Foto: © GEPA Reportage / Juli

Uefa veröffentlicht Bericht zu Einfluss von Red Bull bei Salzburg und Leipzig

Die UEFA hat nun wie angekündigt den Bericht zum Einfluss von Sponsor bzw. Eigentümer Red Bull auf Salzburg und Leipzig veröffentlicht.

 Seit 20. Juni ist es klar: Auch RB Leipzig darf an der Champions League teilnehmen. Zuvor gab es Wochen und Monate der Spekulation, ob der Einfluss von Red Bull auf beide Vereine groß bzw. zu groß sei und möglicherweise nur Red Bull Salzburg wird antreten dürfen. Bzw. was dann im Fall der Fälle passiert und Salzburg möglicherweise zu Gunsten von Leipzigs verzichten würde.

 

Im Mai sah es schlecht aus

Der Bericht zeigt: Es sah bis in den Mai hinein – wie von der New York Times im Juni berichtet – nicht gut aus für Leipzig. „Die unabhängigen Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers hatten zahlreiche Punkte festgestellt, die darauf hinwiesen, dass die Integrität des Wettbewerbs durch die Verbindungen der Klubs zum Getränkehersteller gefährdet sei und das Brauseunternehmen auf beide Vereine übermäßigen Einfluss ausüben könnte“, schreibt die Tageszeitung Welt in einem aktuellen Artikel.

 

So wurde etwa kritisiert, dass der Einfluss von Red Bull auf die Mitgliederversammlung von Salzburg zu groß und die Sponsorensumme an Salzburg zu hoch sei. Zudem würde Salzburg Stadion und Geschäftsstelle bei einer Tochtergesellschaft von Red Bull anmieten. Der Einfluss von Red Bull auf Leipzig war sowieso gegeben. Weiters stellten die Prüfer fest, dass es einen Kooperationsvertrag zwischen den beiden Klubs gäbe und der Anteil der Transfers zwischen beiden Klubs sehr hoch ist. Und: Mitarbeiter hätten Positionen in beiden Klubs besetzt. Nicht zuletzt Ralf Rangnick noch vor einiger Zeit. Auch nicht förderlich war die Tatsache, dass sich Red-Bull-Eigentümer Didi Mateschitz des Öfteren zu strategischen Fragen von beiden Klubs öffentlich geäußert hatte.

 

Empfehlung: Nur Salzburg darf starten

Summa summarum führte dies dazu, dass der Chefermittler der Uefa-Finanzkontrollkammer für Klubs (FKKK), Yves Leterme, am 26. Mai die Empfehlung ausgab, dass nur Salzburg die Spielgenehmigung für die Saison 2017/18 auszustellen sei. Der Akt wurde danach an an die rechtsprechende Kammer der FKKK weitergeleitet.

 

Das war gleichzeitig dem Vernehmen auch der Startschuss für ein hektisches Treiben vor und hinter den Kulissen in Salzburg und Leipzig. Salzburg musste sich noch mehr von Red Bull trennen als bisher bereits gemacht: Rudolf Theierl trat am 16. Mai, an dem Tag an dem den Klubs die Einschätzung von PricewaterhouseCoopers mitgeteilt wurde, gleich zurück. Andere Mitarbeiter von Red Bull mussten ihre Positionen beim Klub dem Artikel zufolge aufgeben - was jedoch bisher nicht bestätigt werden konnte. Weiters wird von Leihgeschäften zwischen Salzburg und Leipzig berichtet, die beendet wurden, der Kooperationsvertrag zwischen beiden Klubs wurde beendet. Die Salzburger mussten außerdem die Statuten in Bezug zur Beschlussfähigkeit der Generalversammlung ändern und der Sponsoringvertrag mit Red Bull wurde reduziert, was wenige Tage später auf einer Pressekonferenz öffentlich wurde. Dem nicht genug verlor Red Bull seinen Posten im Aufsichtsrat. Mietverhältnisse mit Red-Bull-Tochteruntenehmen wurden zudem geprüft und schlussendlich das neue, internationale Trikot in Windeseile kreiert – für das neue nationale Trikot, das ident mit jenem vom Leipzig ist, war es da schon zu spät.

 

Kein übermäßiger Einfluss

Die FKKK kam danach zu dem Schluss, dass Red Bull keinen übermäßigen Einfluss auf Salzburg mehr habe. In den Regularien ist aber auch „übermäßig“ nicht genau definiert. Am 16. Juni kam es im schweizerischen Nyon schließlich zu einer Anhörung zwischen Angehörigen von FKKK, Salzburg (Stephan Reiter) und Leipzig (Oliver Mintzlaff), vier Tage später gab es das „go“ der Uefa, die aber auch verlangt hat, dass der Abnabelungsprozess fortgeführt wird.

 

>>> Bericht der UEFA

Die neuen Trikots des BVB

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