Die 7 ... besten Wintertransfers
Die Abwehr absichern, endlich die Tore machen, reparieren, was im Herbst kaputt war - Winterneuzugänge eben. Nicht jeder, der im kurzen Transferfenster kommt, kann auch helfen. Diese sieben schon. Von Georg Sander
Da steht der Kader für die Hinrunde und dann hakt es an allen Ecken und Enden. Die Stürmer treffen nicht, die Abwehr ist löchrig, Spielaufbau im Mittelfeld findet nicht statt. Um diesen Fehlentwicklungen entgegen zu steuern, gibt es das Wintertransferfenster. In nur einem Monat müssen die Neuen integriert werden und im Idealfall helfen, die Ziele zu verwirklichen. Und das haben diese sieben Spieler geschafft.
Dabei geht es aber nicht nur um Tore, Tacklings oder taktische Varianten. Der eine oder andere Spieler spülte beim Folgetransfer auch noch einen Haufen Geld in die jeweilige Vereinskasse.
Platz 7
Jonatan Soriano - Der Katalane kam im Winter 2012 um eine kolportierte halbe Million Euro von Barcelona B. Und es hat sich mehr als ausgezahlt, auch wenn es ein bisschen dauerte. Nur drei Törchen in elf Einsätzen in der ersten Halbsaison, er war schon zum Flop abgestempelt. Der Rest ist Geschichte. Soriano absolvierte bislang 200 Bewerbsspiele für die Mozartstädter und erzielte unfassbare 170 Tore, bereitete 70 weitere vor.
Platz 6
Ola Kamara - Das Foto täuscht. Ein Bewerbsspiel hat Ola Kamare nie für die SV Ried absolviert. Der Norweger wechselte am 16. Jänner 2013 von Strömgodset zur SV Ried. Am Vier Tage später wurde er an 1860 München verliehen, kehrte im Sommer drauf zurück und wurde an Strömgodset verliehen. Zwölf Tore in 14 Spielen in Norwegen waren Austria Wien genug, um eine satte Ablöse an Ried zu überweisen. Gut gemacht, Ried-Manager Stefan Reiter!
Platz 5
Marcel Sabitzer - Er bediente im Winter 2013 die beinahe klassische Achse Admira-Rapid. Um ein paar hundertausend Euro verpflichtete Rapid den damals noch nicht 19-Jährigen, weil er brav traf. Gutes Geld für die traditionell klamme Admira. Getroffen hat Sabitzer auch bei Rapid, ehe er nach eineinhalb Jahren im Sommer 2014 um kolportierte zwei Millionen Euro nach Leipzig wechselte. Salzburg wollte den talentierten Offensivspieler, aufgrund einer Klausel ging das nur via Schwesternklub RasenballSport. Sabitzer machte in der Welt von Red Bull damit weiter, weswegen ihn Rapid damals aus der Südstadt holte: mit Toren.
Platz 4
Diesen Namen hätte man in dieser Liste nicht vermutet: Boris Hüttenbrenner - Vermutlich war es gegen Ende der Transferzeit im Jänner kaum mehr als eine Randnotiz, dass der Wolfsberger AC Boris Hüttenbrenner holt. Der Steirer kickte im Herbst bei Austria Klagenfurt, zu Beginn seiner Karriere beim DSV Leoben und später bei Kapfenberg. Der Defensivspezialist glänzt nicht durch Technik, aber durch Verlässlichkeit. Hinten zentral kann er alles spielen, erzielt auch das eine oder andere Tor und ist ein wichtiger Bestandteil des WAC. Achja: Gegen Dortmund hat er auch gespielt. Dachte er sich wohl nicht, als er 2001 bei Leoben unterschrieb.
Platz 3
Raphael Holzhauser - Verschrien als schwieriger Typ, in Deutschland gescheitert, noch dazu im Nachwuchs beim Erzrivalen Rapid Wien gewesen. Und oben drauf noch ein Wintertransfer! Es gab wahrlich bessere Vorzeichen für Holzhausers Wechsel von Stuttgart zur Wiener Austria. Doch der Mittelfeldmann überzeugt. Als "Quarterback" baut er das Spiel der Veilchen auf und hat sich zu einem echtn Führungsspieler gemausert, der für Ausreißer im positiven und im negativen Sinne sorgen kann.
Platz 2
James Jeggo - Geboren in Austria, zum Profi geworden in Australia. Erst am 27. Jänner 2016 kam James Jeggo von Adelaide United zum SK Sturm Graz. Jeggo ist ein "Typ", einer, der Zweikämpfe sucht, Konfrontationen nicht scheut - neun gelbe Karten in bislang 19 Spielen zeigen das. Er hat das Spiel der Grazer im letzten halben Jahr mitgeprägt und Kollege Matic den Rücken frei gehalten. Nicht unwahrscheinlich, dass der 24-Jährige irgendwann auch um eine stattliche Summe wo anders hin wechselt.
Platz 1
Bernardo - Da freut sich der Mann mit der Nummer 95, weil Valentino Lazaro gegen Dinamo Zagreb getroffen hat. Im Hinspiel verschuldete er den Elfer. Das war's aber schon mit dem Negativen, denn die Bullen hatten genug Chancen, um Zagreb raus zu schießen. Bernardo kam im Winter 2016 um wenig Geld zu den roten Bullen und verließ die Salzburger unter großem Mediengedöns im Sommer Richtung Leipzig um viel Geld, kolportiert werden sechs Millionen Euro. Wer seinen Marktwert in Österreich in acht Monaten verzehnfacht, der kann nur ein Gewinn sein!
>>> Weiterlesen: Florian Grillitsch wird Werder Bremen im Sommer verlassen