"Kaperei!": Aufregung um Ivanschitz-Transfer vor 20 Jahren
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"Kaperei!": Aufregung um Ivanschitz-Transfer vor 20 Jahren

Am 10. Jänner 2006 legte Red Bull Salzburg eine Rekordsumme auf den Tisch, um Andi Ivanschitz vom SK Rapid loszueisen. Es war ein Spektakel, letztlich ohne Gewinner. 90minuten blickt zurück.

"Das ist Kaperei", zürnt Rudolf Edlinger am Silvestertag 2005 in ein ORF-Mikrofon. Damit ist die Tirade des Rapid-Präsidenten freilich nicht beendet: "Ich glaube, es ist vernünftig, wenn man den Salzburgern zeigt, dass nicht alles geht, was sie sich vorstellen. Ich habe an Rapid zu denken. Den größten österreichischen Verein mit der größten Fangemeinde. Kann ich verantworten, Rapid zu schwächen und einen unmittelbaren Konkurrenten zu stärken? Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass das nicht geht."

Was hat Edlinger damals die Laune verdorben? Nachdem die Grün-Weißen schon Trainer Josef Hickersberger an den ÖFB verloren hatten und gerade erst warm mit einem vorzeitigen Verkauf von Mittelfeldmotor Steffen Hofmann geworden waren, meldete ein weiteres Aushängeschild seinen Wechselwunsch an: Andreas Ivanschitz. Damit traf der gerade 22 Jahre alt gewordene Burgenländer den Verein ins Herz.

Ivanschitz' erster Torjubel in der Bundesliga
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Ivanschitz' erster Torjubel in der Bundesliga

Entdeckt und zu Rapid geholt hatte man ihn schon Anfang 1998, wenig später wurde er zum jüngsten Debütanten seit 1940. Hans Krankl machte ihn als 19-Jährigen zum Nationalspieler, später zum Kapitän. Schon 2003 war er Österreichs Fußballer des Jahres. In der Saison 2004/05 durfte er mit Rapid den Meistertitel bejubeln.

Frühe Meilensteine von Andi Ivanschitz:

Meilenstein

Datum

Alter

Rapid-Debüt

30.08.1999

16 Jahre 11 Tage

Erstes Bundesligator

02.12.2000

17 Jahre 1 Monat

Nationalteam-Debüt

26.03.2003

19 Jahre 5 Monate

Nationalteam Kapitän

18.08.2004

20 Jahre 10 Monate

Letztes Rapid-Spiel

10.12.2005

22 Jahre 1 Monate


Viel brisantere Transfers als jenen von Ivanschitz zum FC Red Bull Salzburg gab es innerhalb Österreichs nicht, auch die Ablösesumme wurde bislang nicht übertroffen. 90minuten hat die Entwicklungen im Vorlauf nochmals aufgearbeitet.

Dezember 2005

Kurz vor der Winterpause verliert der SK Rapid auch das sechste und letzte Gruppenspiel der Champions League gegen Juventus Turin. Schon wenige Tage vorher kündigte Kapitän Steffen Hofmann an, den Verein spätestens mit Saisonende verlassen zu wollen. Eine Verlängerung habe er bewusst ausgeschlagen, meint er: "Rapid war eine Superzeit. Aber ich habe von Anfang an gesagt, dass ich einmal in eine Top-Liga möchte."

Auch die Tage von Cheftrainer Josef Hickersberger sind zu diesem Zeitpunkt bereits gezählt. Der damals 57-Jährige soll mit Jahreswechsel das Nationalteam von Krankl übernehmen, um es rechtzeitig auf die Heim-Europameisterschaft vorzubereiten. Sein letztes Spiel im Hanappi-Stadion endet mit einem 3:1-Sieg gegen Pasching.

Trainer Hickersberger nimmt im Dezember 2005 Abschied vom Hanappi-Stadion
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Trainer Hickersberger nimmt im Dezember 2005 Abschied vom Hanappi-Stadion

Zum Abschied attestiert er Rapid ein gutes Fundament für die Zukunft, den Verein habe er sportlich und finanziell saniert, sogar einen kleinen Budget-Polster habe man sich erarbeitet. Nur für einige Spieler setzt es Kritik. Die Cliquenbildung müsse aufhören, das Ego einiger Akteure sei größer als ihr Kampfeswille für die Mannschaft. 

