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Momentum am Montag: Maierhofer und die neuen Typen

Stefan Maierhofer kam, sah und verschoss einen Elfer. Aber den 'Major' holt man auch nicht nur und ausschließlich wegen seiner Tore. Leider wird er das auch nicht ewig machen.

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Der verschossene Elfer von Stefan Maierhofer, der seinen neuen Artbeitgeber WSG Tirol aus dem Cup beförderte, ist unser Momentum am Montag.

„Der Ball war ein bisschen weich“, gab Stefan Maierhofer nach dem Cup-Aus gegen Austria Lustenau zu Protokoll. Unweigerlich möchte man mit dem Zeigefinger das untere Augenlid runterziehen, wenn man das lies; aber so ist er halt.. Außerdem wird die Wattener Führung der WSG Tirol wohl jedes Cupspiel gegen den Klassenerhalt tauschen. Und wer den 'Major' holt, verpflichtet freilich ein exzentrisches Einpersonenunternehmen, nicht nur einen Stürmer.

 

Immer schon auffällig

Der 'Lange' fiel in seiner spät gestarteten Profikarriere nicht nur durch Tore oder seine Körpergröße von über zwei Metern auf. Nehmen wir etwa eine Episode aus dem Jahr 2008. Marc Janko trifft am Fließband, Maierhofer auch nicht gerade wenig. Der damalige Rapid-Stürmer sagt: „Für jedes Tor, das Marc schießt, kriegt er einen Schlecker.“ Ob Janko die Schlecker bekommen hat, ist nicht geklärt. Am selben Spieltag traf Maierhofer selbst doppelt und machte, aus welchem Grund auch immer, einen Torjubel mit einem Tattoo-Strumpf, den ihm der Sohn von Ex-Rapid-Keeper Herbert Feuerer geschenkt hatte. Auffallen, das tat Maierhofer halt immer schon. Alle weiteren großen und kleinen Auffälligkeiten des Stürmers kann jeder selbst googeln, es gibt einiges an Material.

 

Die Typen, die Typen

Was für die Liga positiv ist: Stefan Maierhofer ist einer der viel besungenen ''Typen', die vor allem ältere Fußballtrainer und Längstribünendauerkartenbesitzer stets vermissen – oder Trainer, wenn es einmal nicht rundläuft und die Scheiberlkicker und Zuckerpassartisten kreative Pause haben. Unweigerlich möchte hat man da Spieler wie Andi Ogris oder Didi Kühbauer vor dem geistigen Auge. Dabei tummeln sich so mancher dieser Schlitzohre und Provokateure in den Teams der Bundesligisten. Ein Zlatko Junuzovic wird wohl auch ganz genau wissen, warum er im Allianz Stadion einen Eckball vor dem Block West schießt. Mateo Barac beherrscht den Einsatz 'kreativer' Abwehrmittel. Gernot Trauner ist eine verlässliche Abrissbirne, vorne und hinten. James Jeggo mag fußballerisch nicht überzeugen, weiß aber, wann ein Foul angesbracht ist. Ein Daniel Luxbacher hat überhaupt die meisten Regelvergehen am Konto. Die Fans und Medien müssen diese neuen Typen einfach nur erkennen.

Und nachdem Maierhofer wohl irgendwann auch in Fußballpension geht, sollten wir nicht den 'alten' Typen nachraunzen, sondern die Neuen sehen. Bis dahin dar man sich aber vom 'Langen' bestens unterhalten fühlen.

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