Darum braucht jede Mannschaft einen Yaya Tourè
In den vergangenen Wochen machten immer wieder Gerüchte die Runde, dass Yaya Tourè Manchester City verlassen könnte, um sich einer neuen Herausforderung zu stellen. Klubs wie Inter Mailand wurden als mögliches Ziel genannt. Eine Analyse, warum sich wohl j
Athletik
Yaya Tourè ist ein Spielmacher im klassischen Sinn, also ein sogenannter „Sechser", der sich irgendwo zwischen der Abwehrkette und den Offensivspielern aufhalten soll, um den Spielaufbau anzukurbeln. Genau das macht er auch, aber in einer unnachahmlichen Art und Weise. Natürlich gibt es auf seiner Position auch andere Spieler mit dem Prädikat Weltklasse. Etwa Luka Modric, Toni Kroos, Sergio Busquets oder auch Arturo Vidal. Was Tourè allerdings auszeichnet, ist eine sehr ausgeprägte Physis. Mit einer Körpergröße von 1,91 Metern und einem Kampfgewicht von 90 Kilogramm ist es für jeden Gegenspieler von Beginn an nicht einfach, einen Zweikampf gegen ihn zu gewinnen. Der körperliche Kontakt mit Gegenspielern ist zudem eine Sache, die der Kapitän der Nationalmannschaft der Elfenbeinküste sehr gerne sucht. Immer wieder entstehen Spielsituationen, wo Tourè zwei, drei Gegenspieler auf sich zieht um dann mit ganz einfachen, aber sehr schwer zu verteidigenden Bewegungen Gefährlichkeit kreieren kann. Und wenn der 32-Jährige in der Nähe der Strafraumgrenze einen Ball erhält, wird es brenzlig für den Gegner. Er liebt es, mit einem Doppelpass einen oder mehrere Gegner zu überwinden, um dann mit nur wenigen Schritten seine Körperlichkeit auszunutzen und zum Abschluss zu kommen. Weiters zu erwähnen ist seine Bereitschaft für den Zug zum Tor. Mehrmals pro Spiel setzt der defensive Mittelfeldspieler zum Sprint an und taucht auf einmal im Strafraum auf. Teilweise geht er dafür sogar 40 bis 50 Meter mit dem Ball. Ein Xabi Alonso oder Sergio Busquets würden so etwas vermutlich nicht machen.
Schusstechnik
Ein weiterer, absoluter Pluspunkt ist seine ausgereifte Schusstechnik. Zwar lesen sich seine Leistungsdaten mit zehn Toren und einer Vorlage in 28 Premier-League-Spielen eher durchschnittlich, aber das hat seine Gründe. Sobald Manchester City in der Nähe des Strafraums auftaucht, positioniert sich Tourè nahe der Strafraumgrenze und lauert auf den Abschluss. Sollte es tatsächlich dazu kommen, braucht man als gegnerische Mannschaft zumindest zwei Dinge. Erstens, einen sehr guten Torwart und zweitens einen Gegenspieler der bereit ist, sich in den Schuss zu werfen. Was ihn noch unberechenbarer macht, ist die Tatsache, dass er sowohl mit dem rechten als auch mit dem linken Fuß nahezu gleich gut schießen kann. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal für einen Mittelfeldspieler ist seine Bereitschaft von nahezu überall den Abschluss zu suchen. Tourè entscheidet zumeist intuitiv und für den Gegner oft unberechenbar, ob ein Pass zu einem Gegenspieler oder der eigene Torschuss die bessere Variante ist. Sollte er sich für Variante zwei entscheiden, könnte ein Distanzschuss oder ein kürzerer Abschluss nach einem Doppelpass folgen. Hierbei präsentiert er sich allerdings auch sehr oft uneigennützig und spielt lieber den Pass in die Gasse, als selbst sein Glück zu suchen, was eine weitere große Stärke darstellt.
Die Gabe, ein Spiel in Sekundenbruchteilen lesen zu können
Die Gabe ein Spiel zu lesen zu können, sollte nach Möglichkeit jeder Fußballspieler haben. Speziell für Mittelfeldspieler ist diese Eigenschaft auf höchstem Niveau unerlässlich, da sie es sind, die über Erfolg oder nicht Erfolg entscheiden können. Spieler wie Andrea Pirlo oder Bastian Schweinsteiger beherrschen zeigen es seit Jahren vor. Yaya Tourè entscheidet innerhalb von wenigen Augenblicken, ob es nun Sinn macht das Spiel ein wenig zu verzögern, eine Flanke über das halbe Feld zu machen oder selbst in Ballbesitz zu bleiben. Seine Stärken hat der der Mann mit der Nummer 42 auch bei Standardsituationen. Nicht nur Ronaldo, Messi oder Pirlo können mittels Freistößen Tore erzielen. Gerade beim Thema Freistoß ist bei Yaya Tourè ein weiteres Alleinstellungsmerkmal zu entdecken. Während der Schiedsrichter die Spieler in der Mauer zurechtweist, stellt sich der Mittelfeldmann ungefähr drei Meter vom Ball entfernt auf. Mit nur drei Schritten Anlauf zirkelt er das Leder mit hoher Geschwindigkeit und sehr viel Präzision in Richtung Tor. Gefährlich wird er dabei nahezu immer. Neben seiner Kopfballstärke bei Eckbällen, sei auch erwähnt, dass er noch nie in seiner Karriere einen Elfmeter vergeben hat.
Fazit
Aufgrund der eben genannten Gründe ist Yaya Tourè als einer der besten Mittelfeldspieler seiner Zeit einzuordnen. Afrikas vierfacher Fußballer des Jahres (en suite) ist kein Goalgetter. Aber er ist ein sehr spektakulärer Spieler, von dem man sich den ganzen Tag Videos auf YouTube ansehen könnte und es dabei zu keiner Zeit langweilig wird. Grundsätzlich ist es schwer zu verstehen, dass er nicht unbedingt eine der heißesten Aktien auf dem Transfermarkt ist, sondern eher Spieler wie Paul Pogba, Cristiano Ronaldo oder Gareth Bale die Headlines der Sportzeitungen zieren, denn ihm stehen mit Sicherheit noch drei oder vier Jahre auf höchstem Niveau bei Verletzungsfreiheit bevor. Sollte es Inter Mailand tatsächlich gelingen, Yaya Tourè zu verpflichten, dürfte ein großer Schritt in Richtung Erfolg gemacht sein, denn er ist kein Spieler auf den das Team besonders eingestellt werden muss. Es genügt lediglich seine Präsenz auf dem Platz und daher ist Yaya Tourè für jedes Team der Welt mehr als brauchbar.