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| Constantinis verrückte Fußballwelt |
| Blog - Nationalteam |
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Gleich vorweg: Die Aufforderung zum Rücktritt an Didi Constantini, die 90minuten vor ein paar Tagen gestellt hatte, ist aktueller denn je. Denn das, was die Journalisten heute im Rahmen der Kader-Präsentation (live im 90minuten-Ticker) für das Euro2012-Qualifikationsspiel am 7. September 2010 in Salzburg gegen Kasachstan zu hören bekamen, ist bedenklich. Bedenklich deswegen, weil der Feuerwehrmann Constantini zum Brandstifter mutiert (ist).
Doch alles der Reihe nach:
Die Pressekonferenz fing eigentlich ganz harmlos an, die Kaderliste wurde an die Journalisten verteilt und wurde mit mehr oder weniger Verwunderung zur Kenntnis genommen. Dann kamen die Statements des ÖFB-Teams, zunächst von Constantini („Jeder verlangt sechs Punkte aus den ersten beiden Quali-Spielen. Wir haben viele Videos angesehen. Wir sind darauf eingestellt. Wir werden auch der Mannschaft die Videos zeigen. Wir gehen davon aus, dass unsere Spieler die Gegner unterschätzen. Wir wollen die sechs Punkte machen.“).
Dann das erste „Highlight“ von Manfred Zsak, der Pogatetz beobachtete. Sein Fazit: „Ich war am Samstag in Hannover gegen Frankfurt. Emanuel Pogatetz und Korkmaz wurden beobachtet, Korkmaz leider nur 25 Minuten gespielt. Korkmaz hat nicht ins Spiel gefunden. Pogatetz war sehr gut, wurde auch gut benotet von der Bild-Zeitung. Er hat gegen zwei starke Stürmer aus Griechenland gespielt, und seine Sache gut gemacht.“
Wir merken uns: Gute Benotungen der Bild-Zeitung sind ab sofort auch ein Kriterium – ohne Zweifel, Pogatetz hätte die Einberufung auch ohne Bild-Zeitung verdient.
Dann folgte von Constantini die Begründung, warum Stefan Maierhofer, der in Deutschlands zweiter Liga und Cup immerhin schon 128 Spielminuten in den Füßen hat, davor jedoch bei seinem Premiere League Abenteuer in acht Spielen (jedoch nie länger als 54 Minuten) zum Einsatz kam. Constantini sagte also: „Es geht um den Typ Maierhofer. Wahrscheinlich mögen ihn viele nicht, weil er arrogant wirkt. Im Grunde genommen ist er ein Teamplayer, er war letztes Jahr immer dabei. Ich habe heute in der Zeitung gelesen, dass Pacult einen großen Spieler haben will. Mit kleinen Spielern ist es vorne schwierig. Maierhofer ist groß. Maierhofer war bei Red Bull Salzburg im Gespräch. Er ist auch eine Art Absicherung für Marc Janko.“
Wir merken uns: Die Größe eines Spielers in Kombination mit einem Interview eines anderen Trainers in einem großen österreichischen Medium sind ab sofort auch ein Kriterium, um eine Rechtfertigung für eine Einberufung zu erhalten.
Dem nicht genug ergänzte Constantini auf Nachfrage von 90minuten, warum etwa Maierhofer und nicht Kienast einberufen wurde, folgendes: „Kienast ist ein sehr guter Fußballer. Maierhofer ist verrückter, daher ist er dabei. Wenn Janko oder Maierhofer verletzt sind, ist er ein heißes Thema.“
Wir merken uns: „Verrückt“ sein ist ab sofort auch ein Kriterium, um im Nationalteam dabei zu sein.
Auf eine „kritische“ Frage eines Journalisten, warum denn Maierhofer dabei sei, antwortete Constantini eingeschnappt: „Du musst den Kader ja nicht zusammenstellen. Ich weiß, dass Du Maierhofer nicht willst.“ Ahja, Gegenangriff, wenn die Argumente nicht ausreichen. Ein altbekanntes Stilmittel von Constantini.
Wirklich aufschlussreich wurde es dann jedoch auf die Frage, was von Kasachstan denn zu erwarten sei. Constantini zu diesem Journalisten: „Das will ich jetzt nicht beschreiben, ich leihe Dir ein Video!“
Wir merken uns: Bitte nicht derart komplizierte Fragen vor einem Match stellen!
Klar ist übrigens, dass György Garics weiterhin kein Thema ist. Constantini: „Mit Garics habe ich überhaupt keinen Kontakt, schön dass er zu Bologna gewechselt ist. Für mich ist er kein Thema.“ Wir merken uns: Geschasste Spieler bleiben geschasst, egal wie gut sie auch immer spielen mögen und Österreich eventuell helfen könnten. Ivanschitz und Garics können ein Lied davon singen.
Wie schon in der ersten Zeile dieses Artikels erwähnt: Die Aufforderung zum Rücktritt an Didi Constantini, die 90minuten vor ein paar Tagen gestellt hatte, ist aktueller denn je. Langsam ist jedoch auch schon Flächenbrandgefahr für das Nationalteam gegeben. Like it? Share it! |















