Die ungarische Nemzeti Bajnokság ist ein Fall für zwei
Seit drei Spieltagen rollt das runde Leder bei Österreichs östlichen Nachbarn. Während Titelverteidiger Ferencváros Budapest einen perfekten Start mit drei Siegen hinlegt, tun sich die Verfolger, allen voran Videoton, noch schwer. 90minuten.at präsentiert
Wer verteidigt den Meistertitel?
Mit 21 Punkten Vorsprung gewann Ferencváros Budapest in der vergangenen Saison die Meisterschaft vor dem Videoton FC. Ganze zwölf Jahre mussten die Hauptstädter, die mit insgesamt 29 Titeln ungarischer Rekordmeister sind, auf den Titel warten.
Welche Teams sind neu in der Liga?
Als Meister der zweiklassigen Nemzeti Bajnokság II schaffte Gyirmót SE den Aufstieg ins Oberhaus. Für den erst 1993 gegründeten Club ist dies der erste Auftritt in der ersten Liga. Begleitet wird der Club vom Mezőkövesd Zsóry FC, der zwischen 2013 und 2014 schon einmal in der obersten Liga vertreten war.
Wer sind die Favoriten auf die Meisterschaft?
Der Kampf um die Meisterschaft in Ungarn wird wohl auf ein Duell zwischen Titelverteidiger Ferencváros Budapest und dem Videoton FC hinauslaufen. Die anderen Clubs haben eher nicht die Substanz, um über die gesamte Saison oben mitzuhalten.
Wer sind die Stars der Liga?
Der wertvollste Spieler der ungarischen Liga ist der zweifache österreichische Nationalspieler Marco Djuricin, der für eine Saison von Red Bull Salzburg an Ferencváros Budapest ausgeliehen wurde. Darüber hinaus stehen gleich vier ungarische EM-Teilnehmer bei den Budapestern unter Vertrag, nämlich Torwart Dénes Dibusz, die Mittelfeldachse aus Zoltán Gera und Ádám Pintér sowie der Stürmer Daniel Böde.
Wer sind die Top-Transfers?
Neben der Ausleihe von Marco Djuricin von RB Salzburg zu Ferencváros gab es kaum hochkarätige Spieler, die im Sommer in die Nemzeti Bajnokság gewechselt sind. Zu nennen wären lediglich die Transfers der ungarischen Nationalspieler Ádám Bódi vom Debreceni VSC zum Videoton FC (für 550.000 Euro) und Gergő Lovrencsics von Lech Posen zu Ferencváros (ablösefrei). Doch-nicht-Rapidler und nun Bologna-Spieler Ádám Nagy ist der namhafteste Abgang. Nagy wechselte nach der tollen EM um kolportierte 1,5 Millionen Euro in die Serie A.
Und wer sind die namhaftesten Trainer?
Der deutsche Trainer Thomas Doll brachte den Erfolg zu Ferencváros zurück. Zuvor war er unter anderem beim Hamburger SV und bei Borussia Dortmund gescheitert, seit Dezember 2013 sitzt er in Budapest am Ruder und gewann neben der Meisterschaft 2016 auch zwei Mal den ungarischen Pokal. Der Aufsteiger Mezőkövesd Zsóry FC wird von Attila Pintér trainiert, der zwischen Dezember 2013 und September 2014 ungarischer Nationalcoach war. Weil Pintér sowohl bei den Spielern als auch den Fans recht unbeliebt war, löste die Personalie eine große Kontroverse aus. Unter anderem legte sich Pintér mit Ádám Szalai an, der daraufhin seinen (temporären) Rücktritt aus der Nationalelf erklärte. Einen exotischen ehemaligen Arbeitgeber hat István Urbányi, der Trainer des anderen Aufsteigers Gyirmót SE, vorzuweisen. Zwischen Februar 2009 und Oktober 2010 sowie zwischen Oktober 2011 und Dezember 2013 betreute der Ungar die Nationalmannschaft der Malediven.
Welche Fun Facts brauche ich für den Stammtisch?
In der ungarischen Liga ist bei Punktgleichheit zwischen zwei oder mehr Mannschaften nicht die Tordifferenz oder der direkte Vergleich ausschlaggebend, sondern die Anzahl der Siege. Ist diese jedoch auch gleich, dann ist die bessere Tordifferenz entscheidend. Fünf der zwölf ungarischen Erstligisten kommen aus der Hauptstadt Budapest, nämlich Ferencváros, Újpest, Honvéd, MTK und Vasas.
Was ist bisher schon passiert?
Mit drei Siegen nach drei absolvierten Spieltagen hat sich Ferencváros bereits oben festgesetzt. Gefolgt wird der Club von Vasas Budapest, das ebenfalls die Maximalausbeute von neun Punkten auf dem Konto hat. Abgeschlagen ist dagegen schon der Videoton FC, der bislang nur einen Zähler einfahren konnte.
Wann fallen die Entscheidungen?
Der 33. und letzte Spieltag in Ungarn findet am 27. Mai 2017 statt.