Frenkie Schinkels muss gehen, Fallmann noch zittern

Der SKN St. Pölten trennte sich am Montag-Abend von Sportdirektor Frenkie Schinkels. Die von Schinkels ausgesprochene Vertragsverlängerung ist zudem nicht gültig.

Es war wieder einmal so ein Auftritt von Frenkie Schinkels. Nach dem Klassenerhalt nach der Niederlage gegen Rapid (Mattersburg sei Dank), mutierte Schinkels bei der Spielpressekonferenz (siehe Video unten) zum Journalisten einer „kleinen Zeitung in St. Pölten“ und verlängerte coram publico den Vertrag von Jochen Fallmann. Dem Vernehmen nach ist das Crashen der Pressekonferenz des nicht zeichnungsberechtigten (!) Sportdirektors bei den SKN-Verantwortlichen nicht gut angekommen. Bereits gestern, Montag, verdichteten sich die Gerüchte, dass Schinkels Zeit abgelaufen sein könnte.

 

Heute, Dienstag, folgte die offizielle Bestätigung: "Angesichts der sportlichen Entwicklung in der abgelaufenen Saison sind wir nach sehr ausführlicher Analyse und Beratung zur Erkenntnis gelangt, dass eine Trennung für die weitere Entwicklung und Zielerreichung des SKN St. Pölten unumgänglich ist", begründete Präsident Gottfried Tröstl diesen Schritt. Das hat die Delegiertenversammlung des Vereins gestern abend beschlossen. 

 

"Vieles zu verdanken"

"Natürlich tut uns dieser Schritt leid, denn wir haben Frenkie Schinkels vieles zu verdanken", erklärt General Manager Andreas Blumauer: "In seiner Amtszeit haben wir den Meistertitel in der "SKY GO Erste-Liga" erreicht und sind erst im Halbfinale des ÖFB-Samsung-Cup an der Admira gescheitert."



 

Präsident Tröstl lobte Frenkie Schinkels als "einen engagiert agierenden Sportfachmann", sah den Verein nun aber unter Druck: "Wir sind jetzt an einem Punkt angelangt an dem wir einen weiteren Schritt gehen wollen, um unsere mittel- und langfristigen Ziele zu erreichen." Mit der Neubesetzung gehe es nun darum, "erneut Schwung aufzunehmen, eine klare Linie zu finden und Konstanz in unsere Weiterentwicklung zu bringen"



 

Schupp übernimmt

Ab sofort übernimmt Markus Schupp die Rolle des Sportdirektors. Der 51-jährige Deutsche lebt mit seiner Familie seit 20 Jahren in Graz, seiner letzte Station im Profifußball. In der steirischen Landeshauptstadt lief er vier Saisonen lang für den SK Sturm Graz in der Bundesliga auf und durfte mit den Steirern zwei Meistertitel und einen Cupsieg feiern. Vorher spielte er 351 mal in der deutschen Bundesliga, unter anderem für Bayern München (1 Meistertitel), den Hamburger Sportverein, Eintracht Frankfurt und seinen Stammverein, den 1. FC Kaiserslautern (1 Meistertitel, 1 Cupsieg), für den er zuletzt auch bis November 2015 als Sportdirektor tätig war.


 

„Ich freue mich auf eine spannende Aufgabe, die mich hier in St. Pölten erwartet“, so der neue Sportdirektor, der vor allem gleich einen hervorragenden Eindruck von den handelnden Personen hatte: „Die Gespräche verliefen wirklich toll – alle brennen darauf den nächsten Schritt in eine erfolgreiche Zukunft zu gehen. Und das werden wir ab sofort gemeinsam tun!“

 

Zukunft von Fallmann offen

Die Zukunft von Jochen Fallmann bei St. Pölten ist offen. Wie der Verein gegenüber 90minuten.at bestätigt, wird der neue Sportdirektor  zunächst Gespräche im Klub (auch mit Fallmann) führen und dann gemeinsam mit der Klubführung entscheiden, mit welchem Trainer die Niederösterreicher in die kommende Saison gehen. Die Entscheidung soll zeitnah in den nächsten Tagen fallen.