Ratloser DFB: Wer will noch den Weltmeister sehen?
Nur 27.000 Tickets wurden vor dem Spiel zwischen Deutschland und San Marino abgesetzt. Dem deutschen Team laufen die Fans davon. Der DFB scheint noch ratlos zu sein.
Seit Jahren wird in Österreich darüber diskutiert, warum das Zuschauerinteresse bei Fußball-Spielen geringer geworden ist. Nun haben diese Diskussionen auch Deutschland erreicht. Vor wenigen Tagen hat die DFL im Rückblick auf die aktuelle ein sinkendes Zuschauerinteresse hinnehmen müssen.
Nur 27.000 Tickets abgesetzt
Und nun droht das Spiel in Nürnberg zwischen Deutschland und San Marino zum Minus-Rekord zu werden: Lediglich 27.000 Tickets wurden im Vorfeld abgesetzt. Weniger Zuschauer gab es schon lange nicht mehr: Am 24. März 2001 hatten sich 22.500 Zuschauer zum 2:1 gegen Albanien in Leverkusen eingefunden.
Der Zuschauerschwund in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren leise angekündigt und ist nun bittere Realität. Dass man beim DFB bei Pressekonferenzen mittlerweile sogar von einem Wunschziel von 30.000 Tickets spricht, zeigt, wie sehr sich die Zeiten geändert haben. Denn: Von 2003 bis 2008 waren 22 Pflichtheimspiele des deutschen Teams in Serie ausverkauft.
Kleinere Spielorte als Lösung?
"Wir beobachten und machen uns Gedanken", so DFB-Teammanager Oliver Bierhoff, der versteht, "dass nicht jedes Länderspiel ausverkauft sein kann." Immer häufiger werden kleinere Spielorte gefordert, um das Angebot zu verknappen. Doch Bierhoff winkt ab. Dies sei nur schwer realisierbar, da "technische Aspekte wie Sicherheit und Doppelproduktionen bei den Fernsehstationen zu beachten sind, die nur schwer umzusetzen sind.“ Zusatz: „Mittlerweile herrscht bei Länderspielen so ein riesen Aufwand, dass man auch nicht mehr die freie Wahl hat, die man sich vorstellt.“
Außerdem meint Bierhoff: „Wir haben festgestellt, dass die teuren Karten nicht das Problem, sondern der Absatz der billigen Karten schwierig ist.“