Nicht jeder Sportdirektor konnte am Montag bei der großen Zusammenkunft vor dem Frühjahrsstart der ADMIRAL Bundesliga entspannt auftreten, auf Dino Buric traf das aber nicht zu.
Nach dem schlechten Saisonstart und dem Aus von Joao Sacramento wurde die Saison der "Athletiker" auf links gebügelt, auf einmal sind die Linzer erster Verfolger von Tabellenführer Red Bull Salzburg - zwar bei engen Verhältnissen, aber vor der Winterpause mit der bestechendsten Form.
Dieser Turnaround hatte mit Didi Kühbauer natürlich einen Hauptverantwortlichen. Im Interview spricht der Sportdirektor über die (Wieder-)Ankunft des Trainers, Neuzugang Xavier Mbuyamba und die Situation im Sturm.
90minuten: Die ersten Wochen der Ära "Didi Kühbauer 2.0" beim LASK waren enorm erfolgreich. Was macht ihn so gut, dass eine gebeutelte Mannschaft mit ihm sofort wieder funktioniert?
Dino Buric: Er kennt den Verein und das Umfeld bestens, und der Mensch Didi Kühbauer ist bekannt. Er hat einen unglaublichen Draht zum Team in seiner eigenen Art, die sehr direkt und offen ist, aber in der jeder Spieler zu jedem Zeitpunkt weiß, woran er ist, das wissen sie sehr zu schätzen. Er war ein absoluter Glücksgriff für uns und hat die Wende ja eingeleitet.
90minuten: Die Konstellation war natürlich eine besondere. Mit welchen Argumenten konnte er von einer Rückkehr überzeugt werden?
Buric: Linz ist ja doch eine schöne Erinnerung geblieben, der Verein, seine Fans - und es gibt doch noch einige Mitarbeiter, die damals schon da waren. Man hat beiderseitig früh gespürt, dass er auf die Aufgabe Lust hat, dafür auch brennt und sich das vorstellen kann. Dann haben sich die Gespräche erst intensiviert. Wir haben nach jemandem gesucht, der die Liga kennt, einen gewissen Erfahrungsschatz hat und mit gewissen Situationen umgehen kann - da fällt einem in Österreich spontan nur ein Name ein.
90minuten: Vor allem die Defensive konnte er schnell stabilisieren, es gab auch die Umstellung auf eine Dreier- bzw. Fünferkette und mit Xavier Mbuyamba nun auch einen Winter-Neuzugang für die Defensive. Was bringt der neue Mann mit?
"Es wäre vermessen, jetzt Kampfansagen abzugeben."
Buric: Gerade aufgrund der Systemumstellung war wichtig, dass wir einfach noch ein wenig besser und breiter aufgestellt sind. Wir haben es beim GAK-Spiel gemerkt: Wenn dann doch die eine oder andere Verletzung oder Gelb-Sperre da ist, müssen wir schon wieder herumschieben, was nicht ideal ist. Wir wissen ebenso, dass uns im Hinblick auf den Sommer Kéba Cissé verlassen wird und haben da mit einem Spieler Vorgriff geleistet, dem wir zutrauen, eine gewichtige Rolle bei uns zu spielen. Xavier hat super Maße für einen Innenverteidiger, bringt eine gewisse Robustheit und Kopfballstärke mit, sowohl offensiv wie defensiv.
90minuten: In der Offensive gibt es ein wahres Luxusproblem, mit Maximilian Entrup und Sasa Kalajdzic sind zwei der besten österreichischen Stürmer nur Reservisten. Wie gehen die mit ihrer Situation um?
Buric: Gerade im Herbst sind sie mit der Situation sehr gut umgegangen, in der Vorbereitung ist jeder Spieler auf seine Zeit gekommen und beide konnten aufzeigen. Vor allem Sasa, der noch einmal einen Schritt gemacht hat. Er wirkt spritzig und ich würde mich auch gar nicht festlegen, wer am Wochenende die Chance bekommt.
90minuten: Was müsste ein Interessent auf den Tisch legen, damit ein Angebot für Entrup interessant wäre?
Buric: Das werde ich jetzt so nicht sagen. Aber wir waren im Winter ganz weit weg davon, dass wir überhaupt konkret darüber nachdenken, ihn abzugeben. Leihweise war sowieso nie ein Thema.
90minuten: Was muss Kalajdzic in den nächsten Wochen und Monaten beisteuern, damit sich die Leihe für beide Seiten ausgezahlt hat?
Buric: Jedenfalls liefert er sehr gute Trainingsleistungen und wirkt wie betont spritzig, hat in den Testspielen aufgezeigt und was seine Stärken sind, wissen wir sowieso alle. Daher bin ich zuversichtlich, dass er noch einmal ein entscheidender Faktor wird.
90minuten: Valon Berisha steht vor einem Abschied, Sarajevo soll es nun doch nicht werden. Dennoch klingt es so, als wäre eine Einigung nur eine Frage von Tagen.
Buric: Davon gehe ich stark aus. Valon ist ein Spieler, der Ziele hat. Eines davon ist, im März für den Kosovo wieder am Start zu sein. Dafür braucht er Spiele, die er bei uns leider nicht bekommen kann. So ehrlich sind wir. Deswegen ist es im Interesse beider, dass da eine Lösung gefunden wird.
90minuten: Die tabellarische Ausgangssituation und die Form im Herbst sprechen für den LASK. Mit so einer Perspektive sollte dem Klub alles zuzutrauen sein?
Buric: Es wäre vermessen, jetzt Kampfansagen abzugeben. Wir wollen schauen, unsere Leistungen abzurufen. Wir wollen die nächsten fünf Spiele bestreiten und dann werden die Ziele definiert.
Johannes Bauer