[Potenzialanalyse] Alessandro Schöpf mit schwacher Einbindung
Mit Schalke feiert Alessandro Schöpf dank Österreich-Kollege Guido Burgstaller einen knappen 1:0 Erfolg. 90minuten.at hat die Leistung des ÖFB-Spielers Schöpf analysiert. Eine Potenzialanalyse von David Goigitzer
Schöpf agierte als rechter Wingback im Schalker 3-1-4-2 System. Schon früh wurde seine Rolle deutlich: er sollte nachstoßend in Räume am Flügel laufen, hatte hierbei vor allem die Positionierung von Geis als Orientierungspunkt. Der Sechser der Knappen kann recht gute weite Bälle spielen, sodass Schöpf sich oft schon vor Geis' Ballkontakt nach vorne orientierte, um dann im richtigen Moment los starten zu können. Diese Wege in die Tiefe suchte er aber auch öfters, wenn sein Nebenmann Benedikt Höwedes den Ball bekam. Dieser fütterte ihn auch das eine oder andere Mal mit einem hohen Ball, wenngleich diese nicht fruchteten. Diese nachstoßende Rolle liegt Schöpf, hierbei kann er sein gutes Movement gut nutzen und muss nicht zu oft aus isolierten Situationen dribbeln, was eher nicht zu seinen Stärken zählt. Schalke operierte viel mit Versuchen von langen Bällen hinter die letzte Linie Ingolstadts. Diese wussten diese aber zu verteidigen, konnten durch die mannorientierte Verfolgung und die zusätzliche Absicherung durch die dreifach besetzte Abwehrzentrale diese Durchbruchsversuche zunichte machen.
Abbildung 1: Typische Szene, die bereits in der zweiten Minute statt fand. Hoher Ball von Geis auf Schöpf. Dieser Ball wird jedoch abgefangen. Auf ähnliche Art und Weise wurden so konstant Durchbrüche gesucht.
Schöpfs Positionsfindung war sehr geradlinig ausgerichtet, er sollte meist nach langen Bällen eingebunden werden. Auch ballfern hielt er im Ballbesitz die Breite und rückte nur minimal in den Halbraum ein. Bei gegnerischem Ballbesitz kam es jedoch schon mal vor, dass er in höheren Zonen bis ins Zentrum schob. Spätestens im Abwehrdrittel reihte er sich jedoch ballfern in die Fünferkette ein. Ballnah rückte er weit auf, oft bis über die Mittellinie, um Rückpässe zu erzwingen. Sein Gegenspieler an diesem Tag war übrigens Nationalmannschaftskollege Markus Suttner. Da Schalkes Durchbruchsversuche sehr simpel strukturiert waren und keine hohe Erfolgswahrscheinlichkeit hatten, blieb Schöpf die erste Halbzeit eher farblos und konnte keine Gefahr ausstrahlen.
Auch in der zweiten Halbzeit änderte sich kaum etwas an Schalkes Harmlosigkeit. Der hereingekommene Burgstaller brachte zwar interessantes Movement mit, Meyer agierte jetzt auch als Zehner, fand jedoch zu selten Anbindung aufgrund der strategischen Ausrichtung mit langen Bällen. So konnte Schöpf sich nur meist nur in der Arbeit gegen den Ball und viel Laufarbeit profilieren. Die beiden Legionäre konnten ihre Leistung dennoch krönen und zwar assistierte Schöpf Neuzugang Burgstaller zum entscheidenden 1:0 in der 92. Minute, wenngleich etwas unabsichtlich. Nach einer Halbraumverlagerung kam der eingerückte Schöpf zum Schuss. Der Schuss wurde genau vor Burgstallers Füße abgefälscht, der aus kurzer Distanz verwandelte.
>>> Weiterlesen - Potenzialanalyse Stefan Ilsanker: Unspektakulär, aber wirkungsvoll