Freitag, den 03. Februar 2012 um 08:48 Uhr    PDF Drucken E-Mail
Märchen ohne Happy End: Die heile Fußballwelt in Klagenfurt.
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Blog - Ö-Bundesliga
die_91_minutenDie heile Fußballwelt in Kärnten bzw. Klagenfurt. Ein Konstrukt, das in jedem Märchenbuch eine perfekte Geschichte abgeben würde. An dieses Märchen geglaubt hat sowieso niemand mehr. Jetzt hat auch der Korruptionsverdacht um die Telekom den Klagenfurter Fußball erreicht. Bin ich Überrascht? Nein!

 

Was war passiert? Zu Wochenbeginn trudelte bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft Wien und beim Korruptions-Untersuchungsausschuss im Parlament eine anonyme Anzeige ein. Absender ist eine "Gruppe von Personen im Amt der Kärntner Landesregierung". Dabei geht es um "Telekom-Millionen" an Jörg Haiders Fußball-Retortenverein SK-Austria Kärnten in den Jahren 2008 und 2009 und um diesbezügliche Verwicklungen mit dem geplanten Klagenfurter Gasdampfkraftwerk (GDK), berichtet der Standard in seiner heutigen Ausgabe (Telekom stolpert über Klagenfurter Fußball).

 

2,5 Mio. Euro vs 500.000 Euro

Konkret geht es um die „lächerliche" Summe von 2,5 Mio. Euro Sponsorengeld, das die Telekom an den SK Austria Kärnten gezahlt haben soll. Bisher „zugegeben" vom damaligen Clubpräsident und Haider-Initmus Mario Canori wurden jedoch nur 500.000 Euro. Eine Differenz von 2 Mio. Euro also.

 

Im Jänner 2008 verkündeten Haider und der Klagenfurter VP-Bürgermeister Harald Scheucher, dass ein 3renommiertes, großes Österreichisches Unternehmen" als Sponsor gewonnen wurde, ohne jedoch zu sagen, um welches es sich handelt. Ein komisches Sponsoring, wenn der Sponsor nicht genannt wird.

 

Deal: Gibst du mir, geb ich dir

sportnet_artikel_haider_canori_telekokmDer Deal dahinter, wird von Standard-Redakteurin Elisabeth Steiner so beschrieben: Der Chefjurist des Landes Albert Kreiner habe Haider und Scheucher einen Plan zum Bewilligungsverfahren des von Klagenfurt gewünschten GDK vorgelegt. So sollten nach positiven GDK-Genehmigungsbescheiden erst zwei und später weitere 2,5 Millionen an den SK Austria fließen. Offizieller Sponsor sollte aber die Telekom werden, da die finanzmaroden Stadtwerke dazu nicht in der Lage gewesen wären. Im Gegenzug habe man der Telekom Austria die stadteigene Telekom-Sparte zum Billigstpreis angeboten.

 

Dazu kam es jedoch nicht mehr. Und auch die Verfahren rund um die Gasdampfkraftwerke stehen bis heute. Interessant ist jedoch, dass die Telekom 2007 den Zuschlag für die Breitbandoffensive des Landes Kärnten erhalten hat.

 

Canori gibt sicher weiterhin unwissend: "Die Telekom hat 500.000 Euro für Kartenankäufe gezahlt. Von einem weiteren Betrag über 2,5 Millionen weiß ich nichts. Auch Albert Kreiner weist die Mitwirkung an einem "Sponsorplan" striktest zurück.

 

Petzner: „Haider hat damit nichts zu tun"

Für BZÖ-Abgeordneten Stefan Petzner hat der verstorbene Landeshauptmann Jörg Haider mit der Sache überhaupt nichts zu tun. Die Telekom habe Karten- und Werbekontingente beim SK Austria Kärnten erworben, es gebe eine Leistung seitens des Fußballvereins, der damals als Bundesliga-Verein eine hohe Zuschauerzahl gehabt habe, meint Petzner.

 

Angesprochen auf die Summe von 2,5 Mio. Euro verweist Petzner auf Canori, „der ein Politiker der FPÖ" ist und betonte: „Politisch gesehen kann ich sagen, dass Haider damit nichts zu tun hatte, da dieser weder Präsident war und nie mit den Finanzen des Vereins betraut gewesen ist."

 

Schwer vorstellbar, dass ein Landeshauptmann bei derartigen Summen nicht informiert gewesen sein soll. Eine Frage, die die Gerichte klären müssen. Es gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung.






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