Der 'falsche' Klub im Dreikampf um La Liga

Der FC Barcelona und Real Madrid, dazu Atlético – so erwartete man sich den Titelkampf in der spanischen La Liga. Doch statt der Rojiblancos hat sich zur Halbserie der FC Sevilla in der Spitzengruppe festgesetzt. Von Alexander Kords

Die Königlichen an der Spitze, der FC Barcelona nur zwei Punkte dahinter – ein seit Jahren gewohntes Bild erwartet den Fußball-Fan, wenn er nach 19 von 38 Spieltagen auf die Tabelle der spanischen Primera División blickt. Zwischen die beiden reichsten, beliebtesten und erfolgreichsten Clubs des Landes hat sich jedoch einer geschmuggelt, mit dem vor der Saison nicht unbedingt zu rechnen war: der FC Sevilla. Der Vorjahres-Siebte, immerhin Seriensieger in der Europa League, hat mit 42 Punkten so viele auf dem Konto wie noch nie nach der ersten Hälfte einer Spielzeit. Zudem gelang es den Andalusiern Mitte Jänner, dem Tabellenführer Real Madrid mit einem 2:1-Heimsieg ein Bein zu stellen.

 

Madrid trotz Siegesserie unter Druck

Zu der Zeit waren die Madrilenen seit unglaublichen 40 Pflichtspielen in Folge ungeschlagen und führten das Tableau mit komfortablen vier Zählern an. Obwohl Real noch ein Nachholspiel gegen den FC Valencia in der Hinterhand hat, ist die Meisterschaft nun wieder völlig offen. Die Madrilenen müssen nämlich derzeit die Verletzungen einiger wichtiger Spieler verkraften, und von hinten klopft neben Sevilla auch Meister Barcelona.

 


 

 

Der abgeschlagene Champions-League-Finalist

In den vergangenen vier Saisons gehörte Atlético Madrid stets zu den besten drei Teams Spaniens und holte 2014 sogar den Titel. In dieser Saison könnte es allerdings sogar mit der Champions-League-Teilnahme knapp werden. Die Top 3 sind schon mit sechs Zählern davongezogen, das punktgleiche Team von Real Sociedad San Sebastián macht den viertplatzierten Rojiblancos zudem gehörig Druck. Schuld an der eher mäßigen Performance haben die recht schwachen Auftritte von Atleti auf fremden Plätzen. So verloren sie in dieser Saison bei den Top-Clubs FC Sevilla, FC Villareal und – besonders schmerzhaft – beim direkten Kontrahenten Real Sociedad, außerdem kamen sie Ende August gegen den Aufsteiger CD Leganés nur zu einem torlosen Unentschieden. Es ist also durchaus möglich, dass Atlético Madrid nach zwei Finalteilnahmen 2014 und 2016 ab dem kommenden Spätsommer nur Zuschauer in der Königsklasse sein könnte.

 

Der Abstieg scheint schon entschieden

Im spanischen Tabellenkeller haben drei Teams bereits mindestens fünf Punkte Rückstand auf den rettenden 17. Rang. Schlusslicht CA Osasuna war erst im Sommer in La Liga aufgestiegen und schaffte bislang erst einen Saisonsieg, ebenso wie der FC Granada, der schon seit Jahren gegen den Absturz in die Zweitklassigkeit spielt. Auch Sporting Gijon, der Dritte im Bunde der heißen Abstiegskandidaten, rettete sich in der vergangenen Saison nur mit einem Punkt Vorsprung vor dem Gang in die Segunda División. Am Ende der Tabelle geht es also bei weitem nicht mehr so spannend zu wie an der Spitze.

 

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