Es herrscht viel Betrieb in Graz-Messendorf. Der SK Sturm hat das Training für die kommende Saison aufgenommen, viele Journalisten tummeln sich neben dem Platz und Michael Parensen ist ein gefragter Gesprächspartner.
Für 90minuten hat sich der Sturm-Sportchef für ein ausführliches Gespräch Zeit genommen. Zeit, die er derzeit eigentlich gar nicht hat.
Die Vorbereitung startet und die Transferzeit ist in vollem Gange und einige Neuzugänge wurden bereits präsentiert. Parensens aktueller Fokus liegt darauf, den Kader zu verkleinern und effizienter aufzustellen, um noch Platz und Mittel für weitere Neuzugänge zu schaffen.
Wie er mit der Erwartungshaltung nach einem Stürmer "der die Liga zerschießt" umgeht und wie das mit dem Sparkurs des Vereins zusammengeht, erzählt die Union-Berlin-Legende auch an diesem sonnigen Vormittag in der Sturm-Geschäftsstelle.
"Wir müssen dann kurz unterbrechen. Ich muss in die Kabine und vor dem Training noch zur Mannschaft sprechen. Wir machen nachher weiter", entschuldigt sich Parensen und huscht aus dem Büro im Obergeschoss hinunter zu den Spielern.
Emir Karic hörte seine Worte nicht mehr. Der Linksverteidiger steht unmittelbar vor einem Transfer in die USA zu Kansas City und verließ noch vor dem Training das Gelände. Auch Dimitri Lavalee wird kommende Saison nicht mehr für Sturm auflaufen.
Neue Facetten soll diese Vorbereitung ins Spiel von Sturm bringen, erklärt Parensen. Neue Spielertypen, die tägliche Arbeit am Platz und langfristig gedacht das Jugendscouting sollen das Sturm-Spiel vor allem in den Ballbesitzphasen weiterentwickeln. So will er die Saisonziele internationale Ligaphase und erneut einen Spitzenplatz in der Bundesliga erreichen.
Bevor der Geschäftsführer Sport sich auf den Trainingsplatz begibt, um seine Spieler zu beobachten, gibt er noch einen Einblick, wieso der neue Trainer im Winter der richtige Impuls war, wie es um die Zukunft von Stefan Hierländer nach seiner Spielerkarriere steht und was er zum Europacup-Los Hearts of Midlothian denkt.
90minuten: Schauen wir zu Beginn noch einmal zurück auf die abgelaufene Saison. Mit ein paar Wochen Abstand, wie ordnen Sie die Spielzeit 2025/26 ein?
Michael Parensen: Wenn du in einer Umbruchsaison mit vielen personellen Veränderungen Zweiter wirst, ist das eine gelungene Saison. Der kleine Makel ist, dass wir zwischenzeitig immer wieder knapp dran waren, das Ding an der Spitze vorzeitig zu entscheiden und auch bis zur letzten Runde Meister werden hätten können.
90minuten: Im Winter musste Jürgen Säumel gehen und Fabio Ingolitsch wurde sein Nachfolger. Nach einer Frühjahrssaison unter dem neuen Trainer: Warum war das damals die richtige Entscheidung für Sturm?
Parensen: Wir haben uns in vielen Bereichen stabilisiert, wir waren schwieriger zu schlagen und wir haben unsere Spielidee gegen den Ball wieder stärker auf den Platz bekommen. Deswegen bin ich davon überzeugt, dass das der richtige Impuls war.
90minuten: Im Trainerteam gab es nach der Saison die eine oder andere Änderung. Co-Trainer Sargon Duran und Fitnesstrainer Christoph Glashüttner werden nicht weiter beschäftigt. Was waren die Gründe und werden diese Positionen nachbesetzt?
Parensen: Wir wollten das Trainerteam um eine Position verkleinern, weil wir gemerkt haben, dass wir effizienter arbeiten wollen…
90minuten: …finanziell oder personell?