Im letzten Spiel des Jahres wartet am 10. Dezember Red Bull Salzburg, seit einem halben Jahr in den Händen von Didi Mateschitz und im Sommer mit viel Qualität angefüttert. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat Trainer Kurt Jara seine Truppe auf Kurs gebracht, die erste Meisterschaft unter dem neuen Namen scheint lange in Griffweite. Nur ein Spielmacher fehlt den "Bullen" noch - so kommt Ivanschitz ins Spiel.

Schlechtes Timing

Ausgerechnet vor dem direkten Duell informiert Georg Stanggassinger, der Berater des Mittelfeldspielers, Rapid-Sportdirektor Peter Schöttel in der Hütteldorfer Geschäftsstelle vom Salzburger Interesse an seinem Klienten. Parallel geht Jara öffentlich in die Offensive: "Wir wollen keine Unruhe verbreiten, aber unser Interesse war eben nicht mehr geheim zu halten."

Und Vereinssprecher Thomas Blazek legt gegenüber Medienvertretern nach: "Wir haben aktives Interesse. Wenn Ivanschitz Interesse hat, und Jara weiß, dass er das hat, dann gehört der Kurt ja g’haut, wenn er ihn nicht nimmt."

Das ist der Gipfel der Geschmacklosigkeit. Stillos!

Rapid-Präsident Edlinger

Damit ist die Katze aus dem Sack. Was Peter Schöttel diplomatisch formuliert ("Der Stil der Salzburger ist sehr zu hinterfragen"), gießt Rudolf Edlinger wenig später in härtere Worte. Im Interview mit dem "Kurier" heißt es unter anderem: "Das ist der Gipfel der Geschmacklosigkeit. Stillos! Das erinnert mich an das gute alte Sprichwort: 'Geld verdirbt die Sitten' Im Übrigen meine ich: Wenn für Herrn Mateschitz Geld tatsächlich keine Rolle spielt, dann soll er doch Ronaldinho kaufen." Der Brasilianer wurde wenig später zum Weltfußballer gekürt und blieb beim FC Barcelona.

Damit hatte der ehemalige Finanzminister aber noch nicht alles gesagt: "Ein Ivanschitz-Verkauf ist derzeit kein Thema. Mit derzeit meine ich sein Vertragsende 2007. Auch bei Rapid spielt Geld momentan eine Nebenrolle. Rapid ist kein Sparverein." Der Klub werde im Frühjahr um den Titel spielen, dafür müsse man die Mannschaft konkurrenzfähig halten, setzte er dann noch nach. 

Das Spiel in Salzburg geht jedenfalls verloren, Andi Ivanschitz selbst wird nach 38 Minuten verletzt ausgewechselt, zu den Transfergerüchten selbst verliert er lange kein Wort. Auf der Weihnachtsfeier des Vereins tritt er noch mit Steffen Hofmann und Helge Payer als "Austria 3"-Coverband auf, dann geht es in den Urlaub.

Explosives Interview

Fahrt nimmt auch der Hofmann-Transfer auf, der für einen sofortigen Wechsel allerdings in Kauf nehmen muss, dass es nicht zu einem Verein in einer Top-Liga geht. Zweitligist 1860 München ist bereit, den Deutschen ein halbes Jahr vor Vertragsablauf zu kaufen. Schöttel muss sich aber auch während dieser Verhandlungen ärgern, weil viele Informationen früh an die Medien durchsickern. "Ich finde diese Verhandlungsführung seltsam", sagt er. 

