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| Fünf Schiedsrichter? Gestörtes Kurzpassspiel zwischen ÖFB und Bundesliga |
| Blog - Ö-Bundesliga |
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Anfang Juni bekam der ÖFB, als zuständiger Verband für das Schiedsrichterwesen in Österreich, eine Information von der FIFA, dass die Möglichkeit besteht, selbständig über die Einführung von Torrichtern wie bei der Europa League zu entscheiden. Die Öffentlichkeit bekam von dieser Thematik soweit nichts mit – bis gestern. In einem ORF-Sport-Beitrag wurde dieses Thema dann aufgerollt, weil es zu der Entscheidung kam, keinen 4. bzw. 5. Schiedsrichter in Bundesliga- bzw. ÖFB-Cup-Spielen einzusetzen und die Bundesliga in diesen Entscheidungsprozess nicht wirklich eingebunden schien.
Bundesliga-Vorstand Georg Pangl sagte in dem ORF-Interview sinngemäß, dass ihm dieses Schreiben am 20. Juli 2010 erstmals vorgelegt wurde. Zu spät natürlich, denn die Entscheidung für die zusätzlichen Schiedsrichter hätte vor dem ersten Bewerbspflichtspiel fallen müssen. Die Frist war also abgelaufen. Dem widerspricht jedoch der ÖFB auf Nachfrage von 90minuten, der betont, dass die Protokolle der Schiedsrichterkommission „so wie immer“ auch an die Bundesliga verschickt wurden. Pangl und die Bundesliga hätten diese Info eigentlich bekommen müssen.
Unabhängig davon ist das österreichische Schiedsrichterwesen derzeit nicht in der Lage, einen 4. und 5. Schiedsrichter für die Pflichtspiele in der Bundesliga und dem ÖFB-Cup zu stellen. Das ist einerseits eine Budgetfrage, die noch irgendwie lösbar wäre (die Bundesliga zahlt die Schiedsrichter im Rahmen der Bundesliga-Matches selbst). Andererseits fehlt es dem ÖFB an qualifiziertem Personal auf dieser hohen Schiedsrichterebene. Kurz gesagt: es gäbe zu wenig qualifizierte Schiedsrichter, um alle Spiele der Bundesliga mit fünf Schiedsrichtern zu bestücken.
So nebenbei ist aber schon ein gestörtes Kurzpassspiel zwischen ÖFB und Bundesliga festzustellen. Natürlich gibt es hunderte Themen, die zwischen ÖFB und Bundesliga koordiniert und abgeklärt werden müssen, was auch prinzipiell einigermaßen funktionieren dürfte.
Gerade in Hinblick auf die augenscheinlichen WM-Fehlentscheidungen und nicht zuletzt auf das „Phantom-Tor“ bei Austria gegen Mattersburg ist die Diskussion über das Thema Schiedsrichter voll entbrannt. Eine Entscheidung pro oder contra fünf Schiedsrichter ist daher eigentlich keine „Pimperl-Entscheidung“, die von einer Schiedsrichter-Kommission mal schnell im stillen Kämmerlein getroffen wird und per Protokoll der Bundesliga zur Kenntnis gebracht wird. Hätte man nicht die Bundesliga für diese Entscheidung ins Boot holen sollen? Dies ist anscheinend nicht geschehen, wenn man von Seiten des ÖFB lediglich auf den Infofluss via Protokolle verweist.
Ob jetzt Protokolle nicht oder doch verschickt wurden, ob diese Protokolle zu spät oder gar nicht gelesen wurden – ist im Nachhinein uninteressant. Fakt ist, dass Fußball-Österreich anscheinend derzeit nicht an fünf Schiedsrichtern interessiert ist und die Entscheidungsträger in diesem Fall auch nicht an einer breit angelegten Diskussion interessiert waren.
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