Parensen: In erster Linie personell. Wir haben viele Sachen auf viele Schultern verteilt. Wenn das Team ein wenig kleiner ist, müssen die, die da sind, mehr Verantwortung übernehmen und ich glaube, dass uns die kürzeren und direkteren Wege helfen werden. Videoanalyst Michele Stock wird neben Christoph Witamwas zweiter Co-Trainer und eine Doppelrolle in der Analyse und am Feld einnehmen. Im Bereich Athletik und Performance wollen wir eine neue Struktur und haben mit Christoph Zellner einen Leiter installiert, bei dem alles, was Ernährung, Athletik und Physio betrifft, zusammenläuft.
Es geht nicht mehr ausschließlich darum, beispielsweise den Spieler für die Raute zu finden, der marschieren kann. Es gilt, Talente zu entdecken. Und wenn das ein Eins-gegen-Eins-Spieler am Flügel ist, heißt das nicht mehr, dass so ein Spieler für Sturm nicht interessant ist, sondern, dass er es erst recht ist.
90minuten: Gibt es diese neue Struktur im Performancebereich, weil Sie mit dem Fitnesszustand in der abgelaufenen Spielzeit nicht zufrieden waren?
Parensen: Wir werden hoffentlich wieder einen spielintensiven Herbst haben, in dem wir im Europacup, in der Liga und im heimischen Cup antreten. Nach dem Trainerwechsel im Winter und den damit verbundenen Umstellungen im Training, traten im Kader viele Muskelverletzungen auf. Da müssen wir besser werden und den Fokus auf eine permanentere Spielerverfügbarkeit legen.
90minuten: Um den technischen Direktor Benjamin Schunk ranken sich immer wieder Gerüchte, er stünde vor einer Ablöse. Was ist da dran?
Parensen: Wir waren und sind jetzt in der spielfreien Zeit dabei, alle Personalfragen im Verein zu bewerten – ein normaler Prozess am Ende einer Saison.
90minuten: Kommen wir zum Geschehen auf dem Feld. Es hatte ein wenig den Anschein, als wäre es im Frühjahr zuerst einmal Ingolitschs Devise gewesen, nicht mehr so viele Tore zu bekommen und den Rest machen wir später. Was ist jetzt, mit einer ganzen Sommervorbereitung, an Akzenten in der Spielweise für die nächste Saison zu erwarten?
Parensen: Wir wollen in den Spielphasen, in denen wir den Ball haben – und zum Beispiel einen tiefen Block bespielen müssen - , stabiler und besser werden. Dabei geht es nicht um mehr Abschlüsse, da waren wir den Zahlen nach gar nicht schlecht, es geht um mehr Präzision in den Zuspielen und bessere Positionierung auf dem Feld. Im Winter war die Zeit für das Trainerteam zu kurz, um das so umzusetzen, wie wir uns das vorstellen. Jetzt können wir uns in der längeren Vorbereitung besser einspielen und wir haben mit Simon Seidl oder Jürgen Heil andere Spielertypen dazugeholt, die den Ball am Fuß haben wollen und Akzente setzen können.
90minuten: Im April haben Sie bei "BlackFM live" anklingen lassen, dass ein Prozess der Veränderung gestartet werden soll, hin zu mehr Kreativität und spielerischen Lösungen im Spiel von Sturm. Abseits der neuen Spielertypen, die Sie genannt haben: Wie etabliert man im Verein einen solchen Veränderungsprozess?
Parensen: Wir werden unser Spiel nicht radikal verändern, wir wollen neue Facetten hinzufügen. Was wir vorhaben, ist, das System generisch zu evolvieren, wenn ich das so umständlich ausdrücken darf. Es meint, dass wir uns Schritt für Schritt dem annähern, was ich vorher ausgeführt habe. Im Training geht das vielfach über Videoanalysen, da lässt sich einiges ableiten. Ein Beispiel: Wenn wir aus der Verteidigung das Spiel über den Sechserraum aufbauen wollen, besetzen wir die Räume richtig, spielen die Leute aber nicht oft genug an oder wir finden sie gar nicht, weil die Spieler das in ihrer bisherigen Ausbildung oder den Trainings nicht verinnerlicht hatten. Da müssen wir in der täglichen Arbeit ansetzen.
90minuten: Soll das bis zum Nachwuchs durchgehend etabliert werden?