Waren im Dezember 2005 schwer beschäftigt: Peter Schöttel und Rudolf Edlinger
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Waren im Dezember 2005 schwer beschäftigt: Peter Schöttel und Rudolf Edlinger

Währenddessen droht auch die Situation um Ivanschitz zu entgleiten. Am 31. Dezember heizt ein "Kurier"-Interview allen Beteiligten ordentlich ein. In einem Telefonat mit dem Journalisten Rainer Fleckl erklärt der Nationalspieler: "Ich bin mit Salzburg einig und gehe davon aus, dass sich auch die Vereine so schnell wie möglich einig werden. Ich möchte ab Jänner in Salzburg trainieren."

Ein weiteres Zitat wirkt dann fast schon wie eine erste Entschuldigung: "Ich habe Rapid viel zu verdanken, aber auch viel gegeben. Und ich habe 2003 auch deshalb meinen Vertrag bis 2007 verlängert, weil ich unbedingt wollte, dass der Verein für mich einmal Ablöse kassieren kann."

Auf derselben Zeitungsseite stellt Präsident Edlinger eine Klage in den Raum, Kurt Jara hingegen sieht in Ivanschitz einen zukünftigen Weltklassespieler: "Er muss den nächsten Schritt machen und darf sich nicht davon leiten lassen, dass ihn bei Rapid alle gern haben." Das öffentliche Bekenntnis hatte der Tiroler zuvor von seinem Wunschspieler eingefordert.

Jänner 2006

Am Neujahrstag bleibt Edlinger vorerst bei seiner harten Linie, findet sich dort aber immer mehr auf verlorenem Posten. "Salzburg wachelt mit Geld und glaubt, dass alle in Ehrfurcht erstarren. Bei uns funktioniert das nicht. Salzburg braucht nicht einmal ein Angebot zu stellen."

Kurz darauf geht dann doch eines in Hütteldorf ein. Jara meint: "Rapid wird für Ivanschitz immer weniger Geld bekommen. Wir können ihn uns jetzt schon leisten."

Ein halbes Jahr vor Vertragsablauf zog es Steffen Hofmann in die 2. Bundesliga
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Ein halbes Jahr vor Vertragsablauf zog es Steffen Hofmann in die 2. Bundesliga

Zwei Tage später ist zumindest eine Saga beendet: Für kolportierte 700.000 Euro Ablöse lässt Rapid Steffen Hofmann ziehen. Damit ist vor allem der Mittelfeldmann zufrieden: "1860 ist eine Topadresse, quasi der SK Rapid von München."

In Schutz genommen

Einen undankbaren Einstand erlebt indessen Hickersberger-Nachfolger Georg Zellhofer. Beim Trainingsauftakt am 5. Jänner fehlt Ivanschitz, er wurde von Peter Schöttel präventiv freigestellt. "Ich habe gestern am Abend einen Anruf von ihm bekommen und wurde informiert, dass Andi Ivanschitz bis auf Weiteres nicht mit der Mannschaft trainieren wird", sagt der Trainer. 

Wenn der Transfer mit viel Geld abgegolten wird und Rapid einverstanden ist, dann ist es legitim.

Georg Zellhofer

Die Mannschaft soll von Protesten nicht bei der Arbeit gestört werden, auch den Spieler selbst will man damit in Schutz nehmen. Außerdem äußert der Sportdirektor den Wunsch, "an den Spieler zu denken". Geht Salzburg nicht auf die Rapid-Forderung ein, kommt vor allem Ivanschitz zu Schaden. Gleichzeitig hat Rapid wenig davon, einen Wechsel gänzlich auszuschließen. 

Trainer Zellhofer kann sein Programm erst verspätet beginnen und muss sich vielen unangenehmen Fragen stellen, gibt sich in einer ersten Medienrunde aber pragmatisch: "Wenn der Transfer mit viel Geld abgegolten wird und Rapid einverstanden ist, dann ist es legitim." Weniger entspannt ist - wie gehabt - Rudolf Edlinger: "Mein grün-weißes Herz ist empört bis zum Zerplatzen."

Erfolgreich verhandelt

Wenige Verhandlungstage später ist dann alles vorbei. Die Rapid-Gremien segnen den Transfer ab, Red Bull macht vier Millionen Euro locker - ein Rekord-Schmerzengeld für einen Transfer innerhalb der österreichischen Bundesliga. Damals wird Ivanschitz zum teuersten Österreicher überhaupt. 

