Red Bull-Rochaden: Wollen Liefering und Red Bull Salzburg die Plätze tauschen?

Auf welchen Klub setzt Red Bull, sollte die UEFA nur einen zu den internationalen Bewerben zulassen? Könnte Red Bull Salzburg fallen gelassen werden und dann durch Liefering ersetzt werden? Gedankenspiele von Georg Sander und Michael Fiala

Wenn die UEFA im Juni über die Lizenzen für die europäischen Wettbewerbe bestimmt, gibt es mehrere Szenarien. Entweder einer der von Red Bull gepushten Klubs bekommt die Lizenz oder beide. Sollte der europäische Verband die Integrität des Bewerbs durch das Antreten beider Red-Bull-Klubs gefährdet sehen, hat RB Leipzig ein Problem, denn laut UEFA-Statuten wird der besser gereihte Klub in der nationalen Meisterschaft zugelassen – und der andere nicht. In diesem Fall wäre Salzburg in der CL-Quali, Leipzig müsste zuschauen. Außer, Red Bull Salzburg verzichtet auf die Champions League, was wiederrum einen Lizenzentzug in der österreichischen Bundesliga zur Folge hätte. Und erst recht zeigen würde, dass Red Bull einen entscheidenden Einfluss auf beide Klubs hätte.

 

Salzburg blockt ab

In Salzburg wird seit eineinhalb Jahren fieberhaft an der Entflechtung des Klubs gearbeitet. Wie konkret das aussieht, ist von außen schwer zu beurteilen. Lediglich über ein paar Pressemitteilungen wurde die Öffentlichkeit darüber informiert. Interviews zu diesem Thema will die Salzburger Klubführung 90minuten.at seit Monaten nicht geben. Es ist daher kein Wunder, dass Medien seit Wochen spekulieren. 90minuten.at hat dennoch versucht, ein wenig Klarheit zu schaffen, denn ein Szenario will einigen im Fußball-Umfeld nicht mehr aus dem Kopf gehen: Wenn Salzburg wirklich auf die Champions League und die Lizenz der Bundesliga verzichten würde, könnte ja FC Liefering nachrücken. Was sagen die Klubs eigentlich dazu?

Red Bull Salzburg ist sich sicher

Für den FC Red Bull Salzburg ist auf Nachfrage gegenüber 90minuten.at klar: "Der FC Red Bull Salzburg hält sich an die in den Bewerben der Bundesliga beziehungsweise der UEFA geltenden Regeln und Richtlinien. Das heißt, wir haben uns als österreichischer Meister für die Teilnahme an der Champions League (Anm.: Qualifikation) qualifiziert und werden dort auch antreten."

Das sagt Liefering

"Für den FC Liefering ist die Sky Go Erste Liga die ideale Plattform für die Entwicklung junger Spieler, daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern", heißt es auf Anfrage beim FC Liefering. Das skizzierte Szenario wird mit einem glatten "Nein" abgekanzelt.

 

Fazit: Es gibt zwei Mal ein klares Nein, was anderes war eigentlich auch Stand heute nicht zu erwarten. Aus heutiger Sicht muss man wohl also noch viel Tee trinken und abwarten, bis die UEFA eine Entscheidung getroffen hat. Wenn diese negativ im Sinn von Red Bull ausfallen sollte, darf man aber jedenfalls gespannt sein, welches Gewicht die Meinung von Red Bull Salzburg und Liefering noch haben werden.

 

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