Parensen: Ja, das ist ganzheitlich zu verstehen. In der Akademie habe ich noch viel stärker den Hebel über Spielertypen und wir haben das im Jugendscouting bereits vorgesehen. Es geht nicht mehr ausschließlich darum, beispielsweise den Spieler für die Raute zu finden, der marschieren kann. Es gilt, Talente zu entdecken. Und wenn das ein Eins-gegen-Eins-Spieler am Flügel ist, heißt das nicht mehr, dass so ein Spieler für Sturm nicht interessant ist, sondern dass er es erst recht ist.
90minuten: Wir haben sie teilweise schon genannt: Mit Jürgen Heil, Simon Seidl, Petar Petrovic und Ammar Helac wurden bislang vier Spieler neu verpflichtet. Können Sie kurz einen Überblick geben, was jeweils für sie gesprochen hat?
Parensen: Mit Ammar Helac wollten wir einen erfahrenen Torhüter dazuholen, der zugleich die Rolle als Nummer zwei im hierarchischen Gefüge kennt und annimmt. Jürgen Heils Verpflichtung ist eine Schlussfolgerung der letzten Saison. Er ist ein Spieler, der es draufhat, mit dem Ball Lösungen zu finden. Und er soll das Erfahrungselement einbringen, wo wir mit Stefan Hierländer und Dimitri Lavalee zwei Spieler verloren haben. Simon Seidl hat trotz des Abstiegs eine sehr gute Saison in Linz mit vielen Scorerpunkten gespielt. Er ist offensiv vielseitig einsetzbar und kann im Eins-gegen-Eins punkten. Da wir den Kader diesen Sommer schlanker machen wollen, brauchen wir Spieler, die mehrere Positionen spielen können, was für Seidl und Heil spricht. Mit Petar Petrovic, der übrigens in den Testspielen vor der WM für die serbische A-Nationalmannschaft debütiert hat, in der Innenverteidigung beschäftigen wir uns seit dem Winter intensiv, weil er ein kompletter Verteidiger mit hohem Tempo und Aggressivität ist. Er ist außerdem mit dem Kopf stark und beidbeinig. Da erwarten wir uns auf Sicht eine hohe Qualität in der Defensive.
Wir haben derzeit acht Stürmer unter Vertrag. Es ist nicht machbar, zu so vielen Angreifern noch einen dazu zu nehmen. Wir wollen mit dem einen oder anderen Lösungen finden, um dann Platz für einen anderen Stürmertyp zu haben.
90minuten: Und auf längere Sicht hohe Verkaufserlöse?
Parensen: Das ist immer ein Thema bei Sturm.
90minuten: Stichwort Verkauf: Jeyland Mitchell wurde von Feyenoord Rotterdam nach der Leihe fix verpflichtet. Aber nur, um ihn gewinnbringend weiterzuverkaufen, oder?
Parensen: Bei Jeyland sehen wir aufgrund seines Profils und dem, was er mitbringt, dass er für den internationalen Fußball sehr interessant sein kann. Wir sind ein Klub, der wie gesagt schaut, Ablösen generieren zu können. Bei einem Spieler, der 22 Jahre alt ist und dieses Format hat, ist das natürlich im Hinterkopf.
90minuten: Und was ist jetzt mit dem neuen Stürmer?
Parensen: Das ist in unseren Köpfen und wir arbeiten darauf hin. Aber wir haben derzeit acht Stürmer unter Vertrag. Es ist nicht machbar, zu so vielen Angreifern noch einen dazu zu nehmen. Wir wollen mit dem einen oder anderen Lösungen finden, um dann Platz für einen anderen Stürmertyp zu haben.
90minuten: Simpel gefragt: Wie viele Stürmer müssen Sie loswerden, um einen dazuholen zu können?
Parensen: Ziel ist es immer, dass wir jede Position doppelt besetzt und wegen der zu erwartenden vielen Spiele genügend Wechseloptionen zu haben. Wir sind bemüht, die optimale Breite herzustellen, die Anzahl der benötigten Spieler variiert aber natürlich je nach Spielsystem.
90minuten: Das Mantra aus dem Vereinsvorstand, dass nur weitere Transfers getätigt werden können, wenn es vorher eine Reduktion der Kaderkosten beziehungsweise Transfererlöse gegeben hat, ist inzwischen weithin bekannt. Jetzt ist aber Präsident Christian Jauk diese Woche in der "Kleinen Zeitung" auffällig geworden und hat zu Protokoll gegeben, die Fans sollen sich überraschen lassen, was noch alles in der Transferzeit passieren wird. Ist das nicht eine kommunikative Doppelgleisigkeit, die wieder nur falsche Erwartungen weckt?