Kurt Jara mit seinem Wunschspieler Andi Ivanschitz
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Kurt Jara mit seinem Wunschspieler Andi Ivanschitz

In einem Interview kann sich der 22-Jährige endlich erklären. Er lobt das neu geschaffene Umfeld in Salzburg. Es sei eine Chance, die er nützen müsse: "Ich hatte keine Angebote von Bayern oder Schalke, dafür ist die Zeit auch noch nicht reif."

Angebote habe es aus Wolfsburg oder Hannover gegeben, mit der Heim-EM im Blick seien das aber nicht die richtigen Schritte, um sich zu entwickeln. Kurt Jara habe ihn vom Wechsel überzeugt, auch mit dem Argument, er werde ihn vor der Euro 2008 zu einem fertigen Spieler machen.

Rapid wird mir immer wichtig sein. Ich werde vor allem die letzten Jahre immer in mir tragen.

Andi Ivanschitz

Böse Worte gegen Rapid verliert Ivanschitz nicht, im Gegenteil: "Rapid wird mir immer wichtig sein. Ich werde vor allem die letzten Jahre immer in mir tragen. Ich wollte immer mit Rapid Meister werden. Es war sensationell. Auch die Champions League war einmalig." Er habe sich Zeit gelassen und lange nichts gesagt, um gut über die Entscheidung nachdenken zu können.

"Schon als kleiner Bub war es mein Traum, bei Rapid zu spielen. Mir konnte nichts Besseres passieren", meint Ivanschitz und bestreitet die Vorwürfe, er sei nur mit Geld gelockt worden: "Ich spiele Fußball, um Spaß und Erfolg zu haben, um eine gute EM zu spielen und so oft wie möglich Meister zu werden. Geld ist ein positiver Nebeneffekt. Ich geniere mich nicht dafür, dass ich gutes Geld verdiene. Ich habe auch bei Rapid nie gejammert, dass ich zu wenig verdiene."

Präsident findet Verständnis

Am 10. Jänner wird Ivanschitz gemeinsam mit seinem Nationalteam-Kollegen Ronald Gërçaliu auf einer Pressekonferenz präsentiert. Der neue Vertrag läuft bis 2009, statt wie bei Rapid auf dem linken Flügel soll er als neue Nummer 10 die Spielmacher-Rolle übernehmen. In Wien betont die Rapid-Führung, nicht ohne weiteres eingeknickt zu sein. Man wäre hart geblieben, wenn sich der Spieler nicht an die Medien gewandt hätte.

Nach dem Transfer zeigte sich sogar Edlinger eine Spur versöhnlicher: "Subjektiv verstehe ich's. Ivanschitz ist jung, fesch, dynamisch und kann mehr als drei gerade Sätze sagen - er taugt als Werbeträger. Doch auch wenn ich Ivanschitz immer noch mag, wird er mich nicht überzeugen, Red Bull zu trinken. Ich will ja nicht Magenschmerzen bekommen." Er habe auf Empfehlung sogar versucht, das Getränk mit Alkohol zu mischen. Das Fazit: "Schade um den Alkohol. Red Bull Wodka schmeckt grauslich."

Einordnung

Wirklich glücklich wurde Andi Ivanschitz in Salzburg nicht. Nach der Saison 2005/06 musste Kurt Jara den Verein verlassen, unter seinen Nachfolgern Giovanni Trapattoni und Lothar Matthäus war er nach einer Verletzung zu Saisonbeginn nur mehr Reservist. Noch im Juli 2006 meldete sich Panathinaikos Athen, am 12. August wurde ein Leihgeschäft vereinbart.

"Ich wollte unbedingt für zwei Jahre nach Griechenland gehen, weil ich bis zur Heim-EM keine Zeit verlieren möchte. Ich will das jetzt durchziehen", wurde Ivanschitz zum Abschied zitiert. Der angestrebte Meistertitel mit Panathinaikos gelang nicht, wohl aber eine ansehnliche Karriere in den Jahren danach. 

