Borussia Dortmund jagt Bayern München
Ein Zweikampf mit Ansage: Borussia Dortmund hat viel Geld in die Hand genommen, um die achte Meisterschaft des FC Bayern in Folge zu verhindern. Am Freitag geht die neue Saison in der deutschen Bundesliga an den Start.
Von Alexander Kords
Die Favoriten auf die Meisterschaft: Geht es nach den Fans von Borussia Dortmund, dann war die vergangene Saison eine Generalprobe. Mit bis zu neun Punkten Vorsprung führte ihr Herzensclub die Tabelle vor Bayern München an, verlor im Schlussspurt allerdings noch den Titel. Letzteres soll im Sommer 2020 nicht passieren, weshalb der BVB auf dem Transfermarkt enorm aktiv war (siehe unten). Als Titelfavorit geht jedoch einmal mehr der FC Bayern an den Start, hat er doch in den vergangenen sieben Spielzeiten die Meisterschaft geholt.
Die Kandidaten für Europa: Im Windschatten des erwarteten Meisterschaftsduells zwischen Bayern und Dortmund melden vor allem zwei Clubs Ansprüche auf die Champions-League-Teilnahme an: Bayer Leverkusen und RB Leipzig, das sich mit Julian Nagelsmann prominent auf der Trainerposition verstärkt hat. Neue Männer an der Seitenlinie gibt es auch bei Borussia Mönchengladbach (Marco Rose), dem VfL Wolfsburg (Oliver Glasner) und dem FC Schalke 04 (David Wagner), wodurch diese Vereine wohl ebenfalls ins Rennen um die Europacup-Plätze eingreifen werden.
Die potentielle Überraschung: Eintracht Frankfurt befand sich bis kurz vor Ende der Vorsaison auf Champions-League-Kurs, musste sich dann aber mit dem enttäuschenden siebten Tabellenplatz zufrieden geben. Noch dazu verlor Adi Hütter im Sommer seine beiden Stars Luca Jović (für 60 Millionen Euro zu Real Madrid) und Sébastien Haller (für 40 Millionen Euro zu West Ham United), die mit 32 Toren einen wesentlichen Anteil am Höhenflug der vergangenen Spielzeit hatten. Doch Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic hat schon einige Male durch geschickte Transfers für Aufsehen gesorgt. Neben der festen Verpflichtung der Leihspieler Martin Hinteregger (vom FC Augsburg), Kevin Trapp (von Paris Saint-Germain) und Sebastian Rode (von Borussia Dortmund) holte Bobic diesmal unter anderem Weltmeister Eric Durm und die neue serbische Sturm-Hoffnung Devan Joveljić. Schlagen die Neuzugänge einmal mehr ein und kann die Eintracht ihren kroatischen Vize-Weltmeister Ante Rebić halten, dann könnte ihr Weg erneut in Richtung Spitze führen.
Die Stars: Ein wahrer Torgarant ist der Pole Robert Lewandowski in Diensten des FC Bayern München. Vier Mal konnte er sich schon die Torjägerkrone sichern, zuletzt war er zwei Mal in Serie der beste Torschütze der Bundesliga. Zum Spieler der Saison 2018/2019 wurde jedoch ein anderer gewählt: Marco Reus, der mit Borussia Dortmund nur knapp die Meisterschaft verpasst hat. Seinem erst 19 Jahre alten englischen Teamkollegen Jadon Sancho wird ebenso eine glänzende Zukunft vorausgesagt wie dem 20-jährigen Deutschen Kai Havertz von Bayer Leverkusen. Im Blick sollte man ebenso Timo Werner von RB Leipzig und Ante Rebić von Eintracht Frankfurt behalten.
Die Top-Transfers: Für die deutschen Sportmedien scheint es seit Wochen kaum ein wichtigeres Thema zu geben als die Inaktivität des FC Bayern auf dem Transfermarkt. Dabei haben die Münchner bereits die beiden teuersten Bundesliga-Einkäufe des Sommers getätigt. Der Franzose Lucas Hernández, der von Atlético Madrid kam, ist mit 80 Millionen Euro sogar der teuerste Spieler, den je ein deutscher Fußballverein gekauft hat. Dazu haben die Bayern 35 Millionen Euro für Benjamin Pavard an den VfB Stuttgart überwiesen. Die deutschen Transferkönige des Sommers sind allerdings die Verantwortlichen von Borussia Dortmund. Ihren geplanten Angriff auf die Meisterschaft untermauerten sie mit Ausgaben in Höhe von fast 130 Millionen Euro. Vier Spieler kosteten dabei mehr als 25 Millionen Euro, nämlich Mats Hummels (30,5 Millionen Euro, von Bayern München), Thorgan Hazard (25,5 Millionen, von Borussia Mönchengladbach), Nico Schulz (25,5 Millionen, von TSG Hoffenheim) und Julian Brandt (25 Millionen von Bayer Leverkusen). In die Phalanx der Platzhirsche mischt sich Bayer Leverkusen, das Kerem Demirbay für 32 Millionen Euro vom Ligakonkurrenten Hoffenheim geholt hat.
Der Zeitplan: Traditionell bestreitet der amtierende Meister das Saisoneröffnungsspiel der deutschen Bundesliga. Diesmal haben es die Münchner Bayern am 16. August 2019 mit Hertha BSC aus Berlin zu tun. Ob sie sich erneut den Titel sichern können, steht am 16. Mai 2020 fest – dem Austragungstermin für den 34. und letzten Spieltag. In die Winterpause geht die Liga kurz vor Weihnachten, am Wochenende vom 18./19. Jänner 2020 kehren die Teams wieder auf den Rasen zurück.
Die Highlight-Partien: Besonders heiß erwartet werden natürlich die Duelle zwischen den Meisterkandidaten Bayern München und Borussia Dortmund. Am 9. November 2019 treffen die Teams in München aufeinander, das Rückspiel steigt am 4. April 2020 in Dortmund. Wohl nicht meisterschaftsentscheidend, aber nicht minder emotional wird es beim Ruhrderby zwischen Dortmund und Schalke 04 zugehen. Die Gelsenkirchener haben am 26. Oktober 2019 Heimrecht, der BVB am 14. März 2020.
90minuten.at-Partner tipp3 hat seine Kunden befragt, die eine sehr spannende Bundesliga erwarten: 47 Prozent rechnen wieder mit den Bayern, 36 Prozent mit Dortmund und immerhin 11 Prozent mit Leipzig!