Parensen: Die Erwartungshaltung, das öffentliche Besprechen von Sturm, ist immer dem gegenüberzustellen, was intern realisierbar ist. Das sind Spannungsfelder, die man versuchen sollte, bestmöglich zu verkleinern. Natürlich erwarten die Fans, dass was kommt, den einen Stürmer, der die Liga zerschießt. Für uns, und das ist mit allen Gremien abgestimmt, geht es darum, den Kader zu verkleinern, um sinnvolle Adaptierungen machen zu können.
90minuten: Sturm hat viel in Infrastruktur investiert, kann nicht mehr mit Champions League-Einnahmen kalkulieren und es ist grundsätzlich natürlich begrüßenswert, mit den Finanzen des Klubs sorgsam umzugehen. Aber Sturm ist aktuell für heimische Verhältnisse trotzdem kein armer Verein, geschweige denn in finanzieller Schieflage. Woher kommt ein so strikter Sparkurs?
Parensen: Die hohen Transfererlöse der letzten Jahre haben dafür gesorgt, dass Sturm immer etwas mehr zur Verfügung hatte, als es durch die Liga und die Einnahmen aus dem Europacup allein der Fall gewesen wäre. Die Folge sind höhere Investitionen in den Kader. Wenn es diese Erlöse nicht gibt, zusätzlich die Wahrscheinlichkeit für europäische Ligaphasen in den nächsten Jahren geringer werden, die TV-Gelder weniger werden und Sturm aus bekannten Gründen aus dem Stadion kaum Einnahmen lukrieren kann, dann fehlen signifikante Erlöse. Die Strukturen aus einer Champions-League-Saison können so nicht aufrechterhalten werden und wir müssen vorausschauend planen.
90minuten: Szymon Wlodarczyk, Emran Soglo, Amady Camara und Peter Kiedl kommen aus unterschiedlich erfolgreichen Leihgeschäften zurück. Wie realistisch ist es, dass einer von ihnen bei Fabio Ingolitsch eine Rolle in der kommenden Saison spielen wird?
Parensen: Der Trainer ist offen und gespannt auf die Spieler. Wohin die Reise führt, wird die Vorbereitung zeigen. Das Gefühl dafür, ob einer helfen kann oder nicht, werden wir recht schnell bekommen. Da werden die ersten zehn, 14 Tage in der Vorbereitung entscheidend sein, was wir diesen Spielern auch so kommuniziert habe.
Für uns ist es sehr wichtig, international in einer Ligaphase zu spielen und dementsprechend werden wir die Vorbereitung sehr gezielt auf die Spiele gegen die Hearts ausrichten.
90minuten: Bei Sturm II ist es letzte Saison sportlich erneut recht schaumgebremst gelaufen, der Abstieg wurde wieder nur durch den Wegfall anderer Teams sichergestellt. Bei diesem Team steht zwar die Entwicklung von potenziellen Kickern für die Erste im Vordergrund, aber eine gewisse sportliche Stabilität sollte trotzdem gegeben sein. Was sind Ihre Pläne für die Zweier?
Parensen: Trotz der Liga-Ergebnisse hat die Entwicklung der einzelnen Spieler gut funktioniert. Wenn Luca Weinhandl aus diesem Team zum KM1-Spieler wird und ein Jonas Peinhart, der Jahrgang 2009 ist, viele Spielminuten bekommt und jetzt in der Vorbereitung bei der ersten Mannschaft mitmachen wird, dann ist der Auftrag erfüllt. Natürlich wollen wir die Klasse halten, um weiterhin diese Plattform zu haben. Aber ich kann nicht garantieren, dass Sturm II in der kommenden Saison mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben wird. Aber auch gegen den Abstieg zu spielen ist charakterbildend und entwicklungsfördernd. Ein Learning aus der letzten Saison ist, dass wir weniger internationale Spieler holen werden. Diese Zugänge haben nicht in dem Ausmaß funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben. Der Schwerpunkt für die Zukunft liegt auf Akademiespielern und dem einen oder anderen externen heimischen Spieler.
