Nachgehakt / News-Archiv / 2016

Fördertopf halbiert: Künftig 2,3 statt 4,6 Mio. Euro für die Klubs der zweiten Liga

Mit der präsentierten Liga-Reform wurde auch die Verteilung der TV-Gelder neu strukturiert. Künftig wird mit 2,3 Mio. Euro nur rund die Hälfte des bisherigen Betrags von oben und nach unten fließen, wie 90minuten.at exklusiv in Erfahrung bringen konnte. I


Viel wurde bereits über die neue Liga-Reform geredet: Schlagworte wie Meister- und Qualifikationsgruppe, Punkteteilung, Play-Off, etc. sind gefallen und wurden von Fans & Co emotional diskutiert. Wenig war bisher über die neue finanzielle Struktur der beiden Ligen bekannt. 90minuten.at hat bei Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer nachgefragt, wie sich die Einnahmen des TV-Topfs künftig auf Tipico-Bundesliga und zweite Liga aufteilen.

 

Fixbetrag statt prozentuelle Aufteilung
Bisher war es so, dass 22% der gesamten TV-Einnahmen (rund 21 Mio. Euro effektive Einnahmen), also etwa 4,6 Mio. Euro an die 10 Klubs der Sky-Go-Ersten-Liga gezahlt wurden. Der Rest geht aktuell zu 65% an die Bundesliga-Klubs (ca 1.4 Mio. Euro pro Klub) und zu 13% an die Bundesliga-Geschäftsstelle zur Deckung der Administration.

 

Künftig wird es keine prozentuelle Aufteilung mehr geben, sondern einen Fixbetrag, der an die zweithöchste Liga fließen wird (siehe Grafik). Konkret sagt Ebenbauer auf Anfrage von 90minuten.at: „Insgesamt wird die neue zweite Liga von ÖFB und Bundesliga mit einem Fixbetrag von 3,3 Mio. Euro pro Jahr gefördert. Davon muss man noch die administrativen Kosten wie Schiedsrichter, etc. abziehen. Schlussendlich bleiben mindestens 2,3 Mio. Euro über, die auf die Klubs der neuen zweiten Liga verteilt werden.“ 

 



 

Mehr Geld für Tipico, weniger für zweite Liga

Von den 3,3 Mio. Euro werden laut Ebenbauer 2,3 Mio. von der Bundesliga getragen. Basierend auf dem aktuellen TV-Vertrag heißt dies: Statt den 4,6 Mio. Euro werden die Klubs der zweiten Liga nur noch 2,3 Mio. Euro bekommen. Dafür müssen die Klubs aber auch keine Vermarktungsrechte mehr abtreten und können sich nahezu komplett selbst vermarkten, also auch TV.

 

Im Gegensatz dazu werden die Tipico-Bundesliga-Klubs künftig aus dem TV-Topf etwas mehr Geld erhalten. Neu ist zudem, dass die prozentuelle Förderung abgeschafft wurde. Sollten also die Einnahmen aus dem TV-Topf steigen, bleibt der Fixbetrag für die Zweite Liga gleich, parallel dazu steigen die Einnahmen für die Tipico-Bundesliga-Klubs.

 

Auswirkung auf die einzelnen Klubs

Interessant ist zudem, dass das Geld aus dem Topf für die zweite Liga künftig nicht allen Vereinen geöffnet wird. So werden die Amateurmannschaften der Bundesliga-Klubs keine Mittel daraus beziehen können. Zudem ist ein Drittel nur für jene Klubs vorgesehen, die auch die strengen Lizenzkriterien der Tipico-Bundesliga erfüllen. Wie sich die neue finanzielle Struktur auf die einzelnen Klubs auswirkt, hat >>> 90minuten.at hier im Detail berechnet.

 

>>> Weiterlesen - Eine Frage des Geldes: Wie sich die Reform aus finanzieller Sicht auf die Klubs auswirkt

 

 

Schon gelesen?