Ménage à Trois in der Ligue 1
Statt des erwarteten Start-Ziel-Sieges von Paris Saint-Germain werden die Fußballfans in Frankreich mit einem spannenden Dreikampf um die Meisterschaft verwöhnt. Und das Ende ist völlig offen. Von Alexander Kords
Vier Meistertitel in Folge holte sich PSG seit dem Sommer 2012, in ein paar Monaten könnte diese eindrucksvolle Serie aber gebrochen werden. Denn nicht der Hauptstadt-Club steht nach 22 von 38 Spieltagen an der Spitze der französischen Ligue 1, sondern sein größter Herausforderer zu Saisonbeginn: der AS Monaco. Der hat den ersten Tabellenplatz aber auch erst Mitte Jänner erobert, nachdem sich der bis dahin führende OGC Nizza eine Schwächephase erlaubt hatte. Ins Jahr 2017 rutschte Nizza nämlich noch mit vier Punkten Vorsprung vor Monaco, nach vier sieglosen Partien in Folge war das Polster nicht nur dahin, sondern auch aufgebraucht. Aktuell liegen Monaco und Nizza punktgleich an der Tabellenspitze, dahinter folgt Paris mit drei Zählern Rückstand.
Umbruch in Paris
Im Sommer verließ Kult-Kicker Zlatan Ibrahimović die französische Hauptstadt, auch der Brasilianer David Luiz ging. Noch dazu musste Coach Laurent Blanc seinen Hut nehmen – trotz dreier Meisterschaften und zweier Pokalsiege in Serie. Sein Nachfolger Unai Emery hat bislang noch Schwierigkeiten damit, die neuen Spieler, die den Club immerhin mehr als 100 Millionen Euro gekostet haben, in sein System einzupassen. Vor allem die Offensive hakt noch: Hatte Paris zum gleichen Zeitpunkt in der vergangenen Spielzeit schon 56 Tore auf dem Konto, so sind es heuer lediglich 42 – und damit ganze 23 Tore weniger als Tabellenführer Monaco. Wäre Torjäger Edinson Cavani nicht in bestechender Form und hätte mit 21 Treffern exakt die Hälfte der Ligatore seines Clubs erzielt, dann wäre dieser wohl ein ganzen Stück weiter von der Tabellenspitze entfernt. Allerdings hatten die Pariser am vergangenen Wochenende auch Pech: Im Spitzenspiel gegen die Monegassen gingen sie neun Minuten vor Schluss mit 1:0 in Führung und hätten mit diesem Ergebnis den ersten Platz vor Nizza erobert. Da Monacos Bernardo Silva jedoch in der Nachspielzeit der Ausgleich gelang, verbleibt Paris (vorerst) auf dem dritten Rang.
Die Verfolger
Während es zwischen Monaco, Nizza und Paris nicht nur um den Titel, sondern auch um die Frage geht, wer direkt in der Champions League starten darf und wer den Umweg über die Qualifikation gehen muss, hat es sich – weit abgeschlagen mit neun Punkten Rückstand – Olympique Lyon auf dem vierten Platz bequem gemacht. Dieser bedeutet am Ende der Saison die Teilnahme an der Europa League. Zugleich hat der Club schon vier Zähler Vorsprung auf das Verfolgerfeld, das aus Teams wie AS St.-Étienne, Olympique Marseille und Girondins Bordeaux besteht. Inwieweit einer von denen noch einmal in Sachen Europacup angreifen kann, wird sich herausstellen. Möglicherweise setzt Marseille ja bald seinen Höhenflug fort, der das Team vom 15. Rang zu Saisonbeginn bis auf den sechsten Platz gebracht hat.
Metz schadet sich selbst
So spannend wie in der Meisterschaft geht es in Frankreich auch im Keller der Tabelle zu. Zwischen dem 13. Platz, den Dijon FCO einnimmt, und dem Letzten, dem FC Lorient, liegen gerade einmal sechs Punkte, der Kampf um die rettenden Plätze ist also alles andere als entschieden. Dem Abstieg geweiht sind im Sommer die beiden Mannschaften, die auf den Rängen 19 und 20 liegen, der 18. muss in zwei entscheidenden Relegationsspielen gegen den Dritten der Ligue 2 gewinnen, um doch noch die Klasse zu halten. Einen Bärendienst haben einige Anhänger vom FC Metz ihrem Club erwiesen. Weil sie Anfang Dezember beim Spiel gegen Olympique Lyon einen Knallkörper auf den Rasen geworfen und damit den gegnerischen Torwart Anthony Lopes verletzt haben, wurden dem Verein zwei Punkte abgezogen. Somit hat Metz statt 23 Punkten, die Platz 17 bedeuten würden, nur 21 Zähler, die das Team auf den vorletzten Rang zurückwerfen. Besonders bitter: Metz hatte zum Zeitpunkt des Spielabbruchs gegen Lyon mit 1:0 geführt. Die Begegnung wird demnächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit wiederholt, sollte sich der FC Metz erneut etwas zuschulden kommen lassen, könnte dem Club ein weiterer Punkt abgezogen werden.
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