Für uns Junge war es in Salzburg nicht leicht, der Konkurrenzkampf war hart.

Ronald Gërçaliu

Ronald Gërçaliu erklärt im Gespräch mit 90minuten: "Für uns Junge war es damals nicht leicht, weil Salzburg viele erfahrene Spieler im Kader hatte. Der Konkurrenzkampf war hart. Ich - und Andi wahrscheinlich auch - sehe es rückblickend positiv, weil wir viel lernen durften." Der 14-fache Nationalspieler wartete in Salzburg selbst lange vergeblich auf eine Chance und wurde stattdessen mehrfach verliehen.

Dass es für einen Wechsel nach Salzburg Kritik gab, habe man damals schon verstanden, ergänzt er. "Im Fußball muss man Entscheidungen treffen und ich glaube, wir beide bereuen unsere nicht."

Keine Gewinner

Im Übrigen wurde auch Steffen Hofmann nicht glücklich, nach einem halben Jahr in München kehrte er nach Hütteldorf zurück und blieb.

Rapid stürzte mit neuem Trainer und ohne seine besten zwei Spieler im Frühjahr vom dritten Tabellenrang ab, in 14 Ligaspielen gelangen nur mehr vier Siege. Schuld daran hatte wohl auch die Transferpolitik, 31 verlorene Scorerpunkte wurden nicht einmal annähernd ersetzt. Trotz Edlingers Einschätzung, Geld spiele in Hütteldorf keine Rolle, kam mit Mario Bazina nur eine echte Verstärkung vom GAK. Der Spieler des Jahres 2005 erhielt demonstrativ die Ivanschitz-Rückennummer 8, in Graz hatte er die 22 getragen.

Auf den Ivanschitz-Transfer angesprochen winkt Trainer Georg Zellhofer heute nur ab: "Ich kann nur eines sagen: Er war nicht mehr da. Beeinflussen konnte ich nichts mehr, es war eigentlich alles entschieden." Neuzugänge habe er sich erhofft, aber: "Ich glaube, dass noch Altlasten da waren. Was ich damals vernommen habe war, dass sich immer noch alles am Limit bewegt."

Ivanschitz- und Hofmann-Ersatz Mario Bazina
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Ivanschitz- und Hofmann-Ersatz Mario Bazina

Gerade angesichts der Transfersumme von 1,5 Millionen Euro und eines üppigen Gehalts entpuppte sich der 30-jährige Bazina als Fehlgriff und erzielte 2005/06 nur ein Tor in grün-weiß.

Rückblickend könnte man den Verantwortlichen des SK Rapid unterstellen, mit der Situation überfordert gewesen zu sein. Einen Meistertrainer und zwei zentrale sportliche Säulen innerhalb weniger Tage zu verlieren, steckt kein Verein ohne weiteres weg.

Böses Blut

Red Bull Salzburg hat mit seinem Vorgehen ein grobes Foul begangen. Bei der Suche nach Verstärkungen ging aber auch Rapid nicht zimperlich vor. Ins Visier nahm man Jürgen Säumel, Klaus Salmutter und David Mujiri von Sturm Graz, Yüksel Sariyar von Pasching, Michael Mörz von Mattersburg - teils auch offen in Medien, ohne vorher Einigungen mit den jeweiligen Vereinen erzielt zu haben.

Seinen Transfer nach Salzburg haben Andi Ivanschitz Teile der grün-weißen Anhängerschaft bis heute nicht verziehen. Ein Konflikt, der vor allem von Vereinsverantwortlichen aufgebaut und geführt wurde, entlud sich ab dem Frühjahr 2006 auf dem Spieler. Teamchef Hickersberger erklärte ein Jahr später nach einem weiteren Eklat: "Dass der Kapitän der Nationalmannschaft von den eigenen Fans nicht nur beschimpft, sondern auch bespuckt wird. Und dass seine Mutter diskreditiert wird. Das tut mir persönlich weh. In solchen Augenblicken bereue ich es, Rapid-Trainer gewesen zu sein."

Heute führt der SK Rapid Andreas Ivanschitz als Mitglied seines Legendenklubs.


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