Zwölf LigaZwa-Aufstiegskandidaten: Wer will wirklich?
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Zwölf LigaZwa-Aufstiegskandidaten: Wer will wirklich?

Mit dem verpflichtenden Zulassungs-Workshop der Bundesliga ist der erste Schritt in Richtung 2. Liga gesetzt. Die Frage ist: Von wem? Und wer meint es damit wirklich ernst? 90minuten hat die Antworten.

Nur noch zwei Aufsteiger in die ADMIRAL 2. Liga: Es ist ein Konzept, an das man sich schon in der Vorsaison gewöhnen musste. Weil die Tabellenspitze der Regionalliga Ost nicht um eine Zulassung angesucht hatte, durfte Schwarz-Weiß Bregenz oben bleiben.

Ab 2026/27 soll eine andere Formel zum selben Ergebnis führen. Statt drei Regionalligen gibt es jetzt vier, die Meister treffen sich Anfang Juni in einem Playoff. Wer aus Hin- und Rückspiel siegreich hervorgeht, darf aufsteigen.

Gemäß einer Auslosung spielt die RL Ost gegen die RL Süd und die RL West gegen die RL Nord. Wer den Wiener Sport-Club und Austria Klagenfurt in der 2. Liga sehen will, wird also Geduld brauchen.

Bleibt die Frage, welche der 63 Vereine sich überhaupt für den Profifußball interessieren. Die Bundesliga hat zu einem Workshop geladen, 12 Klubs sind der Einladung gefolgt. 90minuten hat im Anschluss nachgefragt, was sie sich dabei denken.

Regionalliga Ost


Mit dem FC Marchfeld Donauauen ist der aktuelle Tabellenführer der 2. Liga grundsätzlich nicht abgeneigt. Hubert Haunold, Vorstandsvorsitzender bei den Niederösterreichern, bestätigt Aufstiegsambitionen.

Dass die Sportanlage rechtzeitig auf zulassungskonformes Niveau gebracht werden kann, stellt er aber in Zweifel. Man arbeite jedenfalls daran, ebenso wie an der Erstellung eines nachhaltigen Budgets.

Klarer sind die Verhältnisse beim ersten Verfolger, dem Wiener Sport-Club. "Wir werden alle Schritte der Lizensierung durchgehen und wollen sie im Idealfall erwerben. Als Verein haben wir immer gesagt, dass sich mit dem neuen Stadion auch unsere Ziele anpassen. Wir freuen uns auf den Prozess", sagt Sektionsleiter David Krapf-Günther.

Im Burgenland hält sich die SV Oberwart vorerst bedeckt: "Wir beschäftigen uns nicht mit der Aufstiegsfrage", meint Pressesprecher Raphael Horn. Man habe sich den Zulassungsworkshop dennoch angehört, um informiert zu bleiben.

Dem aktuell Drittplatzierten wurde die Zulassung im vergangenen Frühjahr in erster Instanz aufgrund einer rechtlichen Frage verweigert - alle anderen Kriterien konnte man erfüllen.

Nach der Eröffnung im Mai ist das neue WSC-Stadion bereit für die 2. Liga
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Nach der Eröffnung im Mai ist das neue WSC-Stadion bereit für die 2. Liga

Vorerst abwinken muss der FCM Traiskirchen. Sportchef Manuel Trost kündigt an, die sportliche Entwicklung der nächsten Wochen abwarten zu wollen. Finanziell bleibt die Situation schwierig: "Uns fehlt eine halbe Million. Wenn wir keinen Gönner oder Großsponsor finden, ist die Lizenz nicht realistisch."

Konkrete Aufstiegsgedanken scheitern auch beim Kremser SC an finanziellen Hürden. "Dass es sportlich so gut läuft, freut uns natürlich riesig. Ehrlich gesagt, haben wir uns bis vor kurzem nicht mit einem möglichen Aufstieg in die 2. Liga beschäftigt, weil wir uns auch in einer finanziellen Konsolidierungsphase befinden. Aber wir wollen auch nicht von vornherein im Oktober sagen, dass uns das nicht interessiert", heißt es von KSC-Präsident Georg Stierschneider.

Auch das Sepp-Doll-Stadion müsste saniert werden. "Der Bürgermeister hat uns in dieser Hinsicht Unterstützung zugesichert", erklärt Vize Christian Russegger. Mit den Leistungen auf dem Platz unter Trainer Stefan Maierhofer ist man in Krems derzeit aber hochzufrieden.

