Montag, den 12. September 2011 um 12:54 Uhr    PDF Drucken E-Mail
Die neue Kragenweite von Rapid: ‚Mittelmaß'
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Blog - Ö-Bundesliga
die_91_minutenDas Spiel gegen Mattersburg diente eigentlich nur zur Widerlegung der letzten Optimisten, die noch immer an eine Rapid-Mannschaft glaubten, die noch heranwachsen muss. Spätestens nach diesem Spiel ist der letzte Optimismus jedoch verflogen. Die Bundesliga-Statistik spuckte es heute per Aussendung unmissverständlich heraus: Rapid erzielte in Minute 55 sein „schnellstes" Saisontor - in sechs der sieben Saisonspiele stand zur Pause 0:0. Und von einem herausgespielten Tor kann man auch nicht reden. Viel mehr war man auf die Schützenhilfe von Mattersburg-Goalie Schattner angewiesen.

 

Und selbst das Comeback der Fans auf der West verlief daher nicht unbedingt so, wie man es vielleicht erhofft hatte: „Wir wollen Rapid sehen", skandierten die Fans. Später folgte auch noch „Vorstand raus". Womit die Fans auch schon eindeutig zu wissen glauben, wer die Schuld an der Serie von Misserfolgen trägt.

 

Die Bilanz nach 7 Runden – zunächst zum Positiven: Nach 7 Runden hat Rapid nur 5 Treffer kassiert. Gleichzeitig haben die Hütteldorfer jedoch auch nur 5 (!) Treffer geschossen, davon in den letzten 5 Spielen nur eines (!).

 

Spielerisch sah man wenig von den grün-weißen. Die Hoffnung ruht wie so oft in den letzten Jahren auf Steffen Hofmann, der kann die in ihn gesetzten Erwartungen bei weitem nicht erfüllen. Er wurde gegen Mattersburg zum wiederholten Male von Schöttel vom Feld geholt.

 

Adäquater Ersatz für Hofmann ist im ausgedünnten Rapid-Kader jedoch nicht zu finden. Bei weitem nicht.

 

Womit wir auch beim Hauptproblem Rapids wären: Rapid hat es in den letzten Jahren zwar immer wieder durch fast unmenschliche Leistungen geschafft, auf internationaler Bühne das eine oder andere Ausrufezeichen zu setzen, was finanziell potente Transfers zur Folge hatte. Korkmaz, Jelavic, Maierhofer, Hoffer oder Boskovic – um nur einige Namen zu nennen. Spieler mit Charisma, die bei einem anderen Verein ihr Glück fanden (oder auch nicht) und eine Tiefe Lücke hinterließen.

 

Doch welche Spieler hat Rapid in dieser Zeit verpflichtet, die nur annähernd einen dieser Spieler ersetzen konnte? Die Antwort ist bitter: Keinen einzigen!

 

Den negativen Höhepunkt erreichte die grün-weiße Transferpolitik vor dieser Saison. Nach dem Theater von und mit Peter Pacult, dem zuvor auch Alfred Hörtnagl zum Opfer fiel, und dem Supergau am 22. Mai verfiel Rapid in eine Art Starre. Eine Starre, der auch die Transferpolitik zum Opfer fiel.

 

Man könnte fast den Eindruck haben, dass nur die nötigsten Transfers für augenscheinlich nichtbesetzten Positionen stattfanden.

 

Kreativität in Sachen Rapid-Transfers? Fehlanzeige!

 

Das Resultat: Der jetzige Rapid-Kader könnte auch gut und gerne der Kader von Wacker Innsbruck oder Ried sein – Hofmann ausgenommen. Doch auch am Würzburger ist die lange Rapid-Karriere inklusive Rückschläge (Platzsturm, Fanboykott, Verletzungen, etc.) in den vergangenen Monaten nicht spurlos vorübergegangen.

 

Typen, die die marode Rapid-Elf aus dem eigenen Sumpf herausziehen könnten? In diesem Kader nicht zu finden.

 

Das ist die bittere Realität rund um Rapid im September 2011. Gut möglich, dass sich die Mannschaft noch ein bisschen steigern wird.

 

Aber mehr als Platz vier darf man mit dieser Zusammenstellung nicht erwarten. Genauso ist es gut möglich, dass am Ende der Herbstsaison Platz sechs oder sieben zu Buche steht. Realistischerweiße ist es Platz 5.

 

Reagieren kann der Klub erst in der Winterpause. Edlinger & Co müssten über ihren Schatten hinauswachsen und 3 oder 4 richtige Kracher holen. Gute Kicker eben, die die Bundesliga bereichern und nicht wieder Fußballer, die man genauso gut bei Wacker oder Ried finden könnte.

 

Übrigens zum Thema „Vorstand Raus": Wer die österreichische Rücktrittskultur kennt, weiß, dass es einen neuen Vorstand inkl. Präsidenten frühestens bei der nächsten Wahl geben wird – also im Herbst 2013.

 

Bis dahin können die Rapid-Fans nur hoffen, dass auch der mediale Druck auf Edlinger & Kuhn größer wird, damit diese beiden Herren erkennen, dass sie derzeit am besten Weg sind, aus Rapid einen Verein des österreichischen Mittelmaßes zu machen – dafür aber nachhaltig!






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