Michael Gregoritsch mit Traumdebüt für Schalke 04 [Legionärs-Check]

Gregoritsch zeigte bei seinem Debüt für Schalke 04 nicht nur seine guten Entscheidungen mit dem Ball, sondern konnte beim 2:0 Sieg über Borussia Mönchengladbach ein Tor erzielen und einen Treffer vorbereiten.

+ + 90minuten.at Exklusiv + + Ein Legionärs-Check von Simon Goigitzer

 

Im Winter wechselte Michael Gregoritsch leihweise vom FC Augsburg zum FC Schalke 04. Beim Verein aus Gelsenkirchen soll der Österreicher mehr Spielzeit bekommen und auch wichtige Tore erzielen, die in der Hinrunde gefehlt haben. Zum Bundesligarückrundenstart kam Borussia Mönchengladbach in die Veltins-Arena. Der ÖFB-Legionär startete auch gleich gegen die Gäste aus Gladbach. Schalke 04 begann in einem 4-1-2-1-2 und Gregoritsch spielte dabei auf der Stürmerposition neben Benito Raman. Die Gastgeber pressten von Anfang die Gladbacher hoch an und versuchten immer wieder hohe Balleroberungen zu provozieren. Den Schalker gelang es auch immer wieder den Ball in der gegnerischen Hälfte zu gewinnen und gleich auf das gegnerische Tor zu spielen. Die Gladbacher kamen kaum in längere Ballbesitzphasen und hatten einige Probleme gegen das hohe Pressing und schnelle Umschaltverhalten von Schalke 04.

 

Gregoritsch "Off-Ball-Movement" führt immer wieder zu Chancen der Schalker

In diesem Spiel waren die Offensivaktionen der Gastgeber geprägt von Umschaltmomenten. Dadurch kamen die hervorragenden Bewegungen ohne Ball des ÖFB-Legionärs gut zum Vorschein. Nicht nur schuf er sich im Strafraum selber viel Platz, um eine Flanke zu erhalten, sondern zog durch seine Bewegungen oft Gegenspieler mit, um Platz für seinen Mitspieler in den Kontersituationen zu schaffen. Beispielsweise kam Gregoritsch in der sechsten Minute gleich zu einer sehr großen Chance nach einer Flanke.

Raman konnte sich am rechten Flügel gegen Oscar Wendt in einer 1-gegen-1-Situation durchsetzen. Währenddessen sprintete Gregoritsch in den Sechzehner hinein. Sobald der ÖFB-Legionär sah, dass Raman hinein Flanke konnte, bewegte er sich in die Richtung der kurzen Stange (Abbildung 1). Durch die Bewegung zur ersten Stange ging auch Matthias Ginter mit dem österreichischen Stürmer mit. Allerdings machte Raman noch einen Kontakt mit dem Ball und verzögerte den Pass in die Mitte. Kurz vor der Flanke änderte Gregoritsch seine Laufrichtung und nutzte den Raum auf der ballfernen Stange, den er sich selber durch seinen Lauf auf die erste Stange öffnete. (Abbildung 2) Auf die zweite Stange kam auch die Flanke von Raman und der Österreicher stand plötzlich alleine vor dem Tormann. Mit dem ersten Kontakt schloss er ab, jedoch war der Abschluss zu unplatziert und Yann Sommer konnte den Schuss gerade noch parieren.

Beim 2:0 Treffer vom ÖFB-Legionär schuf er durch seinen Bewegung ohne Ball Platz für seine Mitspieler und war dann in der Folgeaktion auch wieder völlig frei zum Abschluss gekommen. Nach einer Balleroberung in der Mitte konnte Schalke umschalten und war im Konter beinahe in einer Überzahlsituation gekommen. (Abbildung 3)

Nach dem Ballgewinn konnte Alessandro Schöpf einen Konter einleiten und dribbelte in die Richtung des gegnerischen Tores. Gregoritsch befand sich im rechten Halbraum und bewegte sich nach der Balleroberung auf den rechten Flügel. Somit konnte er Denis Zakaria mit sich mitziehen und den Abstand zwischen den zwei letzten Gladbachern vergrößern. Somit hatte Schöpf die Möglichkeit einen tiefen vertikalen Pass zu Raman zu spielen. Daraufhin lief der Sturmpartner von Gregoritsch auf das Tor zu. Zakaria versuchte zwar Raman noch einzuholen, konnte allerdings in der Folgeaktion weder den Stanglpass auf den Österreicher, noch den Schuss zum 2:0 vom Stürmer blocken.

 

Ein Assist und mehrere erspielte Topchancen

Nicht nur waren seine Entscheidungen ohne Ball oft situationsgerecht, sondern auch mit dem Ball traf er oft die richtige Wahl. Mehrmals ließ er sich in den Umschaltmomenten fallen und nützte den freien Raum vor der Abwehr, der bei den Gladbachern meist sehr offen war. Im ganzen Spiel hatten die Gäste Probleme den Sechserraum in Kontersituation richtig abzudecken. Schalke nützte dies immer wieder gut aus und vor allem Gregoritsch bewegte sich immer wieder in diesen Raum und versuchte von dort einen tiefen Pass zu spielen. Wie zum Beispiel in der 28. Minute. (Abbildung 4)

Nachdem ein vertikale Passversuch, der von den Gladbachern abgefangen wurde, bekam der ÖFB-Legionär den Ball. Durch mehrere Schulterblicke und offener Körperposition zum Spielfeld konnte er sich gleich in die Richtung des Tores drehen und die Abwehr andribbeln. Raman lief zwischen den Innenverteidigern in die Tiefe und der Österreicher konnte im richtigen Moment einen Pass in den Lauf spielen. Durch das Zuspiel war Raman in einer 1-gegen-1-Situation mit Sommer, konnte aber den Schlussmann der Gäste nicht bezwingen.

Auch in der zweiten Hälfte gab es eine Situation, in der Gregoritsch seine gute Entscheidungsfindung mit dem Ball zeigte. Zudem war der Pass auch gleich der Assist zum 1:0. (Abbildung 5)

Gregoritsch bekam nach einem langen Pass den Ball am linken Flügel. Zakaria setzte den Österreicher nicht richtig unter Druck und der Stürmer konnte sich Richtung Tor orientieren. Sobald sich Gregoritsch aufdrehte, kamen Schöpf und Raman entgegen. Durch diese Bewegungen der zwei Mitspieler öffnete sich der Raum vor dem Sechzehnerkreis, in den Suat Serdar hineinlief. Gregoritsch sah diesen freien Raum und spielte einen horizontalen Pass in den Lauf vom Mittelfeldspieler. Serdar hatte überhaupt keinen Gegnerdruck und konnte zum 1:0 abschließen.

 

Fazit

In seinem Debüt für Schalke zeigte Michael Gregoritsch genau, wieso Schalke 04 den österreichischen Stürmer holte. Nicht nur läuft er im Pressing und im Defensivverhalten viel, sondern trifft mit dem Ball oft situationsgerechte Entscheidungen. Zudem sah man, dass sein „Off-Ball Movement“ für ihn wichtig ist, um zu Abschlüssen zu kommen und seinen Mitspielern in Umschaltmomenten in die Offensive Platz zu schaffen. Außerdem wurde der ÖFB-Legionär mit einer Vorlage und einem Treffer zum „Man of the Match“.