Aufsteiger Mattersburg winkt nach dem Bundesliga-Workshop ab: "Wir haben aus reinem Interesse teilgenommen, um uns ein Bild zu machen. Ein Aufstieg ist für uns aktuell kein konkretes Thema und wird auch in Zukunft nur dann infrage kommen, wenn sämtliche sportlichen, infrastrukturellen und wirtschaftlichen Voraussetzungen erfüllt sind."

Ebenfalls keine weiteren Schritte einleiten wird der sportlich schwach in die Saison gestartete SV Horn. Eine Rückkehr in die 2. Liga muss zumindest eine weitere Saison warten. Parndorf war beim Workshop, will aber nicht aufsteigen.


Regionalliga Süd


In der Regionalliga Süd, die Steiermark und Kärnten umfasst, hält sich das Aufstiegsinteresse stark in Grenzen. Keiner der sportlichen Spitzenreiter bemüht sich in dieser Saison um eine Zulassung. Nur zwei Vereine haben am Workshop teilgenommen.

Bei der Sportunion Tillmitsch möchte man sich professioneller aufstellen. "Wir haben kurzfristig nicht vor aufzusteigen. Im Hintergrund laufen Gespräche und Planungen, wie das irgendwann umgesetzt werden kann", meint Obmann Markus Fröhlich.

Damit bliebe nur Austria Klagenfurt. Wie realistisch ein unmittelbarer Wiederaufstieg sein kann, ist aber noch offen. "Wir wollen aufsteigen und wieder zurück in die 2. Bundesliga. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg, es liegt noch sehr viel Arbeit vor uns. Dessen sind wir uns bewusst", erklärt der Verein gegenüber 90minuten.


Regionalliga West


In der Regionalliga West spielt der SC Imst seit Jahren mit Aufstiegsgedanken, hatte aber auch angesichts starker Konkurrenz - Wacker Innsbruck und Austria Salzburg - immer wieder das Nachsehen. Dieses Jahr heißt der einzige Konkurrenz Dornbirn, ein erneuter Anlauf ist daher in Planung.

"Wir haben Interesse, die Infrastruktur ist in Ordnung. Finanziell wird es aber immer schwieriger. Wir haben noch einige Hausaufgaben zu erledigen. Tirol ist immer noch kein einfacher Boden für höherklassigen Amateurfußball oder Profifußball", bestätigt Obmann Manuel Westreicher.

Beim FC Dornbirn möchte man sich zumindest alle Türen offen halten, meint Sektionsleiter Robert Brzaj: "Aufgrund der sportlichen Situation und unserer Verantwortung gegenüber dem Verein und seinen Mitgliedern, deren Zustimmung für einen solchen Prozess letztlich erforderlich wäre, war es für uns selbstverständlich, am Workshop teilzunehmen."

Aus der Nord-Region war kein Verein beim Workshop. Die LASK Amateure - aktuell auf dem zweiten Rang - hätten das als zweite Mannschaft eines Bundesligisten nicht nötig. Die Jungen Wikinger - Ried II - liegen in der unteren Tabellenhälfte und haben aktuell elf Punkte Rückstand auf Tabellenführer Gurten.

Sollten sie am Ende doch ganz vorne stehen, würden sie wie die anderen drittklassigen Amateurteams von Hartberg, Wolfsberg, Altach oder der WSG ein Playoff gegen das schlechtplatzierteste Zweitteam in der 2. Liga ausspielen.


Nächste Schritte

Mit der verpflichtenden Teilnahme am Zulassungsworkshop ist der erste Schritt in Richtung Zweitliga-Zulassung gesetzt. Jetzt haben die Vereine bis Anfang März Zeit, sämtliche Unterlagen zusammenzutragen. Auch allfällige Infrastrukturanpassungen und Finanzierungspakete sollten bis dahin auf den Weg gebracht sein.

Ende März meldet sich die Liga mit Rückfragen, ehe Mitte April eine Entscheidung in erster Instanz getroffen wird.

Sollte durch drei Zulassungsverweigerungen ein zusätzlicher Aufstiegsplatz frei werden, steigt der Verlierer der erstgezogenen Partie ebenfalls in die zweithöchste Spielklasse auf, in dem Fall der Verlierer aus Ost gegen Süd.

Bis dahin wird sich der ein oder andere Verein aus sportlichen oder organisatorischen Gründen aber schon längst aus dem Prozess verabschiedet haben.


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