Foto: © Bertram Mayer/TuS Bad Gleichenberg 2019 / August

Zuschauercheck Unterhaus: Bundesligazahlen in der Regionalliga

Gleich drei Spiele aus der dritten Leistungsstufe melden Zahlen, die entweder gleich hoch oder kaum weniger schlecht sind als ein Bundesligaspiel vom Wochenende.

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Ein Zuschauercheck von Richard Turkowitsch

 

Bad Gleichenberg im steirischen Südosten ist den meisten Leuten außerhalb der näheren Region, sofern sie nicht begeisterte Kurbadgänger sind, wohl höchstens aus Wolf Haas' "Knochenmann" bekannt, St. Anna am Aigen vermutlich gleich gar niemandem. Die große Ausnahme stellen hierbei Beobachter des steirischen Fußballs dar, denn sowohl der TuS Bad Gleichenberg als auch der USV St. Anna am Aigen konnten in den letzten Jahren stark aufzeigen. Die zehn Kilometer voneinander entfernt situierten Vereine stiegen nicht nur direkt hintereinander aus der Oberliga in die steirische Landesliga auf (St. Anna 2014, Bad Gleichenberg 2015), auch ihre jeweiligen Aufstiege in die Regionalliga folgten zeitnah (Bad Gleichenberg 2017, St. Anna 2019) - bemerkenswerter nur noch deswegen, da beide Vereine vor 2005 ausschließlich unterhalb der fünften Liga spielten.

 

Bundesligazahl

Dass das erneute Aufeinandertreffen der beiden Senkrechtstarter aus dem steirischen Vulkanland jede Menge Zuschauerinnen und Zuschauer anziehen würde, davon konnte ausgegangen werden. Die letzten Aufeinandertreffen von TuS und USV zwischen 2015 und 2017 in der steirischen Landesliga zogen von 1.250 bis 1.480 Zuschauer und Zuschauerinnen. Am vergangenen Wochenende in der Bad Geichenberger Arena, nun eine Liga höher, konnte die 1.500-Schallmauer nicht nur durchbrochen werden, sie wurde regelrecht zerschmettert. 1700 Zuschauerinnen und Zuschauer sahen zu, wie sich der USV mit einem dominanten 0:3 an die Tabellenspitze der Regionalliga Mitte schoss. Zum weiteren Kontext: Das erstklassige Aufeinandertreffen zwischen Mattersburg und St. Pölten sahen laut ÖFB-Datenservice ebenfalls 1.700 Personen. Aus der zweiten Liga schafften es gerade mal zwei der acht Begegnungen der Woche über die 1700. Großes Chapeau also in die grün-weiße Mark.

 

Alte Bekannte

Die Ränge zwei bis fünf der dieswöchigen ZuschauerInnentabelle des Unterhauses sind ansonsten voll mit alten Bekannten: die kurze Auswärtsfahrt des SV Austria Salzburg nach Grödig lockte 1.596 (3:0 für Grödig), den 3:1-Sieg des Wiener Sport-Club über den ASK-BSC Bruck an der Leitha sahen 1.417 und zum Heimauftakt des First Vienna FC gegen den ASK Elektra aus der Wiener Leopoldstadt kamen 1.302 Personen (Stadtligarekord seit Beginn des ÖFB-Datenservice; 1:1). Die Top 5 rund macht ein Bregenzerwald-Derby zwischen Vorarlbergliga-Aufsteiger VfB Bezau und Vorarlbergliga-Inventar FC Egg vor 1.000 traditionell sehr fußballbegeisterten Wäldern, die ein 1:1 geboten bekamen.

Die restliche Liste ist wie immer gespickt mit Derbies. Der Kremser Sport-Club gegen den ASV Schrems in einem Waldviertel-Derby, der FC Nußdorf-Debant gegen Traditionsverein SV Rapid Lienz in einem Osttirol-Derby, SC Melk gegen SC Wieselburg bzw. SVg Purgstall/Erlauf gegen ASK Ybbs in zwei Mostviertler Derbies innerhalb eines 30km-Umkreises und das bislang höchstklassigste Aufeinandertreffen des ASK Köflach und des ATuS Bärnbach, Letzteres vor allem dadurch bemerkenswert, da sich die beiden weststeirischen Industriestädte einen Profi-Handballverein teilen.

 

Erfreuliches vom Frauenfußball

Einen kurzen, sehr erfreulichen Blick in den Frauenfußball gestattet uns die Liste ebenso, die zweite Woche in Folge hat es nämlich ein Frauenfußballspiel über die 450-Zuschauer-Hürde geschafft: der Saisonauftakt der First Vienna FC gegen Stadtrivalinnen FC Altera Porta lockte 500 Personen auf die für Frauenfußball eher selten genutzte Hohe Warte (die Döblingerinnen spielen ansonsten im Vienna-Nachwuchszentrum in der Brigittenau). Die Blau-Gelben konnten sich mit dem 1:0-Sieg auf Platz 2 der Tabelle der 2. Frauen-Liga setzen, punktegleich mit LUV Graz.

Besten Gruß also aus dem Unterhaus!

Disclaimer: Aus Zeit- und Platzgründen erstreckt sich der Blick speziell auf die fünf Regionalligen, die neun Landesligen, den jeweiligen fünften Ligen der neun Bundesländer und den Landescups. Innerhalb dieser Ligen werden alle Spiele berücksichtigt, die laut ÖFB-Datenservice 450 Zuschauer angezogen haben. Aufgrund der deutlich flexibleren Spielpläne gehen wir hier strikt nach Kalenderwoche vor, wodurch es im Falle von englischen Runden oder Nachtragsspielen dazu kommen kann, dass einzelne Vereine mehrmals in der Liste vertreten sind. Wir bitten, dies zu berücksichtigen.

 

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