ÖFB-Youngster Stefan Posch gut, aber ausbaufähig gegen die Bayern
Zum Rückrunden-Auftakt in der Bundesliga standen sich Bayern München und Hoffenheim gegenüber. Mit David Alaba bei den Bayern und Stefan Posch, später auch Florian Grillitsch, standen drei Österreicher auf dem Platz. Abwehrtalent Posch zeigte eine ansprechende Leistung.
Von David Goigitzer
Die Hoffenheimer begannen mit einer 5-3-2-Grundordnung, in jener Stefan Posch die rechte Halbverteidigerposition in der Fünferkette einnahm. Die Bayern traten mit einem 4-3-3 an, bei dem Kingsley Coman links etwas breiter als Thomas Müller spielte. Letzterer startete öfters Läufe hinter die Hoffenheimer Abwehrkette, sodass auch Stefan Posch mit dem rechten Flügelspieler zu tun bekam. Meist war es jedoch Coman, der dem jungen Österreicher vor Herausforderungen stellte. Der blitzschnelle Franzose konnte ihm schon in der Anfangsviertelstunde einmal mithilfe einer Körpertäuschung entwischen und eine Hereingabe in den Strafraum spielen, welche jedoch vergeben wurde. Später gab es noch einige Situationen, in denen er Coman entgegenstand. Hier waren die Ergebnisse wechselhaft. Auch, weil Comans Schnelligkeit für jeden Verteidiger eine Herausforderung sind. Posch ließ sich ein paar Mal etwas frühzeitig verladen und schätzte Situationen nicht passend ein. Diese kurzen Momente des Zögerns, oder ein Schritt in eine falsche Richtung, nutzen Spieler der Qualität von Kingsley Coman meist sofort aus, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Nach der Umstellung in der zweiten Halbzeit auf 4-3-3, spielte Posch als rechter Innenverteidiger, und machte seine Sache weitestgehend gut. Seine Zweikampfstärke konnte er über das ganze Spiel passend einbringen, jedoch zeigte er sich der Szene vor dem 1:3 von Robert Lewandowski etwas überhastet.
Im Aufbau zeigte sich Stefan Posch ruhig und überlegt. Die Bayern pressten nur selten hoch an, weshalb er immer wieder Situationen zum Andribbeln fand. Der Judenburger erkannte offenen Raum vor ihm recht schnell und konnte so mit Tempo in jene dribbeln, ohne viel Zeit zu verlieren und dem Gegner die Chance zu geben, sich kompakt zu formieren. Zwar ist der Judenburger stabil in seiner Entscheidungsfindung im Aufbau, jedoch ist er dabei auch sehr simpel. Kevin Vogt, bei weitem kein Edeltechniker, ist noch der kreativere und auch hochklassigere Aufbauspieler im Trio der Hoffenheim-Verteidiger. Posch bleibt meist bei den sogenannten „einfachen“ Pässen, welche meist auf die Außenverteidiger sind. Teilweise auch zurück zu Vogt, wenngleich dies nicht immer möglich ist. Der junge Steirer traut sich durchaus, den Ball in den Zwischenlinienraum zu spielen, tut dies jedoch meist in sehr klaren Situationen, in denen der Mitspieler deutlich frei ist. Zudem sind diese Pässe selten kreativ, noch haben sie einen hohen strategischen Mehrwert. Ist er unter, für ihn, zu starker Bedrängnis, schlägt er den Ball hoch nach vorne. Dies tut er jedoch nicht blind, sondern findet meist einen der Stürmer. Dies ist bei weitem keine Kritik, sondern vielmehr eine Beobachtung. Posch macht sehr viel aus seinen Möglichkeiten, und Trainer Julian Nagelsmann bindet ihn mit seinen Fähigkeiten sehr gut ein.