Die Eredivisie erlebte schon glanzvollere Zeiten
Mit dem Spiel Nijmegen gegen Zwolle startet heute Abend die niederländische Eredivisie in die neue Saison. Was nach wenig Glamour klingt, ist auch so. Den Glanz früherer Tage hat die Eredivisie nicht mehr. Das heißt aber nicht, dass es nicht spannend wi
Wer verteidigt den Meistertitel?
In einem Herzschlagfinale holte PSV Eindhoven in der vergangenen Saison den Titel. Vor dem letzten Spieltag war Eindhoven punktgleich mit Ajax Amsterdam, wobei jedoch die bessere Tordifferenz für die Hauptstädter sprach. Noch dazu traten diese beim Tabellen-Vorletzten BV De Graafschap an. Weil Ajax aber stolperte und nur zu einem 1:1 kam, zog Eindhoven noch vorbei und holte die 23. Meisterschaft sowie die zweite in Folge.
Welche Teams sind neu in der Liga?
Den Aufstieg aus der Eerste Divisie in die Eredivisie schafften Sparta Rotterdam und die Go Ahead Eagles Deventer. Beide konnten bereits mehrfach die niederländische Meisterschaft gewinnen: Rotterdam sechs Mal, zuletzt 1959, und Deventer vier Mal, allerdings seit 1933 nicht mehr.
Wer sind die Favoriten auf die Meisterschaft?
Zuletzt wurde in der Saison 2009/2010 ein Club Meister in den Niederlanden, der nicht Ajax Amsterdam oder PSV Eindhoven war. Man muss also kein Hellseher sein, um zu erkennen, dass das Meisterrennen auch in der kommenden Saison zwischen diesen beiden Vereinen ausgetragen wird. Außenseiterchancen hat wohl einzig Feyenoord Rotterdam.
Wer sind die Stars der Liga?
Nach internationalen Top-Stars sucht man in der Eredivisie vergeblich. Allerdings sind Ajax, PSV und Co. bekannt dafür, stets neue Talente hervorzubringen, die nach ein paar Jahren an europäische Spitzenclubs weitergegeben werden. Der erst 19-jährige Riechedly Bazoer von Ajax Amsterdam gehört dazu, ebenso wie sein drei Jahre älterer Team- und Nationalmannschaftskollege Davy Klaassen.
Wer sind die Top-Transfers?
Ajax Amsterdam hat sich für den neuerlichen Angriff auf die Meisterschaft vor allem in Kolumbien umgeschaut und für zwei Spieler recht tief in die Tasche gegriffen. So ließ sich der Club den Stürmer Mateo Cassierra von Deportivo Cali 5,5 Millionen Euro kosten, und für den Innenverteidiger Davinson Sánchez zahlte er 5 Millionen an Atlético Nacional. Letzterer war auch beim FC Barcelona im Gespräch, allerdings sagte er dort kurzfristig ab, weil er nicht für die Reservemannschaft der Spanier auflaufen wollte. Vor einigen Tagen füllt Ajax aber seine Kassen wieder ordentlich auf, der Verkauf des polnischen Nationalstürmers Arkadiusz Milik zum SSC Neapel brachte 32 Millionen Euro ein.
Und wer sind die namhaftesten Trainer?
Zwei Mannschaften werden derzeit von ehemaligen niederländischen Nationalspielern trainiert, die jeweils auf mehr als 100 Länderspiele kommen. Zum einen ist dies Phillip Cocu von PSV Eindhoven, der als Spieler unter anderem Meister mit dem FC Barcelona geworden ist. Zu anderem wird Feyenoord von Giovanni van Bronckhorst betreut, der ebenfalls mit Barça, aber auch mit dem FC Arsenal und den Glasgow Rangers die nationale Meisterschaft gewann. Interessant ist die Personalie Peter Hyballa: Der Deutsche war lange Jugendtrainer –unter anderem bei Borussia Dortmund, wo er Spieler wie Mario Götze betreute. Seine erste Station im Profigeschäft war ab Sommer 2012 Sturm Graz, wo Hyballa nach nicht einmal einem Jahr wegen Erfolglosigkeit entlassen wurde. Bei NEC Nijmegen unternimmt der Trainer nun seinen zweiten Anlauf bei den Profis.
Welche Fun Facts brauche ich für den Stammtisch?
Der Trainerjob scheint in den Niederlanden nicht unbedingt beständig zu sein. Gerade etwas mehr als drei Jahre ist der dienstälteste Coach Ron Jans von PEC Zwolle im Amt. Zum ersten Mal seit acht Jahren spielen die drei größten Clubs aus Rotterdam, nämlich Feyenoord, Excelsior und Sparta, gleichzeitig in der Eredivisie.
Wann geht die Saison los?
Die niederländische ist die erste der größten sechs europäischen Ligen, die den Spielbetrieb aufnimmt. Am 5. August um 20 Uhr treffen NEC Nijmegen und PEC Zwolle aufeinander.
Wann fallen die Entscheidungen?
Der 34. und letzte Spieltag findet am 14. Mai statt, dann stehen auch der Meister, jeweils ein Qualifikant für Champions League und Europa League sowie ein Absteiger (der Tabellenletzte) fest. Anschließend finden noch Playoffs um einen weiteren Europa-League-Platz und den Abstieg in die Eerste Divisie statt.