnahme einen weiteren herben Rückschlag für den einstigen Champions-League-Sieger bedeuten würde.
Unten ist alles entschieden
Die letzten drei Clubs der Serie-A-Tabelle steigen im Sommer in die zweitklassige Serie B ab – und schon nach 22 Spieltagen scheint die Entscheidung gefallen, wer diese drei Teams sind. Schlusslicht und Liga-Neuling Delfino Pescara 1936 hat erst einen Sieg und neun Punkte auf dem Konto, nur zwei Zähler mehr sind es für US Palermo. Der Dritte im Bunde ist der Aufsteiger FC Crotone, der auch schon acht Punkte Rückstand auf das rettende Ufer hat. Zwar hat Crotone noch das bereits erwähnte Nachholspiel gegen Juventus Turin Anfang Februar in der Hinterhand, aber ob der kleine Club aus Kalabrien damit einen großen Schritt aus dem Keller machen kann, ist mehr als fraglich. Ungleich spannender als der Abstiegskampf ist übrigens das Duell der Top-Torjäger in Italien. Mit jeweils 15 Treffern liegen Edin Džeko vom AS Rom, Gonzalo Higuaín von Juventus Turin und Mauro Icardi von Inter Mailand gleichauf an der Spitze der Liste.
Die günstigsten und teuersten Frühjahres-Abos der Bundesliga