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Bloß nicht absteigen

Ried-Manager Stefan Reiter stand vor der Saison vor folgendem Problem: Wie schaffe ich es, Paul Gludovatz nicht mehr zurückholen zu müssen? Christian Benbennek ist im Soll. Das ist aber auch schon alles. Von Georg Sander, Michael Fiala und David Goigitzer

 

Seit Paul Gludovatz 2008 angetreten war, prägten er und sein Co Gerhard Schweitzer die SV Ried. Zuerst knapp vier Jahre als Doppelgespann, dann korrigierte Schweitzer das misslungene Experiment Heinz Fuchsbichler im Jahre 2012, ehe Gludovatz selbst im Sommer 2015 den fehlgeschlagenen Versuch mit Helgi Kolvidsson wieder gut machte. Gludovatz machte Ried mit Manager Reiter gemeinsam zur Nummer fünf in Österreichs Klubfußball. Der Clou: Taktische Finesse eines Kleinvereins, gepaart mit dem Finden und Veräußern interessanter Spieler. Das klappte. Das 3-3-3-1 funktionierte in verschiedenen Varianten jahrelang, Transfers von Andi Ulmer, Hamdi Salihi, Atdhe Nuhiu, Daniel Royer, Florian Mader, Thomas Schrammel, Samuel Sahin-Radlinger, Ivan Lucic oder Thomas Murg sind der Beweis.

 

Die Stabilität in der Defensive überzeugt, kein Team in der zweiten Tabellenhälfte musste weniger Tore einstecken. Christian Benbennek scheint auf einem guten Weg zu sein, die Mission Klassenerhalt zu schaffen. Positiv stimmt, dass erstens Gernot Trauner ab dem Frühjahr nach überstandenem Kreuzbandriss wieder voll eingreifen wird. Und schlechter kann die Trefferquote der Offensivspieler auch kaum werden. Wenn der Auftrag von Reiter an Benbennek war, zumindest einmal defensiv gut zu stehen, geht die Stoßrichtung auf. Ob Stefan Reiters Plan nach einigen Fehlschlägen in den letzten Jahren aufgehen wird, wird man erst am Ende der Saison wissen.

 

Ziel: 2018/19

20 Punkte nach 20 Spieltagen sollten im Normalfall für den Klassenerhalt reichen. In der Zehnerliga haben 40 Punkte stets gereicht, der beste Absteiger hatte 38 Punkte. Das war 2002/03 die SV Ried. Wie erwähnt können die Stürmer kaum weniger treffen. Auch wenn es in der Hinrunde für die Rieder kaum Trends gab, müsste es mit einer zweiten Benbennek-Vorbereitung klappen. Für das große Ziel, 2018/19 in der Zwölferliga dabei zu sein, wird derzeit eben einiges geopfert.

 

Bisher analysiert:

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