90minuten: Stefan Hierländer gilt als potenzieller Kandidat für eine Rolle im Team von Sturm II. Wo stehen diese Gespräche?
Parensen: Ich habe eine relativ konkrete Ausgestaltung seiner Rolle im Kopf und bin mit Stefan in sehr guten Gesprächen. Letztlich muss er sich in dieser Rolle auch sehen – sobald diese Gespräche abgeschlossen sind, werden wir das Ergebnis in der Öffentlichkeit verkünden.
90minuten: Die sehr wichtigen Champions-League-Qualifikationsspiele gegen Hearts of Midlothian sind in nicht einmal fünf Wochen. Wie geht ihr damit in der Vorbereitung um?
Parensen: Für uns ist es sehr wichtig, international in einer Ligaphase zu spielen und dementsprechend werden wir die Vorbereitung sehr gezielt auf die Spiele gegen die Hearts ausrichten. Wir wollen als Team zum Zeitpunkt dieser Spiele so weit wie möglich sein.
90minuten: Was gibt es zum Gegner zu sagen, wie schätzen Sie die Schotten ein?
Parensen: Sie sind ein sehr spannender Gegner auf Augenhöhe. Ich bin überzeugt, dass wir gegen sie bestehen können, obwohl das bei Spielen auf der Insel nie leicht ist. Die Mannschaft hat in den letzten Runden den Titel in Schottland verspielt, das wird ihnen vielleicht ein wenig nachhängen, trotzdem wollen die genau wie wir sehr gerne in dieses internationale Geschäft kommen. Von der Spielart her sind sie für mich vorhersagbarer als es Gornik Zabrze gewesen wäre. Ich bin zudem sehr froh, das Heimspiel in Liebenau spielen zu können und nicht nach Klagenfurt ausweichen zu müssen.
Es gab Niederlagen, die wirklich weh getan haben, Spiele, die wir nicht verlieren hätten müssen. Und die Trennung von einem Trainer ist auch immer ein Tiefpunkt, weil es klarmacht: Da ist etwas schiefgegangen.
90minuten: Ich weiß, dass jeder Sportdirektor in der Champions League spielen will, allein schon aus finanziellen Gründen, aber was wäre rein sportlich der sinnvollste europäische Bewerb für Sturm?
Parensen: Wir hatten in den letzten beiden Jahren den direkten Vergleich. In der Europa League war zu sehen: Es hat am Ende für die Qualifikation zur K.o.-Runde nicht viel gefehlt. Auf dem Niveau zu reüssieren, ist für Sturm also definitiv realistischer, das ist klar.
90minuten: Sie sind inzwischen eineinhalb Jahre als Geschäftsführer Sport bei Sturm. Was waren Ihre Highlights, was die Tiefpunkte?
Parensen: Über die Meisterschaft und die Spiele in der Champions League müssen wir nicht diskutieren, das waren große Momente. In der Europa League gab es auch viele Highlight-Spiele für mich, bei denen am Ende vielleicht manchmal das I-Tüpfelchen gefehlt hat. Der Spätherbst 2025 war für uns alle im Verein nicht einfach. Es gab Niederlagen, die wirklich wehgetan haben, Spiele, die wir nicht verlieren hätten müssen. Und die Trennung von einem Trainer ist auch immer ein Tiefpunkt, weil es klarmacht: Da ist etwas schiefgegangen.
90minuten: Zum Schluss das Thema Zielsetzungen. In der letzten Saison war das kommunikativ ein durchaus heikles und viel kritisiertes Thema. Was habt ihr euch überlegt, wie legt ihr die Erwartungshaltung für die neue Saison an? Was sind die Saisonziele?
Parensen: In der Vorbereitung wollen wir eine Mannschaft formen und am Ende so weit wie möglich sein, um uns für eine internationale Ligaphase zu qualifizieren. Das ist neben der Entwicklung einzelner Spieler das Hauptziel, diese Chance haben wir uns über die Ligaplatzierung der letzten Saison erarbeitet. Und das gilt auch in dieser Spielzeit: Wir wollen eine Platzierung erreichen, die es uns auch im nächsten Jahr ermöglicht, wieder international spielen zu können.
Jürgen Pucher