'Zu kurzfristig': Schärfster Ligenreform-Kritiker fehlt bei Klub-Konferenz

Heute vor dem ÖFB-Cup-Finale wurde in Klagenfurt im Rahmen einer Bundesliga-Klubkonferenz die Zukunft des Ligenformats intensiv diskutiert. Christoph Peschek, einer der schärfsten Kritiker in den vergangenen Tagen, ließ sich wegen des zu “kurzfristig ange

 

Vor dem Spiel zwischen Red Bull Salzburg und Admira Wacker, das um 20:30 vor eine bescheidenen Kulisse über die Bühne gehen wird, tagten die Bundesliga-Klubchefs und wollen eine Vorentscheidung rund um DAS Thema der vergangenen Wochen herbeiführen. Dabei wurden die Vor- und Nachteile des aktuellen Formats 10/10, der möglichen Alternativen 12/16 und 14/16, sowie die möglichen Umsetzungszeitpunkte umfassend vorgestellt.

 

Nach der ausführlichen Präsentation der Modelle wurden offene Fragen von Klub- und Bundesliga-Vertretern behandelt und diskutiert. “Eine grundsätzliche Reformbereitschaft ist bei den Klubs gegeben. Die nächsten Tage sollen dazu genützt werden, um weitere Detailausarbeitungen, Rahmenbedingungen sowie den Umsetzungszeitpunkt zu konkretisieren”, heißt es in einer Aussendung der Bundesliga.

 

„Es geht in dieser Diskussion nicht um Einzelinteressen, sondern um das Wohl und die wirtschaftliche Stabilität des österreichischen Fußballs. Bei der heutigen Sitzung wurden die Alternativmodelle professionell und ausführlich behandelt und ich bin zuversichtlich, dass wir mit Ende Mai eine Beschlussfassung haben werden”, sagt Bundesliga-Präsident Hans Rinner nach der Sitzung.

 

Sein Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer ergänzte: “Das Thema Ligenformat begleitet den österreichischen Fußball bereits seit Jahrzehnten und wird es auch weiterhin. Nachdem die wirtschaftlichen Herausforderungen, insbesondere in der Sky Go Ersten Liga, zunehmend schwieriger werden, liegt es in unserer Sorgfaltspflicht, jetzt über alle Möglichkeiten nachzudenken.“

 


Kontroverse Meinungen im Vorfeld
Viele der Protagonisten haben sich dabei in den vergangenen Wochen zu Wort gemeldet, dabei gab es kontroversielle Ansichten, wie die Liga der Zukunft aussehen könnte. Manchmal wurde dabei auch der Eindruck vermittelt, die Liga arbeite an einer „Husch-Pfusch-Lösung“, doch eigentlich wird an dem Thema seit Jänner gearbeitet – und nicht erst seit Ende April, als Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer taktisch ungeschickt die Diskussion unabgestimmt auch in die Öffentlichkeit transportierte.

 

Scharf Kritik von Rapid

Von dieser Vorgehensweise fühlten sich zunächst Erwin Fuchs und Hubert Nagel überrollt, dementsprechende Wortmeldungen folgten. Vor wenigen Tagen meldete sich dann schließlich auch Rapid-Präsident Michael Krammer zu Wort und sparte im Kurier-Interview auch nicht mit zum Teil untergriffigen Statements in Richtung Bundesliga („Kann dort jemand ,Marketing‘ überhaupt buchstabieren?“). Wenige Tage später schossen die Hütteldorfer mit einem offenen Brief von Rapid-GF Christoph Peschek und Sportdirektor Andreas Müller nach.

 

Peschek auf Urlaub
Pikant: Weder Peschek noch Krammer waren bei der heutigen Klub-Konferenz zur Zukunft dabei, wie laola1.at heute berichtet hat und von der Rapid-Pressestelle gegenüber 90minuten.at auch bestätigt wurde. Während Krammer selten bis nie an Klub-Konferenzen teilnimmt, ist die Abwesenheit bei Peschek eine Ausnahme: „Christoph Peschek ist auf Urlaub und nachdem der Termin zu kurzfristig einberufen wurde (Anm. der Redaktion: Anfang Mai wurde der Termin einberufen), konnte man diese Terminkollision nicht mehr verhindern“. Statt Peschek war daher Raphael Landthaler, Rapids Finanzverantwortlicher, vor Ort in Klagenfurt. Die sportliche Sicht der Hütteldorfer wurde von Teammanager Stephan Ebner vertreten. „Dies war in den vergangenen Konferenzen auch so.“ Die Abwesenheit von Peschek sei nicht besonders schlimm, heißt es von Rapid-Seite, da die beiden Vertreter vor Ort inhaltlich voll und ganz über die Ansichten der Hütteldorfer informiert sind.

 

Für Krammer und den Rest der Liga wird es dann laut Rapid Ende Mai wieder spannend, wenn der Bundesliga-Aufsichtsrat zusammentrifft, um die Ligen-Reform abzusegnen (oder auch abzuschießen), denn die weitere Vorgehensweise sieht eine gemeinsame Klubkonferenz, abermals in Klagenfurt, am 31. Mai vor. Dem Vernehmen hat Rapid in Klagenfurt mit Ebner und Landthaler weiterhin die Devise vertreten, einer raschen Ligenreform, die bereits 2017/18 in Kraft treten soll, nicht zuzustimmen.Ob der heute an den Tag gelegte Optimismus von Präsident Rinner nur vorgetäuscht war, wird man dann sehen.