Ein 5:1 gegen Ghana, ein 1:0 gegen Südkorea.
Das ÖFB-Team ist ausgezeichnet ins WM-Jahr 2026 gestartet.
Das sind die 5 erfreulichsten Erkenntnisse:
1. Das ÖFB-Team ist effizient
16 Torschüsse, davon acht aufs, sechs ins Tor. Das ÖFB-Team präsentierte sich gegen Ghana und Südkorea vor dem gegnerischen Gehäuse eiskalt.
Diese Effizienz hat das Team von Ralf Rangnick in der Vergangenheit mitunter vermissen lassen. Umso erfreulicher, dass sie jetzt ausgespielt werden kann.
"Du brauchst bei einem großen Turnier Effizienz vor dem Tor", weiß Goalie Patrick Pentz.
Phillipp Mwene ergänzt: "Du wirst nicht gegen jeden Gegner sechs, sieben Topchancen haben. Bei der WM geht es zuerst mal darum, hinten gut zu stehen. Wenn du dann Chancen hast, musst du sie machen."
2. Der Konkurrenzkampf in der Innenverteidigung ist riesig
Die beiden Positionen in der Innenverteidigung sind wohl die am meist umkämpften. Hier hat Rangnick tatsächlich die Qual der Wahl. Einzig David Alaba ist, wenn fit, gesetzt.
Er werde auf jeden Fall jede Position doppelt besetzen, sagt Rangnick. Wie viele Innenverteidiger er konkret einberufen werde, "hängt natürlich auch davon ab, wie fit und gesund Alaba ist".
Friedl nutzt seine Chance
Jedenfalls hat mit Marco Friedl ein Innenverteidiger die Chance genutzt, um sich in diesem Lehrgang in der Hackordnung nach oben zu arbeiten.
Der Werder-Kapitän spielte beide Male von Beginn an – erst zum dritten und vierten Mal in der Ära Rangnick – und überzeugte mit starken Leistungen.
Rangnick lobt den Linksfuß: "Er hat in den letzten beiden Lehrgängen und sicherlich nochmal in diesem Lehrgang Eigenwerbung betrieben. Er hat das diesmal in beiden Spielen sehr gut gemacht."
Rangnick mag einen Linksfuß
Dass der Deutsche ein Freund davon ist, auf der linken Innenverteidiger-Position einen Linksfuß aufzustellen, ist kein Geheimnis. Er betont: "Wenn die Möglichkeit besteht, mit einem Links- und einem Rechtsfuß zu spielen, hat das im Spielaufbau natürlich Vorteile."
Mit Kevin Danso und Philipp Lienhart haben zwei weitere Innenverteidiger ihre Kader-Plätze praktisch fix. Bleiben noch Maximilian Wöber, Michael Svoboda, David Affengruber, Leopold Querfeld und Samson Baidoo.
3. Die Neuen funktionieren
Nach ihren Entscheidungen pro ÖFB kamen Paul Wanner und Carney Chukwuemeka mit jeder Menge Vorschusslorbeeren zum Nationalteam. Sie wurden ihnen gerecht.
Wanner lieferte gegen Ghana nach der Pause bärenstarke 45 Minuten ab und durfte sich gegen Südkorea von Beginn an auf der Position von Nicolas Seiwald versuchen – er bewältigte diese Aufgabe sehr solide.
Chukwuemeka bejubelte gegen Ghana als Joker sein Premieren-Tor und brachte auch gegen Südkorea als Einwechselspieler frischen Wind.
Beide Spieler bringen Elemente mit, die das ÖFB-Team so bisher nicht hatte.
4. Wenn's nicht läuft, passiert hinten trotzdem nichts
Sowohl gegen Ghana als auch gegen Südkorea ließen die Vorstellungen vor der Pause jeweils zu wünschen übrig.
Das ÖFB-Team, das mit seiner Spielweise Gegner, auf die es zum ersten Mal trifft, in der Regel zu überraschen vermag, schaffte dies beide Male überhaupt nicht.
Die Lösungen mit dem Ball gegen kompakt stehende Gegner waren nur selten zu sehen.
Die richtigen Schlüsse zur Pause
Die gute Nachricht ist einerseits, dass es dem Trainerstab in beiden Spielen gelungen ist, zur Pause die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen und in den zweiten 45 Minuten jeweils ein stark verbessertes ÖFB-Team zu sehen war.
Außerdem ließ Österreich in beiden ersten Hälften in der Defensive wenig bis gar nichts anbrennen. Dass es gegen Ghana drei Mal brenzlig wurde, darf da aber nicht verschwiegen werden.
Goalie Pentz weiß: "Wir sind defensiv sehr stabil, lassen sehr wenig zu. Das ist vor so einem Turnier wichtig. Im Endeffekt kommt die Mannschaft, die wenig Gegentore kassiert, richtig weit."
5. Die Euphorie lebt
Der Jubel über die WM-Teilnahme nach dem 1:1 gegen Bosnien-Herzegowina war im ganzen Land riesig.
Auch nach der monatelangen Nationalteam-Pause ist die Euphorie noch voll da. Gegen Ghana kamen über 40.000 Fans, gegen Südkorea über 35.000 Fans ins Wiener Ernst-Happel-Stadion. Das ist für Testspiele schon sehr ordentlich.
Und die Ergebnisse sowie die Leistungen machen Lust auf mehr. Die Fans trauen diesem Nationalteam zurecht zu, bei der WM 2026 einige Ausrufezeichen setzen zu können.
Harald Prantl
Simon Urhofer