Gehen auf der Hohen Warte die Lichter aus?

Mit dem Tod von Martin Kristek ist die Vienna in eine existenzbedrohende Krise gerutscht. Viele Strohhalme zur Rettung gibt es nicht. Gerhard Krisch versucht sie dennoch zu erreichen. Von Michael Fiala

 

Noch im Dezember hatte Gerhard Krisch, neuer General-Manager der Vienna, große Pläne: „Die Vienna ist nicht nur aufgrund ihrer Geschichte ein potenzieller Kandidat für den Profisport. Mit Hans Kleer haben wir einen anerkannten Experten im Profifußball für den Verein gewinnen können und deshalb sehe ich sportlich gute Chancen, uns mittelfristig für die beiden höchsten Spielklassen der österreichischen Bundesliga zu qualifizieren. Wir müssen alles versuchen, um dieses sportliches Ziel zu erreichen. Für mich, als Geschäftsführer bzw. General Manager des FC Vienna 1894, kann dieses Ziel jedoch nur auf Basis einer stabilen wirtschaftlichen Position erreicht werden.“

 

Doch seit dem Tod von Martin Kristek, dem alleinigen Eigentümer des nicht unumstrittenen Vienna-Sponsor Care Energy, und dem Rücktritt von Vater Richard Kristek, stellt sich die Situation gänzlich neu dar. Derzeit fließt kein Geld in Richtung Döbling, die Spieler und Funktionäre warteten bisher vergeblich auf die Dezember-Gehälter. Wie und ob es weitergeht steht aktuell in den Sternen, Krisch versucht zu retten, was zu retten ist. Erfolgsmeldungen gibt es aktuell noch nicht, Gespräche mit diversen Stakeholdern wurden aber bereits geführt (siehe TV-Interview).

 



 

Die Situation für die Spieler ist doppelt unangenehm: Mit 31. Jänner ist das Transferfenster geschlossen. Ob es im Frühjahr überhaupt noch weitergeht, ist aber aktuell nicht gesichert. Die meisten Spieler haben sich laut einem Bericht des Standard dazu entschlossen, im Frühjahr durchzubeißen, wohl auch Mangels Alternativen. So auch Ex-Rapidler Markus Katzer, mittlerweile 37 Jahre alt.

 

Worst-Case Konkurs

Laut einem aktuellen Bericht im Falter bereitet sich Krisch auf alle Szenarien vor, auch auf den Worst-Case. Wenn die Suche nach einem neuen Sponsor nicht erfolgreich abgeschlossen wird, droht der Konkurs. Am 4. März wartet der SC Ritzing zum Rückrundenauftakt der Regionalliga. Ob der sechsfache Meister dieses Spiel bestreiten wird, ist jedoch mehr als fraglich.

 

Möglicherweise muss auch wieder öffentliches Geld als Retter in der Not herhalten, um die Vienna am Leben zu erhalten. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Verein so noch einmal den Kopf aus der Schlinge zieht. Andererseits agiert die öffentliche Hand in den vergangenen Jahren bei diesen Themen zunehmend zurückhaltend. Immerhin: Gut 30 Tage bleiben dem Klub, um eine Lösung herbeizuführen und mit Krisch ist ein erfahrener Manager aus der Wirtschaft im Amt. Aktuell gibt es auch bereits ein Angebot von Rapid, die Vienna in einer Länderspielpause mit einem Freundschaftsspiel zu unterstützen (siehe Posting). 

 



 

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