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Wiener Neustadt arbeitet an einer neuen „Gruam“

Trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten und einigem Abstand zur Ligaspitze plant die Stadt Wiener Neustadt gemeinsam mit dem SC Wiener Neustadt ein Stadion, das 2018 bundesligatauglich ist. Vorstand Katja Putzenlechner erklärt gegenüber 90minuten.at die D

 

Mit einer gemeinsamen Finanzierung wollen das Land Niederösterreich und die Stadt Wiener Neustadt ein kleines Stadionschmuckkästchen bereitstellen. Dieses soll zur Saison 2018/19 hin fertig sein. Medial wurden 3.500 Sitzplätze kommuniziert. Das führt bisweilen zu Missverständnissen. Katja Putzenlechner, Vorstand des SC Wiener Neustadt, klärt gegenüber 90minuten.at auf: „Man muss ganz genau lesen. Die Medien schreiben von 3.500 Sitzplätzen. Damit sind wir innerhalb der Bundesligaanforderungen, die von zumindest 3.000 Sitzplätzen spricht. Die erforderliche Gesamtkapazität beträgt 5.000, aber es gibt in jedem Stadion Stehplätze. Die Differenz zwischen den aktuell geplanten 3.500 wird mit Stehplätzen aufgefüllt.“

 

Neues Stadion mit guter Akustik
Beim Design verfolgt man einen interessanten Ansatz, damit die 5.000 Fans bestens in Szene gesetzt werden können. „Die Intention geht ganz klar in die Richtung Akustik, um bestmögliche Stimmung zu gewährleisten“, erklärt Putzenlechner, „Da gibt es auch die Idee, das Spielfeld etwas abzusenken. Wie es genau aussieht, dafür ist es noch ein bisschen zu früh, weil die Planungen aufgrund der noch offenen Beschlüsse noch im Entstehen sind.“ Eine neue „Gruam“, wie damals beim SK Sturm eventuell. Man hat sich zudem in ganz Österreich umgesehen, bei offensichtlichen Vorbildern wie der Keine-Sorgen-Arena in Ried, aber auch andernorts: „Es gibt auch in Wels ein Stadion, das relativ neu entstanden ist. Man hat sich verschiedene Varianten angesehen, um sich von allen Möglichkeiten jene Dinge anzusehen, die besonders geglückt sind und die man von den räumlichen Kapazitäten her gut umsetzen kann.“

 

Standort “Nova City“

Rund acht Millionen Euro soll das neue Stadion kosten. Einen Teil soll die Verwertung des Areals am bestehenden Standort in der Giltschwertgasse bringen: „Der Grobfahrplan sieht so aus: Aktuell beginnt die Verwertung am bestehenden Stadionareal (Anm.: Der Verkauf). Das soll im Frühjahr 2017 abgeschlossen zu sein. In einem zweiten Schritt wird am Gelände der „Nova City“ mit dem Bau des neuen Stadions begonnen.“ Die Finanzierung sieht eben vor, dass das Land Niederösterreich ein Drittel zahlt, der Rest soll durch die Verwertung des im Besitz der Stadt befindlichen Areals am alten Standort erfolgen.

 

Reserven

Nachdem man wohl nicht immer in der zweiten Liga verbleiben will und mit dem neuen Stadion auch die Möglichkeiten für die neue Bundesliga ab 2018/19 schafft, braucht es eventuell noch mehr Geld. Und da gab es ja einmal mit Frank Stronach einen Großsponsor, der wohl noch etwas überlassen hat. Putzenlechner erklärt: „Stronachrest ist ein guter Arbeitstitel. Ich denke jeder Verein versucht Reserven aufzubauen und mit diesen sparsam umzugehen. Ab und an muss man das angreifen, aber das passiert wohl in jedem Wirtschaftsunternehmen. Wir sind mit etwa 40 Mitarbeitern ein mittelständischer Betrieb. Eine Kernaufgabe ist es sicherlich, für den Fall der Fälle etwas zu haben, auf das man zurückgreifen kann. Man muss auch schauen, dass man die Reserven dann umgehend aufbaut. Wir finanzieren uns immer schon sehr stark über Sponsoren, da ist viel passiert in den vergangenen Jahren. Das ist eine Herausforderung, da Gelder zu lukrieren. Vielleicht war das früher einfacher. Wenn man aber an ein Ziel glaubt und es mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten verfolgt, kann man auch kreativ sein.“

 

Zukunftsgedanken

Was lange dauert, wird endlich gut. Der SC Wiener Neustadt will schon länger ein neues Stadion, jetzt gibt es einen Fahrplan. Laut Verein gibt es auch noch die eine oder andere Rücklage. Um dann wirklich oben mitzuspielen, braucht es nämlich noch ein Puzzleteil: Sportlichen Erfolg. Da fehlen gegenwärtig 13 Zähler auf Rang eins. Wie gut, dass es Reserven gibt.

 

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