Die Schweizer Super League ist ein Fall für den FC Basel

Die Schweiz wird gerne als fußballerisches Vorbild für Österreich angesehen. Es gibt tatsächlich einige Parallelen. Auf beiden Seiten des Rheins gibt es einen reichen Serienmeister aus einer kleineren Stadt und eine Handvoll Traditionsklubs, die ihn jage

 

Wer verteidigt den Meistertitel?

2009 war der FC Zürich Schweizer Meister – und seitdem beherrscht der FC Basel die Super League. Sieben Titel in Folge holten die Basler, darunter der in der Saison 2015/2016, als sie am Ende 14 Punkte Vorsprung vor den von Adi Hütter betreuten Young Boys Bern vorweisen konnten.

 

Welches Team ist neu in der Liga?

Der Neuling in der aktuellen Saison ist der FC Lausanne-Sport. Dessen Vorgängerverein Lausanne-Sports wurde bis 1965 sieben Mal Schweizer Meister, meldete jedoch 2003 Konkurs an. Der Nachfolge-Club musste in der vierten Liga starten und stieg 2011 erstmals in die Super League auf. Nach dem Abstieg 2014 gelang nun erneut der Sprung nach oben.

 

Wer sind die Favoriten auf die Meisterschaft?

Alles andere als eine erneute Meisterschaft des FC Basel wäre eine enorme Überraschung. Schließlich sind die Spieler des Clubs fast doppelt so viel wert wie die stärkste Konkurrenz. Die stellen wohl vor allem die Young Boys Bern dar, die in der Rückrunde der vergangenen Saison mehr Punkte holten als die Basler.

 

Wer sind die Stars der Liga?

Der FC Basel gab mit Breel Embolo zwar das derzeit größte Talent des Schweizer Fußballs an den FC Schalke 04 ab, hat mit Seydour Doumbia aber gleich für Ersatz gesorgt. Der Stürmer, der 2015 mit der Elfenbeinküste die Afrikameisterschaft gewann, wurde vom AS Rom zunächst für eine Saison ausgeliehen, kann aber anschließend gekauft werden. Zusammen mit Marc Janko bildet Doumbia das neu formierte Sturmduo bei Basel. Zwei vielversprechende junge Spieler hat außerdem der FC Sion unter Vertrag, nämlich den 23-jährigen Senegalesen Moussa Konaté und den 20-jährigen Schweizer Edimilson Fernandes. Der letztjährige Torschützenkönig der Super League ist allerdings nicht mehr in der Schweiz aktiv, Munas Dabbur, einst Grasshoppers Zürich, ging im Sommer zu RB Salzburg.

 

Wer sind die Top-Transfers?

Die 27,5 Millionen Euro, die der FC Basel vom FC Schalke 04 für Breel Embolo kassierte, investierte der Serienmeister gleich in acht neue Spieler. Der teuerste unter ihnen war der Innenverteidiger Éder Balanta, der für 3,5 Millionen Euro von River Plate Argentinien kam. Außerdem wechselten unter anderem Mohamed Elyounoussi von Molde FK, Geoffrey Serey Dié vom VfB Stuttgart und Blás Riveros vom Club Olimpia aus dem paraguayischen Asunción zum Schweizer Rekordmeister.

Und wer sind die namhaftesten Trainer?

Urs Fischer hat gleich in seiner ersten Saison 2015/2016 mit dem FC Basel die Meisterschaft gewonnen – sein erster Titel als Trainer, nachdem er als Spieler im Jahr 2000 mit dem FC Zürich den Schweizer Pokal holte. Mit Markus Babbel vom FC Luzern und Joe Zinnbauer vom FC St. Gallen werden zwei Clubs der Super League von Deutschen trainiert, außerdem betreut Adi Hütter, der Ex-Coach von Altach, Grödig und Salzburg, seit September 2015 die Young Boys Bern.

 

Welche Fun Facts brauche ich für den Stammtisch?

Zum ersten Mal seit der Saison 1989/1990 ist in der Schweizer Super League nur ein Club aus Zürich vertreten. Nachdem der FC Zürich im Sommer absteigen musste, sind die Grasshoppers der einzige erstklassige Vertreter der größten Stadt des Landes.

 

Was ist bisher schon passiert?

Ein Blick auf die Tabelle nach zwei Spieltagen zeigt wenig Überraschendes: Mit vollen sechs Punkten und einer Tordifferenz von +7 thront der FC Basel bereits wieder auf dem ersten Rang. Gefolgt wird er vom punktgleichen FC Luzern, danach klafft schon eine Lücke von drei Punkten.

 

Wann fallen die Entscheidungen?

Nach 36 Spieltagen endet die Saison in der Schweiz – in der aktuellen Spielzeit wird dies am 2. Juni 2017 sein.