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Medienschau zu Constantini: Moby Dick, Eiertanz und der verlorengegangene Skifahrerschmäh



Die Medienschau widmet sich heute der gestrigen Kaderbekanntgabe (Nachlese) von Didi Constantini für das freundschaftliche Länderspiel gegen Spanien am 18. November. Constantini hat seinen Kredit gegenüber den Medien mittlerweile mehr als verspielt, was bemerkenswert ist, hatte der Tiroler doch zu Beginn seiner Amtszeit nach der Ablöse von Brückner wohl fast ganz Österreich hinter sich. Auch 90minuten äußerte sich in der eigenen Kolummne '91.Minute' zu dieser Thematik (Didi Constantini: Im Niemandsland zwischen Konsequenz, Dankbarkeit, Sturheit und Freunderlwirtschaft)


Didi Constantini liefert einen selten gesehenen Eiertanz - Bild (c) Pixelio / Christian Evertsbusch

Martin Blumenau vergleicht in seinem Fußball Journal 09-102 die aktuellen Ereignisse mit Moby Dick. Didi Constantini als Kapitän Ahab, irrlichternde Parolen ausgebend, erahnte Meutereien verhindernd, in einer Fantasiewelt festgehalten, in der er sich nur um eines, nur um einen dreht.
Abwesend, aber deutlich spürbar: Andi Ivanschitz als Ahabs weißer Wal.
Blumenau kommt am Ende seines Beitrags, analog zu Moby Dick folgend, zu dem Schluss: Im amerikanischen Nationalroman bringt der Wal Ahab um, reißt ihn in die Tiefe. Im richtigen Leben wird das der Wal Ivanschitz auch tun, ganz automatisch, instinktiv, ohne eigenes Zutun, sofern sich sein Ahab nicht von ihm und er fixen Idee einer Gegnerschaft befreit. Von der Mannschaft, der Presse-Crew, die ihn seit seinem Amtsantritt immer massiv unterstützt hat, hat er sich bereits entfremdet. Die werden ihm nirgendwohin folgen. Da ist der Überlebens-Instinkt davor. Die Zeiten des alten Kadaver-Gehorsams, auf die Ahab noch zählen konnte, und Constantini (der immer noch im Glauben lebt Pressekonferenzen wären nur eine Sache für "Zeitungen") fatalerweise noch setzt, sind vorbei.

Christian Hackl vom Standard stellte bei der Pressekonferenz das Leistungsprinzip in Frage und kam in seinem heutigen Artikel (Österreich wie es singt und lacht) zu der Ansicht, dass der Teamchef perplexe Menschen zurückließ, antwortete auf die Frage, ob das Leistungsprinzip abgeschafft wurde, nicht einmal ausweichend. "Die Diskussion ist hin und wieder lähmend. Aber das ist Teil des Geschäfts. Es ist halt so, dass sich die Öffentlichkeit auf einen draufhaut, wenn er gut spielt. Ich muss nicht jede Entscheidung rechtfertigen." Was der arme Ivanschitz noch alles tun muss, um zurückkehren zu dürfen (er will es), bleibt Constantinis Geheimnis. ... Viele Fragen, kaum Antworten. Ein Hoch auf den Eiertanz.

Martin Stranzl äußert sich gegenüber der APA erstmals mit kritischen Meldungen zu diesem Thema zu Wort. Stranzl: "Eine Linie hat er eigentlich nur bei Andi (Ivanschitz) und mir. Ansonsten frage ich mich schon, nach welchen Kriterien der Kader zusammengestellt wird." In dem Artikel heißt es weiter: Eigentlich hat es geheißen, dass er nur Spieler holt, die auch bei ihrem Verein zum Einsatz kommen. Jetzt aber sind auch solche dabei, die überhaupt nicht spielen", spielt der Spartak Moskau-Stammspieler auf die Einberufung von Erwin Hoffer an, der bei Napoli derzeit nur eine Zuschauerrolle spielt. Stranzl wurde in dieser Woche von Constantini über seine Nicht-Berücksichtigung informiert. "Er hat mich angerufen und mir gesagt, dass er mich nicht dazunehmen kann, weil er keinen anderen weglassen will." Daraus zog der Innenverteidiger den Umkehrschluss: "Ich sehe das so, dass ich nicht gebraucht und gewollt werde. Er soll mir das direkt sagen. Dann ist der Kas' gegessen und ich kann mich mehr auf meine Familie und meinen Verein konzentrieren."

Wolfgang Wiederstein bemerkt in seinem Artikel in der Presse: Die Lockerheit von früher ist verflogen, auch der legere Skifahrerschmäh ist ihm längst ausgegangen. Didi Constantini bemüht sich nicht einmal mehr, seine Genervtheit zu verbergen. Dabei hat der österreichische Teamchef den Streit selbst vom Zaun gebrochen. Und wer ein echter Tiroler ist, der bleibt natürlich auch bei seinem Wort. Darum fehlt Andreas Ivanschitz im letzten Länderspiel des Jahres am 18.November gegen Europameister Spanien. Constantini scheidet damit die Geister und sorgt für weitere Diskussionen.

Peter Altmann geht in seiner Kolummne Zeitlupe ("Constantini in der Ivanschitz-Sackgasse") auf die "Kredit-Frage" ein. Er schreibt: "Ein Satz von Didi Constantini im Rahmen der Kader-Bekanntgabe für das freundschaftliche Länderspiel gegen Spanien lässt aufhorchen. Er verstehe nicht, wundert sich der Tiroler, dass der aktuelle Teamkader weniger Kredit habe als vorige. Verwunderlich ist eigentlich nur der Inhalt dieser Aussage. Denn die aktuelle ÖFB-Generation verfügt über jede Menge Kredit - die Spieler wohlgemerkt. ... Der einzige, der aktuell wirklich Kredit verspielt, ist der Teamchef selbst - und zwar völlig ohne Not."



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