GAK-Kicker Zeteny Jano: "Für solche Momente spielt man Fußball"
Foto © GEPA

GAK-Kicker Zeteny Jano: "Für solche Momente spielt man Fußball"

Bei Salzburg ausgebildet, U21-Nationalspieler und eines der Top-60-Talente des Jahrgangs 2005: Zeteny Jano spricht über seinen Start beim GAK, einen möglichen Nationenwechsel und seine Karriere-Ambitionen.

Désiré Doué, Paul Wanner, Mathys Tel, Arda Güler - Sie alle stehen auf der Liste der 60 besten Talente im Weltfußball des Jahrgangs 2005, die der "Guardian" jedes Jahr erstellt.

Ebenfalls in dieser Auflistung zu finden: Zeteny Jano.

Der Mittelfeldspieler wurde bei Salzburg ausgebildet, seit Februar kickt er als Leihspieler für den GAK, mit dem er am Samstag im Derby Sturm Graz herausfordert (19:30 Uhr im LIVE-Ticker).

Im Interview mit 90minuten erzählt Jano über seine Anfangszeit in der steirischen Landeshauptstadt:

"Wechsel war definitiv der richtige Schritt"

"Ich habe mich schnell eingelebt. Graz ist eine wirklich schöne Stadt, und ich fühle mich hier sehr wohl. Mein Wechsel war definitiv der richtige Schritt – ich bin in der Bundesliga angekommen und möchte in jedem Spiel mein Bestes geben und konstant gute Leistungen zeigen."

In der laufenden Saison kam der Mittelfeldspieler in den ersten drei Liga-Spielen zum Einsatz, nur zuletzt gegen Altach musste er zuschauen. Der Saisonstart verlief für den GAK solide. Aus vier Spielen gab es eine Niederlage und drei Remis, aktuell liegt man auf Rang neun.

"Speziell gegen die Austria haben wir eine gute Leistung gebracht. Da wäre auch mehr drinnen gewesen. Wir entwickeln uns gut als Mannschaft, haben aber sicher noch Potenzial nach oben. Insgesamt sind wir auf einem guten Weg", sagt Jano.

In den vergangenen Monaten kam der 20-Jährige auf verschiedenen Positionen zum Einsatz. So spielte er oft auf den Flügeln, aber auch auf der Sechs.

Für sich selbst sieht er jedoch eine klare Rolle: "Ich habe mit dem Trainer auch schon geredet und gesagt, dass ich mich mehr als Zehner sehe."

Kehrt Jano dem ÖFB den Rücken?

Jano ist österreichisch-ungarischer Doppelstaatsbürger. Seine ersten Fußballschuhe schnürte er beim SC Sopron, ehe er nach Liefering wechselte und in die Akademie der "Bullen" kam, wo er alle Altersstufen durchlief.

Aktuell läuft er für Österreichs U21-Nationalteam auf – doch das könnte sich in Zukunft ändern: "Es gab bereits Gespräche mit beiden Verbänden, aber ich habe mich noch nicht entschieden. Derzeit spiele ich für die U21 Österreichs."

Anfang Juni traf er im Länderspiel ausgerechnet gegen Ungarn zum zwischenzeitlichen 1:1. Gejubelt hat Jano aus Respekt nicht, fühlt er sich doch beiden Ländern verbunden. Auch beim 2:1 hatte er mit einem Assist seine Füße im Spiel.

Der Mittelfeldspieler fühlt sich wohl im ÖFB-Team: "Mit meinen Mitspielern verstehe ich mich gut. Wir haben einen sehr guten Trainer und es fühlt sich gut an, in dem Kader dabei sein zu dürfen."

© GEPA
Jano im Einsatz für die U21-Nationalmannschaft

"Es war ein positiver Schock"

Eine besondere Ehre wurde ihm zuteil, als er 2022 in der jährlich vom "Guardian" veröffentlichten Liste der Top-60-Nachwuchstalente weltweit genannt wurde – neben Spielern wie Desire Doue, Paul Wanner, Mathys Tel oder Arda Güler.

"Es war ein positiver Schock und eine große Ehre, dabei zu sein. Aber ich habe noch einen langen Weg vor mir, es gibt noch viel zu arbeiten und es heißt nicht, dass ich mich ausruhen kann."

Viel Erfahrung konnte er auch in der UEFA Youth League sammeln. Dort absolvierte er 24 Spiele für die Jugend von Red Bull Salzburg (7 Tore, 4 Assists) und spielte gegen Spitzenklubs wie PSG, Milan, Chelsea, Inter oder Atletico Madrid.

"Es ist eine coole Erfahrung, wir haben starke Ergebnisse und Leistungen gezeigt. Es ist ein großartiges Gefühl, mit so großen Vereinen mithalten zu können."

© GEPA
Zeteny Jano in der UEFA Youth League im Einsatz

Vorfreude aufs Grazer Derby: "Für solche Momente spielt man Fußball"

Ziele hat Jano auch weiterhin große. Eines Tages möchte er in einer Top-Fünf-Liga spielen und arbeitet kontinuierlich darauf hin.

Seine Leihe beim GAK läuft vorerst bis Juni 2026. Wie es danach weitergeht, will er jedoch noch nicht planen: "Ich schaue einmal auf die Saison. Ich möchte so viele Spielminuten wie möglich sammeln. Was nach diesem Jahr passiert, schauen wir dann. Das Wichtigste ist, dass ich meine Leistungen bringe."

Diese will er nach Möglichkeit auch im Grazer Derby bringen.

"Ganz Graz freut sich auf Samstag. Man gibt immer 100  Prozent, aber für solche Momente spielt man Fußball. Es wird sicher eine tolle Stimmung geben, und wir werden alles dafür tun, um zu gewinnen."

Kommentare