Zuschauercheck Bundesliga, 4. Runde: Kleinvieh macht zu wenig Mist
Viele Paarungen dieser Runde verbuchten gute Zuseherzahlen, aber im großen Zusammenhang leider auf niedrigem Niveau.
Ein Zuschauercheck von Georg Sander
Kleinvieh macht auch Mist, heißt es. Das stimmt, aber es ist eben noch zu wenig, um die Zuseherzahlen in Österreichs Bundesliga nachhaltig deutlich anzuheben. Das soll aber die Arbeit kleinerer Klubs auf mehreren Ebenen nicht schmälern. Schon eher bedenklich war dann schon die Kulisse in der Generali Arena im Vergleich zur Eröffnungssaison. Als hätten es die Veilchen-Fans schon erwartet, gab es dann auch ein mageres Remis gegen die graue Maus Admira.
WAC und Altach verbessert
Der Wolfsberger AC hat die letzten beiden Spiel zuvor zwar nicht gewonnen, aber ansprechenden Fußball gezeigt. In Kombination mit den Mattersburgern, die von Salzburg und der Austria ordentlich eingeschenkt bekamen, konnten sich die Lavanttaler Fans auf ein unterhaltsames Spiel mit Toren einstellen. Die Wölfe lieferten auch gekonnt ab. Auch wenn sich 3.389 Fans nicht nach sehr viel anhört, so sind es doch die meisten seit 2016/17. Im Vergleich zu den letzten zwei Duellen (15. Spieltag 2018/19, 29. Spieltag 2017/18) konnten rund 500 Karten mehr verkauft werden.
Altach vermeldet vom Duell mit dem TSV Hartberg 3.812 Zuschauer. Eine gute Anzahl, auch wenn in der 31. Runde, dem letzten Heimspiel 2019/20, mit 4.701 mehr kamen. Im Vergleich mit dem ersten Heimspiel 2018/19 kamen nun knapp 1.300 Fans mehr. Die Rheindörfler können also auch hier ein Plus verzeichnen, auch wenn es, siehe WAC, noch nicht sehr große Zahlen sind.
Meister und Vizemeister ziehen - in einem gewissen Rahmen
Es ist beinahe verwunderlich, dass überhaupt noch Heimfans zum SKN St. Pölten kommen, könnte man ganz böse resümieren. Der letzte Heimsieg in der Bundesliga datiert vom 8. Dezember 2018. Gegen Red Bull Salzburg war dann auch nicht viel zu erwarten, und wer eine heftige Watsche für die Landeshauptstädter erwartet hatte, wurde nicht enttäuscht. Schließlich datiert ja auch der letzte Ligasieg aus dem Jahr 1993, als beide Vereine noch ganz anders hießen. Seit dem Aufstieg des SKN 2016/17 war der Serienmeister sieben Mal in der NV Arena zu Gast und nur zwei Mal kamen mehr Fans. In der 26. Runde 2018/19, dem letzten Duell, waren es 3.514 gewesen. Die 4.200 sind also eigentlich im Vergleich zu den Vorsaisonen bemerkenswert gut, bedenkt man die sportliche Allgemeinsituation der Wölfe. Allerdings ist anzumerken, dass die Salzburger einen veritablen Auswärtsmob mitgebracht hatten – wohl auch eine ungewohnte Saison für die Bullenfans.
Der Vizemeister LASK hingegen schwebt auf einer ganz anderen Wolke als St. Pölten. Die 5.338 Fans gegen die WSG Tirol sind ein ausgezeichneter Wert. Es sind in etwa so viele wie gegen Altach, Auswärtsfans waren da wie dort nicht allzu viele zu erwarten. Im Heimspiel gegen Wacker Innsbruck – den Vergleich scheint erlaubt, kamen letzte Saison mit 5.512 auch nicht viel mehr Fans.
Austria am absteigenden Ast, Sturm – Rapid als Zuschauerspitzenspiel
Es ist dieser Tage nicht leicht, Austria-Wien-Fan zu sein. Wenn dann auch noch die graue Maus der Liga zu Gast ist, könnten Zuschauerzahlen schon einmal einbrechen. Das zeigt der Vergleich mit der Vorsaison, als die Veilchen im neuen Stadion ebenfalls in Runde 4 vor über 10.000 Fans in der Generali Arena spielten. Spannend ist die Analyse aber über einen längeren Zeitraum. 16 Ligaduelle gab es seit dem Wiederaufstieg der Admira, da beträgt der Schnitt ohne dem Spiel am Sonntag und mit der Zeit im Happel-Oval 7.646. Mit 7.215 offiziellen Fans ist der Vergleich zur Vorsaison aber eine deftige Watschn.
Wenig überraschend vermeldet der SK Sturm bei seinem Heimspiel gegen Rapid Wien mit 14.532 die meisten Fans. Ein wenig Platz wäre noch gewesen in der Arena. Interessantes Detail am Rande: Ausverkauft war die Merkur Arena in Liebenau bei dieser Paarung zuletzt 2010.
Zuschauerschnitt zurück Richtung Vorjahresniveau
Die Unterschiede in den Besucherzahlen zwischen den größeren und kleineren Klubs sind so eklatant, dass sich nicht einmal bei merklichen Verbesserungen bei den Kleinen viel tut. Somit liegt der laufende Saisonschnitt auch nicht mehr viel über dem letztjährigen. Oder auch anders gesagt: Rapid schwächelt und der Rest der Liga kann es gerade einmal kompensieren.
Immerhin gibt es nächste Woche Heimspiele von Rapid, Sturm und Salzburg, auch wenn es nebst Rapid gegen LASK keine emotionalen Topspiele gibt. Doch, und das sollte auch einmal gesagt werden, Spiele wie das 3:3 zwischen Altach und Hartberg zeigen, dass auch die Kleinen richtig spannende Spiele bieten können - und sich eigentlich mehr Fans verdient hätten.