WAC dominiert, Sturm kontert und gewinnt [Spielanalyse]

Mit tiefem Verteidigen und schnellen Kontern konnten sich die Grazer gegen ein spielstarke Wolfsberger in der zweiten Runde durchsetzen.

Eine Spiel-Analyse Simon Goigitzer

 

Der Wolfsberger AC spielte, wie in der letzten Saison, mit der 4-1-2-1-2-Formation. Im Ballbesitz versuchten sie mit vertikalen Pässen in die Spitze nach vorne zu kommen. Im Pressing ließ man dem Gegner wenig Platz und zwang die Grazer zu hohen Bällen. Der SK Sturm Graz spielte unter Neo-Coach Nestor El Maestro in einem 4-2-3-1. Die Grazer verteidigten die meiste Zeit sehr tief und pressten nur phasenweise hoch an. Einen großen Wert legten die Gäste auf Konter, wodurch sie auch das 1:0 erzielen konnten.

 

Frühe Führung der Grazer

Von Beginn an war der WAC die spielbestimmende Mannschaft. Die Wolfsberger hatten viel mehr Ballbesitz und versuchten sich auch immer spielerisch aus dem Anfangspressing der Grazer herauszulösen. Allerdings konnte Sturm Graz in der fünften Minute nach einem Konter in Führung gehen. Bei Ballgewinn spielten die Gäste generell schnell nach vorne und versuchten die Unordnung des Gegners auszunutzen.

Zielspieler für den ersten Pass nach vorne war auch in weiterer Folge meistens Balaj. Durch seine Körpergröße und Robustheit konnte der neue Stürmer die Bälle vorne gut halten und auf aufrückende Mitspieler prallen lassen. Nach einer Flanke auf die zweite Stange spielte Philipp Huspek zu Balaj, der das 1:0 für die Gäste erzielte.Dadurch stellten die Grazer schon früh in ihr defensives Pressing um und konzentrierten sich noch mehr auf das Umschalten in die Offensive. Das phasenweise hohe Pressing der Grazer ähnelte einem 4-4-2/4-4-1-1. Sturm versuchte beim hohen Attackieren den Aufbau der Gegner auf eine Seite zu leiten. Balaj stellte meistens direkt einen Innenverteidiger zu. Wie zum Beispiel in der 14. Minute.

WAC mit vielen Chancen, aber ohne Tor

Die Grazer spielten im Ballbesitz in einem 4-2-3-1. Durch das hohe Pressing der Wolfsberger mussten die Gäste öfters früh den Ball hoch nach vorne spielen - wie schon eingangs erwähnt auf Neuzugang Balaj. Das Pressing des WAC war meistens sehr hoch und man ließ den Grazern kaum Zeit im Spielaufbau. Aufgrund der Raute im Mittelfeld konnten die Stürmer die Innenverteidiger mannorientiert pressen. Falls die Gäste auf den Außenverteidiger spielten, presste der Achter sehr schnell heraus. Oft wurde vom Achter der Pass antizipiert und so konnte man den Außenspieler früh unter Druck setzen. Wie zum Beispiel in der 4. Minute.

Im Ballbesitz agierte der WAC ähnlich wie in der letzten Saison. Sie versuchten mit vertikalen/diagonalen flachen Pässen in den Raum zwischen der Abwehr und dem Mittelfeld in das letzte Drittel zu kommen. Michael Liendl positionierte sich anfangs als Zehner, tauschte aber sehr oft Positionen mit seinen zentralen Mitspielern. Auch konnten sich die Gastgeber, durch das viele Bewegen der zentralen Spieler, oft aus dem Pressing der Grazer herausspielen. Wie zum Beispiel Schmid, der sich mit schnellen Bewegungen immer wieder vom Gegner löste und auch anspielbar für den Innenverteidiger war.

Meistens bewegten sich die Spieler im Rücken der Grazer und warteten auf den richtigen Moment, um im Zwischenlinienraum anspielbar zu sein. Ein weiteres Beispiel für das vertikale Spiel der Wolfsberger konnte man in der 43. Minute sehen.

Sturm Graz gewinnt mit 10 Mann

In der 70. Minute kam es dann zu einem Ausschluss für die Gäste. Philipp Huspek bekam eine Gelb-Rote Karte und die Grazer mussten nun mit zehn Mann weiterspielen. El Maestro reagierte gleich und stellte um. Die letzten 20 Minuten spielten die Steirer in einem 5-3-1. Sie standen sehr tief und ließen dem WAC kaum in den Sechzehner. Die Wolfsberger hatten nun noch mehr Ballbesitz, kamen aber zu wenig guten Abschlussmöglichkeiten. Sie versuchten es mit Chipbällen über die Abwehr, jedoch waren die Pässe zu ungenau oder zu weit. Es wurde dann auch versucht, viel über die Flügel zu spielen. Die Gastgeber probierten es auch mit Flanken, jedoch kamen auch so wenige gefährliche Torchancen heraus.

Der SK Sturm Graz konzentrierte sich viel auf das Verteidigen und bei Ballgewinn auf das schnelle Kontern. Der WAC wiederum hatte viel Ballbesitz und konnte auch immer wieder in die Nähe des gegnerischen Tores kommen. Allerdings kam es nie zu einer guten Abschlussmöglichkeit und die Wolfsberger konnten auch gegen Ende des Spieles mit einem Spieler mehr kein Tor erzielen. So blieb es beim 1:0 für die Grazer.