So viel Geld fließt durch den SK Rapid
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So viel Geld fließt durch den SK Rapid

Die Hütteldorfer haben eine Studie bemüht, um das wirtschaftliche Wirken des Klubs zu beziffern - und vielleicht mehr Geld von Sponsoren zu bekommen.

Rapids Wirtschafts-Geschäftsführerin Daniela Bauer bekam exakt an ihrem 40. Geburtstag ein Geschenk in Höhe von 160,42 Millionen Euro.

Allerdings nicht auf das persönliche Konto überwiesen, sondern als Kennzahl auf Papier, die eine Hilfestellung bei der Aufstellung weiterer Mittel für den SK Rapid sein soll.

So hoch fiel laut einer Studie die österreichweite Wertschöpfung des Vereins in der Saison 2024/25 aus. Laut der Studie "Die ökonomische und sozio-ökonomische Bedeutung des SK Rapid", erstellt unter der Leitung von Dr. Anna Kleissner - die eine ähnliche Untersuchung mit und für den ÖFB vor zwei Wochen vorstellte.

Konkreter Werbewert für Sponsoren

Damit hat die Finanzverantwortliche konkrete Zahlen in der Hand, um etwa den Werbewert für existierende und potenzielle neue Sponsoren zu beziffern. Alleine diese Summe belief sich laut der Studie auf 47,2 Mio. Euro - und damit mehr, als aktuell durch diesen Bereich eingenommen wird.

Gesamt 884 Jobs, zum Teil geschaffen, zum Teil durch Investitionen seitens Rapid abgesichert, ließen sich auf den Verein zurückführen.

Tabelle: Wertschöpfung des SK Rapid 2024/25

Quelle: Studie "Die ökonomische und sozio-ökonomische Bedeutung des SK Rapid"

Angaben in Millionen Euro

Bereich

in Wien

in Österreich

Wertschöpfung aus laufendem Betrieb

45,00

58,70

Wertschöpfung aus Investitionen

2,70

4,90

Touristische Wertschöpfung

15,80

20,50

Fiskalische Effekte

2,00

28,00

Wert der Freiwilligenarbeit

0,14

0,14

Gesundheitlicher Nettonutzen

0,03

0,03

Verbesserung des Wohlbefindens

0,43

0,43

Erhöhung des Social Capital

0,52

0,52

Werbewert für Partner und Sponsoren

47,20

47,20

Gesamteffekt

113,82

160,42

Bauer erklärt die Kennzahlen für Wirtschaftslaien: "Die Wertschöpfung aus dem laufenden Betrieb ist jene des SK Rapid selbst, ebenso wie die Umsatzeffekte - also der Bäcker oder Elektriker, weil er von uns profitiert."

Unter die Tourismuszahlen fallen die Anreisen der Fans aus den Bundesländern ebenso wie jene internationaler Gäste, die auch für Übernachtungen sorgen. Insgesamt 21.700 Nächtigungen ließen sich mit Rapid in Verbindung bringen.

Bei den Investitionen wurden etwa eine PV-Anlage für das Trainingszentrum und eine neue Rasenbeleuchtungs-Einrichtung für das Allianz Stadion angeschafft, dazu kommen Abschreibungen. Fiskalische Effekte sind Steuern, die Bund und Land durch die Umsätze einnehmen.

Freiwilligenarbeit ist das unbezahlte Wirken insbesondere des Präsidiums.

Vorbereitung auf den sportlichen Worst Case

Die restlichen Kennzahlen werden vage: Gesundheitlicher, psychischer und sozialer Nutzen konnte aufgrund der Limitierungen der Studie nur für die Profis beziffert werden.

"Als ich in den Verein gekommen bin, war mir wichtig, unseren Sponsoren zu zeigen und auch selbst zu wissen, wo wir eigentlich stehen. Was wir für Österreich, für Österreichs Fußball und für die Stadt Wien machen", betont Bauer.

Daniela Bauer
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Daniela Bauer

Besonders beim Bereich Werbewert sei das Ziel nun, "das ein bisschen besser zu erfassen und in Verhandlungen einfließen zu lassen."

Ihr erstes Resümee nach einem halben Jahr im Klub fällt im Vergleich zu mancher Zahl weniger überraschend aus: "Wir sind wahnsinnig schnelllebig und ein sehr emotionaler Verein. Wahnsinn, wie schnell das geht. Aber auf der wirtschaftlichen Ebene sind wir im Business, und wenn der Spieltag einmal nicht so läuft, wie wir uns das vorstellen, müssen wir trotzdem weiter an einem Strang ziehen", verträgt die wirtschaftliche Seite nicht zu viel der emotionalen Achterbahn.

Auch, wenn dieser Bereich dafür gewappnet sein muss. Rapid wirkt im schlimmsten Fall eine Teilnahme im unteren Playoff. Die wirtschaftliche Abteilung muss dafür gewappnet sein: "Die Szenarienplanung bereiten wir im Hintergrund vor. Wir nehmen uns die nächsten 14 Tage, um das klar für uns zu haben."

Digitalisierung wird vorangetrieben

Selbst, wenn die Lage sportlich nach diesem Zeitraum schon wieder freundlicher aussehen sollte. Aber das ist ohnehin nicht Bauers Job.

Sehr wohl in ihrem Bereich soll sich in den nächsten Monaten anderes tun, was den Fans zugute kommt: In den Bereichen Ticketing und Webshop sowie der Digitalisierung im Stadion soll es deutliche Fortschritte geben.

"Vielleicht kann sich der Fan künftig die Leberkäsesemmel und das Bier schon vorab bestellen und bezahlen und muss es in der Halbzeit nur noch abholen, statt sich anzustellen", beschreibt Bauer eine der Ideen.

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