Kitagawa muss noch warten - Kühbauers eigenartiges Verständnis von Selbstvertrauen
Die Rapid-Premiere von Neuzugang Koya Kitagawa wird wohl auch noch nicht gegen Graz über die Bühne gehen. Indes hat Rapid-Trainer Didi Kühbauer ein eigenartiges Verständnis von Selbstvertrauen.
Von Michael Fiala
Vor dem Spiel zwischen Sturm Graz vs Rapid am Sonntag gab es bei den Hütteldorfern einige Fragezeichen bezüglich einiger Personalien. Rapid-Trainer Didi Kühbauer meinte, angesprochen auf die Fitness des Rapid-Kapitäns: "Stefan Schwab ist auf alle Fälle wieder dabei, er ist nach seiner leichten Verletzung wieder einsatzbereit. Der eine oder andere könnte auch dazu kommen, wir haben viele gute Spieler und es ist schön für einen Trainer die Qual der Wahl zu haben."
Kitagawa wohl noch nicht dabei
Zu einem möglichen Debüt von Neuzugang Koya Kitagawa, der bereits spielberechtigt ist, sagt Kühbauer: "Man merkt von Tag zu Tag, dass er besser wird, trotzdem glaube ich, dass es so kurzfristig noch nicht reicht, aber ich bin guter Dinge, dass er uns in den nächsten Wochen sehr wohl schon helfen kann."
Nach seinem schweren Crash in der ersten Runde gegen RB Salzburg mit nachfolgender Gehirnerschütterung wieder voll fit ist Torhüter Richard Strebinger. Der 26jährige Keeper meint: "Ich bin froh, dass ich wieder 100 Prozent fit bin und ich so rasch wieder am Platz war. Ich hätte es gerne noch schneller gehabt und habe mich gleich wieder wohl gefühlt, auch bei den Duellen Eins gegen Eins. Jetzt freue ich mich auf die Begegnung in Graz. Dort ist immer überragende Stimmung, beide Fangruppen machen das Stadion bei unseren Spielen normal zu einem Hexenkessel, da geht es immer richtig ab. Auch auf dem Rasen geht es normalerweise immer heiß und auch knapp her. Sturm ist eine Mannschaft, die - gerade wenn sie in Führung geht - sehr kompakt steht. Ich bin sicher, dass wir von unserem Trainerteam ideal eingestellt werden um die richtigen Mittel zu finden, die starke Grazer Defensive zu durchbrechen. Ich bin optimistisch, dass wir uns weiter verbessern und am Sonntag die drei Punkte mit nach Wien nehmen", so der Niederösterreicher.
150. Spiel für Max Hofmann?
Ein Jubiläum feiern könnte Verteidiger und Eigenbauspieler Maximilian Hofmann. Der seit wenigen Tagen 26jährige steht vor seinem 150. Pflichtspiel für Grün-Weiß (am Sonntag wird in Graz allerdings in den Gründungsfarben Blau-Rot gespielt), bislang konnte er dabei sechs Treffer erzielen. Sein Debüt feierte er in der letzten Runde der Saison 2012/13, als er vom damaligen Cheftrainer Zoran Barisic in der letzten Minute bei einem 3:0-Heimsieg gegen die SV Ried im Gerhard-Hanappi-Stadion für Stefan Kulovits (wechselte danach nach Sandhausen, Anm.) eingewechselt wurde. Seinen ersten Einsatz in der Start-11 beging der Wiener übrigens in Graz, damals stand er allerdings nur wenige Sekunden auf dem Platz, wurde er doch nach einer Notbremse am späteren Rapid-Goalgetter RobertBeric schon in der ersten Minute ausgeschlossen. Trotz Unterzahl und Rückstand (der verhängte Elfmeter nach dem Foul wurde verwandelt) konnte Rapid damals mit 4:2 in der nunmehrigen Merkur Arena gewinnen, von den damals eingesetzten Spielern steht bei Grün-Weiß neben Maximilian Hofmann nur mehr Mario Sonnleitner, der nach seiner Verletzung nun wieder im Mannschaftstraining steht, in Hütteldorf unter Vertrag.
Selbstvertrauen getankt oder nicht?
Ein wenig eigenartig ist die Ansage von Didi Kühbauer, wonach die Spieler nach dem Sieg Selbstvertrauen getankt haben sollen. Wortwörtlich meinte Kühbauer: "Obwohl die Leistung letzten Samstag gegen Altach nicht die beste war, sollten wir durch diesen Sieg Selbstvertrauen getankt haben." Offenbar hat Kühbauer vergessen, dass die Fans nach dem Altach-Spiel die Mannschaft gnadenlos ausgepfiffen haben. Zudem meinte Kühbauer nach dem Spiel selbst: "Das Spiel hat mir zu denken gegeben. Wir waren nicht physisch präsent. Man muss auch im Spiel gegen den Ball alles tun, das habe ich nicht erkennen können. Das hat mich maßlos geärgert. So kann man nicht auftreten", betonte Kühbauer. Inwiefern dieses Spiel also das Selbstvertrauen der Rapid-Kicker erhöht haben soll, ist mehr als fraglich.
++ Live-Score Sturm Graz vs Rapid
Die Spieler des @skrapid wurden nach dem Spiel gegen Altach:
— MA (@MomoFalco) August 16, 2019
1) von den Fans gnadenlos ausgepfiffen
2) vom eigenen Trainer medial & frontal attackiert
Trotzdem geht Kühbauer in der heutigen Presseaussendung davon aus, dass seine Mannschaft Selbstvertrauen getankt haben sollte. pic.twitter.com/4hJjRxahT8