Geschrieben von: Michael Fiala    Sonntag, den 27. März 2011 um 08:42 Uhr    PDF Drucken E-Mail
Das ÖFB-Team braucht einen echten Teamchef, keinen Feuerwehrmann
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Blog - Nationalteam

die_91_minutenEine Aussage von Teamchef Didi Constantini am Tag nach dem Spiel muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: „Wir waren nicht in der Verfassung, dass wir das noch gedreht hätten“, begründet Constantini seine Entscheidung, bis zum Schluss an zwei zentralen defensiven Mittelfeldspielern festzuhalten.

 

Österreich hat einen Teamchef, der also in der 60. Minute des vorentscheidenden Spiels, ob Österreich weiterhin  berechtigte Hoffnungen auf die Euro 2012 haben darf, lieber auf Schadensbegrenzung setzt als auf die letzte Chance, das Spiel doch noch zu drehen.

 

Aber auch Abseits dieses unglaublichen Sagers geriet die Pressekonferenz am Tag nach dem desaströsen Match zur üblichen Didi-Show. Statt die Schuld bei sich zu suchen, gab es für die anwesenden Journalisten die schon bekannten Ablenkungsmanöver. Zwar übernahm Constantini als Trainer die Verantwortung für die Niederlage. Die Schuld lag aber überall anders, nur nicht bei ihm selbst.

 

Ein paar Auszüge:

„Die Erwartungshaltung der Medien und der Öffentlichkeit war höher als angebracht“.

„Fakt ist, dass Belgien sehr stark war und wir haben ein Tor bekommen und sind unsicher geworden.“

„Ein, zwei Leistungsträger haben versagt, dadurch hatten wir keine Chance gegen Belgien.“

 

Didi hat sich in den vergangenen Jahren einen guten Ruf als Feuerwehrmann erarbeitet. Das Projekt „Nationalteam“ braucht jedoch keinen Feuerwehrmann und auch keinen Schilehrer, der seinen Schmäh verloren hat und die – endlich kritischen – Journalisten anschnauzt und schmollt.

 

Österreichs Team braucht einen Teamchef. Und zwar einen Teamchef, der dem Team sagt, wo es langgeht. Der Taktik nicht für überbewertet hält. Wir brauchen einen Teamchef, der in der 60. Minute einem Team, das 0:2 zurückliegt, nochmal mit entsprechenden Wechseln dem Team und den 45.000 Zuschauern signalisiert, dass es nochmal alles versuchen muss.

 

Bereits im August 2010 haben wir erstmals Didi Constantini zum Rücktritt aufgefordert.   Diese Rücktrittsforderung kann man ein halbes Jahr später inhaltlich voll übernehmen. Warum? Weil sich seit August 2010 wieder nichts getan hat. Das Team hat zwar die Pflichtaufgaben gegen Kasachstan und Aserbaidschan erfüllt. Mehr jedoch nicht.

 

Und gegen Belgien in Belgien gab es einen Schlagabtausch. Und zwar nicht, weil das Team so gut gespielt hat, sondern weil die Fehlerquote auf beiden Seiten extrem hoch war. Am Freitag in Wien war der Glückskredit anscheinend aufgebraucht.

 

Einzig allein auf der Habenseite kann Didi Constantini die gute Stimmung im Nationalteam verbuchen. Doch das ist zu wenig, viel zu wenig. Leistungen sind gefragt, nicht (nur) gute Stimmung. Lieber ein Team, das sich nicht so super versteht und dafür auf dem Platz die Antwort gibt als umgekehrt.

 

Das Nationalteam braucht „Typen“. Garics wäre zum Beispiel so ein Typ. Aber die Personalpolitik von Constantini ist ja bekannt. Spieler, die „aufmucken“ sind nicht gefragt, glaubt Constantini. Hier irrt sich Constantini jedoch gewaltig …






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